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Cancer: Death Shall Rise (Re-Release)

Um Längen besser als der Vorgänger
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 43:34
Release: 08.08.2014
Label: Cyclone Empire

Neuveröffentlichungen sind im Allgemeinen eine feine Sache. Den Fans der frühen Stunde wird noch mal die Möglichkeit gegeben, ein Album zu erstehen, das seinerzeit vielleicht ausverkauft oder schlecht zu bekommen war und es ist immer interessant zu hören, wie sie sich Soundgewohnheiten im Laufe der Jahre so verändert haben. Die Briten Cancer veröffentlichten Anfang des Monats ihre ersten drei Full-Length-Alben neu und wollen nun hier besprochen werden. Der Erstling „To The Gory End“ war nicht so gory wie versprochen und auch sonst eher ein wenig zäh, weshalb er sich mit fünf Pünktchen begnügen musste.

Beim Zweitling „Death Shall Rise“ ist der erste Eindruck schon ein bisschen anders. Ein Blick auf die Tracklist zeigt: Hier gibt es mehr Blut und Innereien, versteckt hinter einem fast schon neutralen Titel. „Hung, Drawn And Quartered“ oder „Corpse Fire“ erinnern dann zumindest bildlich eher ein bisschen an Cannibal Corpse, das macht also schon mehr her als beim Vorgänger. Das Line-Up ist mit Sänger/Gitarrist John Walker, Drummer Carl Stokes und Bassist Ian Buchanan gleich geblieben, Walker hat allerdings stimmlich ein wenig an Gewicht zugelegt, was ihm bereits im ersten Track „Hung, Drawn And Quartered“ wirklich gut zu Gesicht steht.

Einen prominenten Gast hat die Band auch im Hintergrund versteckt, Walker bekommt hier nämlich an der Gitarre reichlich Unterstützung von James Murphy, der seine musikalische Metalkarriere bei Death startete und mittlerweile unter anderem bei Obituary, Vicious Rumors, Malevolent Creation oder Testament ausgeholfen hat, um nur ein paar zu nennen.  Eine Ikone des Death Metal also und so wundert es nicht, wenn der Gitarrensound auf „Death Shall Rise“ eine Portion dichter und strukturierter klingt als auf dem Vorgänger. Vor allem knurrige Soli wie bei „Burning Casket“ oder flirrende Fingerakrobatik im Titeltrack verdichten die Atmosphäre, von der dieses Album zweifellos wesentlich mehr hat als das eher fadenscheinige „To The Gory End“.

Walker klingt zunehmend ein wenig verschnupft, meistert das aber an sich nicht schlecht und meistert das auch in Songs wie „Back From The Dead“ recht ordentlich. Auch hier wird die Stimmung wieder durch ein Gitarrensolo aufgelockert, wobei man jetzt mal dahingestellt lassen kann, ob hier der Fronter oder der Gast am Werke ist – ich tippe rein von der Dynamik her auf letzteren.

Ungewohnt schwungvoll geht es bei „Corpse Fire“ zur Sache, gar kein Vergleich lässt sich hier finden zur relativen Lahmarschigkeit der Vorgängerplatte; innerhalb eines Jahres haben die Herren entweder ordentlich geübt oder aber Mr. Murphy hat ganz passable Chancen auf eine Karriere als Motivationstrainer.

Wie gewohnt finden sich hier auch wieder zwei Bonustracks am Ende der Scheibe. Bereits 2001 war „Death Shall Rise“ schon mal neu erschienen, als neunten Song gab es hier eine Liveversion von „Tasteless Incest“ zu hören, diese ist aber auf der 2014er Version nicht vertreten. Stattdessen gibt es zwei Liveaufnahmen vom Milwaukee Metalfest aus dem Jahr 1992 zu bestaunen: „Hung, Drawn And Quartered“ gibt ordentlich Gas, der Sound ist erstaunlich ausgewogen, auch wenn der Bass ein bisschen brummt. „Blood Bath“ war dann bereits auf dem Debütalbum zu hören und kommt hier noch mal live und mit wesentlich besserer Stimmung aus den Boxen, obwohl der Track immer noch irgendwie unausgeglichen klingt. Da haben Cancer mit der Auswahl der Bonustracks definitiv alles richtig gemacht.

Überhaupt ist „Death Shall Rise“ wesentlich ausgegorener als „To The Gory End“, es herrscht mehr Schwung, die Band scheint irgendwie mehr Spaß zu haben und James Murphy bringt natürlich einen Wahnsinnsbonus mit in die Gitarrenarbeit ein. Sieben Punkte sind hier schon mal drin.

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