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Cancer: To The Gory End (Re-Release)

Eine etwas trockene Angelegenheit
Wertung: 5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 42:46
Release: 08.08.2014
Label: Cyclone Empire

Cancer aus Großbritannien scheinen eine überaus launige Band zu sein. Gegründet hat sich die Truppe aus Shropshire (geile Heimat für eine Death-Metal-Band!) bereits 1987, schon nach der „Black Faith“-Scheibe 1995 wurde das Ganze auf Eis gelegt, nur um 2003 noch mal auf der Bildfläche zu erscheinen, mit „Corporation$“ und „Spirit In Flames“ eine EP und eine Full-Length auf den Markt zu werfen und sich dann wieder in ihr Loch zu verziehen. Erst letztes Jahr entschied sich die Band, die ersten drei Alben „To The Gory End“, „Death Shall Rise“ und „The Sins Of Mankind“ via Cyclone Empire noch einmal neu zu veröffentlichen.

Nach dem ganzen Hin und Her wollen wir zumindest chronologisch vorgehen und widmen uns zuoberst der allerersten Vollzeitlangrille „To The Gory End“ aus dem schönen Jahr 1990. Das Artwork mag uns mittlerweile etwas peinlich erscheinen, zeigt aber doch zumindest, in welche Richtung die Truppe textlich tendiert und sollte es da doch noch Zweifel geben, helfen Titel wie „Blood Bath“ sicherlich nach. Wobei das Trio hier gar nicht so wahnsinnig gory zu Werke geht, wie der Albumtitel vermuten lässt – verhältnismäßig gesittet kredenzen die Briten uns in klassischer Aufstellung (Gitarre, Bass, Sänger, Drums) etwas über 40 Minuten soliden Old School Death Metal.

Dem Sound nach zu urteilen wurde zumindest nachträglich nicht mehr viel an der Produktion gefeilt, was ja für Fans, die damals nicht die Möglichkeit des Plattenerwerbs hatten, nicht schlecht ist. Schließlich muss der Sound bei einem Re-Release von vor 24 Jahren nicht glasklar sein, so leidet zumindest nicht die Authentizität.

Ein bisschen träge gehen die drei Briten zu Werke, hat doch zum Beispiel „Die Die“ einen recht guten Groove, dafür klingt Sänger und Gitarrist John Walker (ernsthaft?) aber sowohl beim Spielen als auch Singen ein wenig gelangweilt, erst im Refrain zeigt der Mann sich etwas aggressiver. „Witch Hunt“ kommt mit fast psychedelisch anmutenden Gitarrensoli daher, der Titeltrack weiß dann schön schleppend und mit ordentlich Basseinsatz zu punkten; die Tempowechsel im Mittelteil bieten eine willkommene Abwechslung zum sonst doch eher etwas drögen Death Metal.

Zusätzlich zu den neun regulären Songs haben es zwei Bonustracks mit auf das Re-Release geschafft – beides Demoversionen aus dem Jahr 1989, die es aber letztlich nicht mit auf „To The Gory End“ schafften. Da wäre einmal „Our Fate“, das schon vom Sound her wesentlich dumpfer daherkommt als der Rest der Songs – das Schlagzeug klingt wahnsinnig blechern und auch der Gesang ist ein bisschen sehr in den Hintergrund geraten, klingt dadurch aber zumindest räudiger. Zu guter Letzt kommt mit „Revenged“ zwar etwas mehr Schwung in die Sache, der wirklich schlechte Sound zerbröselt aber komplett die Bassspur und auch die tieferen Gitarrenklänge leiden ordentlich. „Our Fate“ kann man durchgehen lassen, „Revenged“ hätte eine Schönheitskur bestimmt gut getan.

Fazit: Sicherlich liegt hier kein schlechtes Album vor, zumal man ja sehen muss, dass es sich hier um eine Debütscheibe handelt und der Sound auch schon ein paar Tage alt ist. Gute Ideen werden hier zum Beispiel in „Die Die“ oder „Witch Hunt“ verwurstet, insgesamt ist „To The Gory End“ aber für seinen saftigen Titel und auch insgesamt einfach zu trocken ausgefallen und kann daher nur auf halber Strecke Punkte einfahren. Mal schauen, was die beiden anderen Neuveröffentlichungen zu bieten haben.

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