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Caleya: These Waves Will Carry Us Home

Eine wirkliche Überraschung und ein Feuerwerk der Klänge
Wertung: 8/10
Genre: Post Hardcore
Spielzeit: 38:47
Release: 10.09.2010
Label: Midsummer Records

"These Waves Will Carry Us Home" lautet der Titel des ersten Longplayers von Caleya. Aus dem Norden Deutschlands, genauer gesagt aus Hamburg, kommt eine sonderliche Mischung, die wohl die Nation spalten wird. Obwohl sich auf dem Album selbst nur sieben Titel befinden, ist das gute Stück 38 Minuten lang. Der letzte Titel auf der Scheibe ist allerdings ein Mitbringsel aus der ersten Veröffentlichung "Maelstrom EP", das sich hier noch einmal präsentiert.

Zunächst klingt das Album sehr experimentell - man kann es getrost dem Post-Hardcore zuschreiben. So sind beispielsweise gegen Ende des ersten Songs Jazz-Klänge zu hören, die im Kontrast zum Vorherigen stehen. Das Tempo dort und auf dem Rest des Albums ist eher schleppend und zeichnet sich vor allem durch sehr viele unterschiedliche Riffs aus. Mehr Abwechslung ist wohl kaum möglich. Der Gesang wechselt häufig zwischen Shouts und gesprochenen Worten. Obwohl es für den Baukasten-Hörer wohl etwas schwieriger wird, mit dem Album warm zu werden, ist es eine bunte Mischung aus Gefühlen und Einfallsreichtum. Letzteres ist wohl auch der Grund, warum die Songs, bis auf einen, im Schnitt sechs Minuten lang sind.

Es ist alles vertreten, von brachial-laut bis traurig-nachdenklich. So viel Abwechslung auf ein Album zu packen, ist für viele schon eine Anstrengung, hier erlebt man dies teils in einzelnen Songs. Sogar Hörer, die eher weniger mit Post-Hardcore zu tun haben, könnten an diesem Klang Gefallen finden, sofern sie mutig genug sind, sich darauf einzulassen.

Die Band spielt mit einer charakteristischen Mischung und Aneinanderreihung von Disharmonie und Melodie. Ja, man könnte teilweise sagen, harmonierende Disharmonien. Jede Sekunde macht Spaß, denn man weiß nie, was kommt und eins ist sicher, es wird nie das gespielt werden, was man erwartet.

Dennoch, einen kleinen Kritikpunkt gibt es: Wenigstens einmal hätte die Band das Tempo ein wenig heben können. So bleibt "These Waves Will Carry Us Home" eine eher gemächliche Platte, die aber dennoch bestückt ist mit tollen Liedern und sonderbaren Titeln. Besonders ins Auge fällt dort "Faithfully Singing Farewell While We're Gently Sinking Towards The Rising". Nein, das ist kein Auszug aus dem Songtext, dies ist wirklich der Name des vorletzten Songs.

Ein Lob geht auch an die Lyrikfraktion der fünf Nordmannen, die die Texte wirklich malerisch gestaltet hat. An dem Booklet, welches man locker hätte seperat veröffentlichen können, hätten auch düstere Poesie-Fetischisten ihre wahre Freude gehabt. Eine wirkliche Überraschung und ein Feuerwerk der Klänge. Menschen, die etwas in 38 Minuten erleben möchten, sollten hier zuschlagen.

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