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Cadaver Disposal: Transformatio Mundi

Tödliches Schlängeln auf der Suche nach dem großen Punch
Wertung: 7,5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 57:15
Release: 28.04.2017
Label: Nihilistic Empire Records

Über mangelnde Abwechslung, die schnell auch Außenstehende ein bisschen verwirren dürfte, kann man sich wahrlich nicht bei den Duisburger Death Metallern Cadaver Disposal beschweren. Gut ein Jahr nach Release des Debüts „May All Be Dead“ löste sich das Quartett auf, weil Frontmann Stefan aus beruflichen Gründen nicht mehr weitermachen konnte. Im Oktober 2016 meldete sich plötzlich Gitarrist Dennis (auch Klampfer bei Final Depravity) und ließ wissen, dass man sich wieder zusammengerauft habe und an neuem Material arbeite, sogar ein neues Album soll erscheinen. In der Zwischenzeit ist dann auch Drummer Torturer (auch Bethlehem und Goat Torment, aber auch live für Belphegor) wieder eingestiegen, neu am Bass tieftönt nun Alex Voß (ex-Final Depravity, (ex-)-Majesty), und auch Stefan ist wieder mit seinem derben Vocals von der Partie. Das dann da doch mehr als nur loses Geblubber aus den Proberaum kommt, zeigten sie dann im Januar 2017 mit dem Lyric-Video zum auf dem zweiten Longplayer vertretenen  „Divine Delectation“.

Wie schon beim Vorgänger „May All Be Dead“ fühlt sich das Quartett gerade im Midtempo-Bereich sehr wohl, nur selten machen sie ein paar zackigere Ausflüge, ohne aber in schnelles Hyper-Blast-Stumpf-Geprügel zu verfallen, und auch Stefan grunzt mit derben, manchmal recht eindimensional wirkenden Tiefgrowls wie gehabt. Auffällig ist, dass die Duisburger ein hörbar besseres Gefühl für einen ordentlichen Groove bekommen haben. So wuchten sie in „Failure Of Man“ mit reichlich Groove im Midtempo und immer wieder ist es die Gitarre, die plötzlich mit einer durchaus positiven Botschaft das derbe Gebrüll untergräbt, wobei hier die Gesangslinie ganz eindeutig von Machine Head kopiert („Davidian“) wurde. „Congregation“ schließt auch dabei die Lücke vom Debütalbum zum Heute, sprengt zwischendurch aber durch die wuchtigen Doublebass-Attacken die selbst gesteckten Midtempo-Fesseln.

Bei aller Old-School-Attitüde verwehren sie sich dabei aber wie in „ Divine Delectation“ nicht ein paar sachten modernen Elementen, sorgen gerade durch die gesprochenen Parts auch für deutlich mehr Abwechslung und grooven hier wie die Schleifsteinhölle, aber auch der Titeltrack „Transformatio Mundi“ gehört zu den anständigen Derb-Midtempo-Walzen, welche trotz der enormen Spiellänge von etwas mehr als neun Minuten nicht einmal Langeweile aufkommen lässt, da zum richtigen Zeitpunkt einmal mehr die Leadgitarre ein paar dezente Akzente setzt. Und gerade die Klampfe ist es immer wieder, die sich ein Stückchen mehr als subtil in den Vordergrund schiebt, sei es in dem verspielter wirkenden „What Must Never Be Forgotten“ im strengen Death-Ami-Dickicht oder das überraschende „An Infinite Dream Ascends“ als rundes, solistisch mit positiver Grundaussage eingestreute Zwischenspiel.

Ein Schritt vorwärts gehen Cadaver Disposal mit dem neuen Album „Transformatio Mundi“ aber am Ende nicht – da reichen eben höllischer Groove und ein paar schön eingewebte Leadklampfen nicht aus, um sich auf dem Death-Metal-Sektor mit aller Wucht durchzuboxen – eher ein tödliches Schlängeln auf der Suche nach dem großen Punch.

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