Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Caesars Rome: The Company We Keep

Nicht wirklich schlecht gemacht, aber letztlich doch belanglos
Wertung: 5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 41:07
Release: 19.02.2010
Label: Superball Music

Ich höre eigentlich fast nie Radio. Einmal die Woche reicht, wenn am Samstag die NDR 2-Bundesligashow läuft, doch auch wenn man da einzig wegen Fußball einschaltet, ist man vor Werbung, dummem Gesabbel völlig unlustiger Moderatoren und nerviger Charts-Mucke nicht gefeit und bekommt jedes Mal wieder eindrucksvoll vor Augen geführt, warum man heutzutage einfach nicht mehr Radio hören kann. Zumindest nicht die sogenannten Unterhaltungssender, kulturelles Rundfunkprogramm sei hier mal ausgeklammert.

Entweder hat man es mit völlig untalentierten Popsternchen, langweiligem Einheitsbrei oder nervigem R’n’B zu tun, und sollte dann tatsächlich mal ein Song gespielt werden, bei dem elektrische Gitarren zu hören sind, handelt es sich meistens um belangloses Geplänkel, das zum einen Ohr reingeht, um flugs aus dem anderen wieder rauszukommen. Zu letzterer Kategorie könnte man auch Caesars Rome aus Wales zählen, die uns mit „The Company We Keep“ ihr Debütalbum kredenzen.

Die zehn Songs auf dieser CD sind in einem Satz gesagt Musik, die niemandem wehtut. Keine Ecken, keine Kanten, alles sauber produziert und ohne Individualität oder Prägnanz. Als Einflüsse werden unter anderem Jimmy Eat World und Thrice genannt, was sicherlich nicht völlig danebengegriffen scheint, obwohl ich mich mit deren Mucke nicht so wahnsinnig gut auskenne, da sie zugegeben nicht unbedingt mein Ding ist. Insofern muss ich sicherlich einräumen, dass ich vielleicht etwas voreingenommen erscheine, weil ich mit dieser Art Musik nicht allzu viel anfangen kann. Denn objektiv betrachtet lässt sich sicherlich nicht bestreiten, dass hier handwerklich alles im grünen Bereich ist und Songs wie „High On The Nines“, „Awake & Armed“ (dessen Mainmelodie fast ein wenig an die unsäglichen Coldplay erinnert), „Let’s Wish“ oder auch der Opener „Vegas & Its Nightlife“ einen gewissen Ohrwurmcharakter besitzen, auf der anderen Seite aber ist das Ganze doch so vorhersehbar und das ständige Singen auf einer Tonhöhe von Frontmann Jonathan Hopkins nervt nach recht kurzer Zeit ganz gewaltig. Komisch, bei Billy Talent kann ich mit dem Eunuchengesang irgendwie leben, hier geht mir das einfach nur auf den Geist. Und wenn dann in „Vegas & Its Nightlife“ auch noch unerträgliche, pseudo-dramatische, ausgelutschte Standardmittel bemüht werden, wie den Refrain um einen Ganzton höher zu schrauben, bin ich sowieso bedient.

Zudem werde ich den Eindruck nicht los, dass die Songwriting-Qualität in der zweiten Hälfte doch ganz ordentlich abnimmt: „Oceans“, „The After Dark Soundtrack“ oder „Kicking Down Castles“ plätschern vor sich hin und auch das an sich mit einem starken Mainriff eröffnende „Finding Waves“ verliert sich letztlich irgendwo im Nichts. Möglicherweise hängt es aber erneut damit zusammen, dass mir die Stimme einfach nur mächtig auf die Ketten geht und ich mittlerweile bei dem wenig abwechslungsreichen Sound nur noch Einheitsbrei heraushöre. Lediglich das finale, mit melancholischem Touch versehene „O’ Captain“ ist wirklich ganz hübsch und lässt ein wenig an Dredg denken. Auch wenn der blöde Chor nicht wirklich hätte sein müssen.

Alles in allem fällt es mir nicht leicht, „The Company We Keep“ zu bewerten. Leute, die gerne mal Gute-Laune-Poprock hören, sind mit der Platte bestimmt gut bedient. Ich persönlich meine, die Welt hätte sich sicherlich auch weitergedreht, wenn Caesars Rome uns dieses Album vorenthalten hätten. Nicht schlecht gemacht, aber letztlich irgendwie doch belanglos und viel zu glatt poliert. Alternative Rock ist auch nicht mehr das, was er mal war, denn von "alternativ" kann hier weiß Gott nicht die Rede sein.

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend