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Cadaver Race: Demo

Genau die richtige Portion Grindcore
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal, Grindcore, Hardcore
Spielzeit: 18:31
Release: 08.06.2010
Label: Eigenproduktion

Wer 2009 das Wacken Open Air besucht und sich dort trotz steigendem Alkoholpegel die österreichische Combo Cadaver Race angetan hat, der dürfte bemerkt haben: Die Jungs können was. Durch den Gewinn des Wacken Metal Battle Österreich hatte das damalige Quintett und momentane Schlagzeuger-lose Quartett die Chance, sich letztes Jahr auf dem Kultfestival auszutoben – zwar nur eine knappe halbe Stunde, aber das dürfte gereicht haben, um mit der treibenden Mischung aus Death Metal, Hardcore und Grindcore einige Fans dazuzugewinnen.

Mit dem sinnig „Demo“ betitelten ersten Output kann man sich das Kadaverrennen jetzt auch in die eigenen vier Wänder holen, aber ein Spritzschutz sollte schon vorhanden sein – die knapp 20 Minuten lange Platte versprüht nämlich nicht nur einen gewissen räudigen Charme, sondern auch noch jede Menge Blut und Gedärme, obwohl der Grind-Anteil relativ niedrig gehalten ist; dafür dominieren die Deathcore-Anleihen und wahnsinniges Gekreische von Fronter Geissi. Dass die Österreicher eine gehörige Portion Wut im Bauch haben, kann man schon an Songtiteln wie „Kampf Der Scheisse“ ableiten und hören kann man das Ganze erst recht: Da wird drauflos gebollert, als ob es kein Morgen gäbe, der Herr am Mikro überstrapaziert Stimmbänder und Trommelfell und die Instrumentalfraktion kloppt sich um Kopf und Kragen. Dabei geraten die Stücke für Grindcore-Verhältnisse recht lang, nur ein einziger krebst unter der Drei-Minuten-Grenze herum. Das ist ein gutes Zeichen.

Los geht’s mit besagtem „Kampf“-Song, das mit dominantem Bass und recht ruhigem Drumming anfängt, bevor die Gitarren einsetzen und in Kombination mit den Shoutings ein wenig Deathcore-Flait aufkommt. Da passt dann sogar das Grind-Gegrunze im Refrain – großartig! Dynamisch, treibend, explosiv – wenn der Rest auch nur ansatzweise so daherkommt, dann Prost Mahlzeit! „If Hope Was More Normal Than Apathy Or Cynicism“ geht dann ungleich rasanter zu Werke, hält das Tempo aber glücklicherweise nicht über die volle Distanz, sondern wird durch langsamere Gitarren zwischendurch abgebremst. Die Jungs wissen, wie man die Hörer bei der Stange hält, dabei wird auch hier auf derbe Growls und rasend schnelle Drums gesetzt – nur eben mit etwas mehr Abwechslung als manche der nicht ganz so innovativen Genrevertreter.

„Rambo Saves The Day“ gibt sich Death Metal-lastig mit Blastbeats und einer teils etwas höheren Stimmlage, bevor die tieferen Growls wieder einsetzen. Und das Tolle ist: Man versteht sogar trotz Gebrüll fast den ganzen Text. Da merkt man auch recht schnell, dass die Jungs fast wortwörtlich eine Zeile von Hatebreed zitieren. Das macht aber nichts, es sei den Kadaverkindern verziehen, gehen sie doch ungleich spannender zu Werke als ihre amerikanischen Kollegen.

„Losing Perspective“ markiert schließlich die Zielgerade mit dezenten Breakdowns, teils ultraschnellen Drums und dem fiesem Organ von Geissi. Auch die Gitarrenfraktion darf sich ordentlich austoben, schraubt sich von schredderigen Spuren zu etwas Old Schoolig anmutenden Soli, immer präsent, immer perfekt abgemischt.

Nach dem Genuss der Demo kann man sagen: Cadaver Race haben zu Recht auf dem WOA spielen dürfen. Die Musik der Jungs macht Spaß, obwohl ordentlich Aggressionen dahinterstecken, ganz zu schweigen davon, dass man beim Hören der Scheibe kaum stillsitzen kann. Wenn die Band dieses Level auf der ersten Full Length halten kann, dürften ihnen die Fans die Bude einrennen.

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