Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Camp Cope: Running With The Hurricane

Ein Seelenschmeichler für triste Tage
Wertung: 8/10
Genre: Indie Rock, Folk
Spielzeit: 37:06
Release: 25.03.2022
Label: Run For Cover Records

Wenn eine Sängerin wie eine folkigere Version von Evanescence-Amy Lee klingt, kann soviel schon mal nicht schief gehen. Und da Camp Cope-Fronterin Georgia Mag nebenbei auch noch alle Songs schreibt, Piano und Gitarre spielt, werden die beiden Mitstreiterinnen Kelly-Dawn Hellmrich am Bass und Drummerin Sarah Thompson beinah zum bloßen Beiwerk degradiert – zumal auf einer größtenteils eher in ruhigeren Indie Rock-Gefilden angesiedelten Platte wie dem neuen Album „Running With A Hurricane“.

Die Singstimme schafft es aber auch, dass die zehn Songs trotz teils romantischer Parts ohne großen Pomp auskommen. Zu warm, zu ehrlich fließen die Vocals, zu wenig sucht die Sängerin die große Bühne, sondern könnte so auch gut und gerne in einer kleinen Kneipe irgendwo in der Heimat der Ladies, Melbourne nämlich, mit einer Acousticgitarre auftreten, um die Herzen der hoffnungslosen Menschen zu erwärmen, die es wohl in jeder Kneipe gibt – denn genau das tut die Musik von Camp Cope, die ihren Namen unfassbar passend gewählt haben: Sie wärmt. Wenn man mal aus dem Fenster schaut und sich das Pisswetter vergegenwärtigt, ein gut gewähltes Hörvergnügen für diesen Tag.

Tracks wie das eher monotone „Love Like You Do“ bieten zwar dann durchaus mal Längen, dafür hat das australische Trio aber einige Appetithäppchen auf der Habenseite: Im Opener „Caroline“ darf der Bass eine sehr dominante Rolle spielen, was dem Song trotz der Reduzierung einen recht groovigen Anstrich gibt, schon der Titelsong gestaltet sich dann durchweg flotter, frischer und zeigt deutlich auf, wo die Stärken der Band liegen, dabei bringt vor allem die Kombination von Gitarre und Piano ordentlich Schwung in die Sache, die erfreulich variable Singstimme tut ihr Übriges, um den Song nicht so schnell wieder aus dem Kopf zu kriegen. Und tanzbar ist das Ding auch noch!

In eine ähnliche musikalische Schiene trifft dann „Blue“, das auch recht schnell zum Ohrwurm mutiert, während das ruhige „The Screaming Planet“ nicht nur aber auch wegen seines großartigen Textes eine dicke Gänsehaut produziert und am besten in Endlosschleife gehört werden sollte. Wie selbstverständlich hauen Camp Cope Stücke wie „Say The Line“ raus, bei dem die beiden übrigen Bandmitglieder mit Hintergrundgesängen aushelfen dürfen und dem Song fast etwas Hippieskes verleihen.

Genau das macht auch grundsätzlich den Charme den Platte aus, die nie überladen und nur selten kitschig daherkommt: Die natürliche Art und Weise, wie das Trio zusammen musiziert, liefert direkt Kopfkino von Wäldern, von Spaziergängen, eben von Natur, die so unberührt ist, wie sie auf einer Welt mit acht Milliarden Menschen eben sein kann. Trotz einiger Längen im Mittelfeld ist „Running With The Hurricane“ ein berührendes Werk geworden, das sicherlich mit dazu beitragen wird, dass die Band in einigen Köpfen einen Sonderplatz bekommt. Hier hat sie es zumindest schon geschafft.

comments powered by Disqus

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna