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Calm Hatchery: Sacrilege Of Humanity

Hochwertiger Klon von Nile und Behemoth
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 40:08
Release: 20.12.2010
Label: SELFMADEGOD RECORDS

Es rappelt mal wieder gewaltig im Karton des polnisch-stämmigen Death Metals und die üblichen Verdächtigen von Vader und Behemoth haben diesmal nicht ihre Finger im Spiel, denn es handelt sich hier um das bereits zweite schwere Eisen aus der Schmiede der noch relativ unbekannten Herren von der Band Calm Hatchery. Dass der Nachfolger auf das schon im Jahr 2006 erschienene, durchaus viel versprechende Debüt "El Alamein" ganze vier Jahre auf sich warten ließ, lag schlicht und einfach daran, dass sich die Band kurz nach dem Erstling in ihre Bestandteile aufgelöst hat. Jetzt ist man allerdings mit einigen Personalwechseln wieder an den Start gegangen und hat sich in die renommierten Hertz Studios begeben, um die Geschichtsschreibung von Calm Hatchery wider Erwarten fortzuführen. Das Endprodukt dieser Aktion wurde dann kurzerhand „Sacrilege Of Humanity“ getauft und soll die Jungs nun wieder ins Gespräch bringen.

Das heutzutage schon zum guten Ton gehörende eineinhalbminütige Intro mit Namen „Rattlesnake Dream“ schafft schon vor dem eigentlichen Beginn der Scheibe adäquate Stimmung und kommt mit orientalischen Anklängen daher, die man ja bereits von den polnischen Genre-Kollegen zu schätzen gelernt hat. Auch der erste richtige Song „Sea Of Truth“ lässt auf jeden Fall klangliche Nähe zu Behemoth und vor allem aber Vader durchscheinen. Dennoch bewahren die Jungs das nötige Mindestmaß an eigener Klangfarbe, die den technisch sehr anspruchsvollen Death Metal der Polen von den Landeskollegen abhebt. Vor allem die Sechssaiter und der Trommler stellen ihr Können mit vertrackten Rhythmen, blitzschnellen Leads und vor allem dem durchweg atemlosem Überschalltempo eindrucksvoll unter Beweis.

Trotz besagtem Geschwindigkeitsrausch schaffen die Blei-Schleudern es aber auch, subtile, schwere Melodien als Fundament ihrer Songs zu etablieren, perfektes Beispiel hierfür ist unter anderem das wiederkehrende Thema im passenderweise nach Kriegsmaschinerie benanntem Stück „Messerschmitt“. Die Gitarrensoli mit bereits angesprochenem leicht orientalischem Anklatsch wie etwa im Song „We Are The Universe“ und die schleppenden Grooves, die ab und zu das Über-Tempo etwas drosseln und für Abwechslung sorgen, tun ihr übriges, um aus dem Silberling ein hochklassiges Todeseisen-Erlebnis zu machen.

Die Scheibe bietet alles, was in diesem Genre groß geschrieben wird: Brutalität, Geschwindigkeit, Untergangs-Melodik, Fingerfertigkeit und Dramatik. Schwachpunkte sind zwar selten, aber leider dennoch hier und dort in Form des etwas zu sehr nach Nergal klingen wollenden Schreihalses, der nicht auf ganzer Linie überzeugen kann, und manchmal doch etwas zu wenig Eigenständigkeit im Klang aufweist, vorhanden.

Die zweite Silberscheibe von Calm Hatchery bietet absolut hochwertiges Klangmaterial und sollte jeden Fan von Behemoth, Nile und Vader begeistern können. Jedoch haben die Jungs auf „Sacrilege Of Humanity“ nur so gerade eben genug eigene Elemente, sodass die Klon- und Kopie-Vorwürfe, was die genannten Vorbilder angeht, hier und dort mit Sicherheit erklingen werden. Das sollte jedoch keinen Fan dieser Abteilung des Death Metals davon abhalten, hier zuzugreifen.

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