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caliber.X: Suburbia

Ein fetter Tritt in die Groove-Stoner-Thrash-Klötze
Wertung: 9/10
Genre: Groove Thrash
Spielzeit: 42:24
Release: 11.05.2012
Label: Bret Hard Records

Wie schon so häufig: Der Zufall will es, dass man auf caliber.X aufmerksam wird, eine Truppe, die seit Anfang 2010 besteht und sich in Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) beheimatet fühlt. Schon 2011 legten sie mit der EP „Bloodspilled“ in limitierter Auflage vor, nun ist schon seit einigen Monaten das Debüt „Suburbia“ am Start.

Jetzt könnte man natürlich mosern, dass die Welle an Debüts einfach nicht abreißen will, doch hier stopfen caliber.X einem gleich das Breitfroschmaul, denn sie gehen mit derart fetten Groove-Eiern ins Rennen, dass einem glatt der Samenstrang zuklebt. Fettes Brett, was die Herren da aus den Boxen dröhnen lassen. Nun, so ganz unbeschlagen sind sie nun alle bei caliber.X nicht, denn mit Torsten Schramm steht einer hinter dem Mikrofon, den vielleicht der eine oder andere von Sober Truth her kennt – daraus jetzt eine Ableitung herzunehmen, dass die Bands den gleichen Sound spielen, wäre allerdings fatal.

caliber.X stehen für Groove-orientierten Mid-Tempo-Thrash, der auch gerne in anderen Genres wildern darf, solange es passt und gefällt. So bauen sie beispielsweise in „Epic Pt. 2“ eindeutig ein Stonerriff ein, welches locker auch aus Kyuss-Gitarren dröhnen könnte, packen es aber in das oben erwähnt groovige Thrashgerüst ein, was allein schon an der auch durchaus schreienden Thorsten-Stimme liegen mag.

Überhaupt: caliber.X bauen eine ähnliche Stimmung auf dem Album auf, wie es Rebirth damals auf ihrem 97er Debüt „Back From The Inside“ geschafft haben, manchmal ähneln sich sogar die gesanglichen Einlagen etwas, was in meinen Ohren hier als positives Qualitätsmerkmal zu verzeichnen ist. Auch mit dem Titeltrack „Suburbia“ treten sie mit Macht in die angeschwollenen Groove-Stoner-Blues-Thrash-Klötze, der Bass dröhnt, Torsten bringt von purer Verzweiflung bis hin zum Schreien die Lyrics auf den Punkt – live mit Sicherheit eine extrem tanzbare Headbangermischung. Und auch wenn der Groove immer wieder die Oberhand behält, so verflüchtigt er sich ganz kurz bei „Circle Of Pain“ und macht für ein paar Takte dem Thrashkommando Platz, was sich aber schnell wieder bei der emotionalen Halbballade „Moment To Wake Up“ (meine Fresse, welche Parallelen zu Rebirth) gibt.

Wer sich mit der manchmal durchaus gewöhnungsbedürftigen Stimme Torstens arrangieren kann, der bekommt mit „Suburbia“ ein Debüt vorgelegt, welches über die komplette Spielzeit hinweg Langeweile in den Pausenmodus versetzt. Wenn die Hennefer Jungs diese Energie auch nur annähernd live auf die Bühne bringen, dann steht schon jetzt fest, dass auch bei eisigen Temperaturen hoher Schweißalarm eingeläutet wird. Scheiß was auf die eigenen Vergleiche mit Disturbed und Co., caliber.X haben dermaßen dicke Eier, dass sie sich jedem Vergleich ohne Scheu stellen können. „Awesome“, oder wie der Schwede sagt, dieses Debüt liegt nicht zu Unrecht kurz vor der Punktobergrenze.

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