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Cable: The Failed Convict

Ein blutiges Roadmovie in akustischer Form
Wertung: 8/10
Genre: Sludge Metal / Post Metal / Progressive
Spielzeit: 49:11
Release: 06.11.2009
Label: The End Records / Soulfood

Jim träumt und der Traum ist seine Motivation. Aus dem Gefängnis entflohen, Verfolger im Nacken und eine düstere, dreckige Zukunft vor Augen, macht er sich auf die Reise gen Westen...

Das Album "The Failed Convict" von Cable aus Connecticut erzählt Jims Geschichte, berichtet von einer Reise, respektive Flucht, die von Brutalität, Hoffnungslosigkeit und Schmutz geprägt ist und die – erwartungsgemäß – nicht mit einem Happy End beschlossen wird. Ein Konzeptalbum also, welches das Quintett dem Hörer zu Ohren gibt und das die Handlung der zugrunde liegenden Story akustisch treffend umsetzt: Nach ihrer Auflösung im Jahre 2005 bläst die frisch wiedervereinte Band dem Rezipienten ihre Mixtur aus atmosphärischen, teils postrockenden, progressiven Klängen und derbem Sludge Metal um die Ohren, die sie musikalisch in eine gewisse Nähe zu Post Metal-Bands wie Isis, Neurosis oder auch Solstafir rückt. Riffs, die klingen, als habe man sie soeben noch zügeln, bremsen und zurückhalten können, walzen voran und bilden das Fundament, auf dem sich heisere, geschriene Vocals tummeln und die ganze Tragik von Jims Leben vor dem Hörer ausbreiten.  

Ein besonderes Händchen beweisen Cable dabei in der Verknüpfung von Wort und Ton: Hektisch begleitet "Be The Wolf" den Protagonisten auf seiner Flucht vor Polizei und Militär, kurz unterbrochen von Anfeuerungsrufen – "Run Jim, run! Be the wolf!" - durch die erzählende Band. Der Song endet musikalisch ruhig, aber mit stetig verzweifelt klingenderen Vocals, die den Grund für die Stille konstatieren: "Outta Gas, outta money, outta time, outta crime".

Dass die Chancen für Jim von Anfang an schlecht standen, macht der kurze, aber heftige Track "Failure Comin' Down" deutlich, der dessen Herkunft aus miesesten sozialen Verhältnissen schildert und das Ende bereits vorwegnimmt: "Bought everything that the lord ever sold / Except the happy ending". Was mit Träumen und Flucht begann, endet so schließlich mit Mord und Resignation. Dazwischen finden Cable Gelegenheit, den Hörer mit Songs zu erfreuen, die rau wie Schmirgelpapier, rostig wie Friedhofsgatter und dabei doch von hoher atmosphärischer Dichte sind.  

Mal geben sie sich überwältigend, beängstigend und durch pure Audiomasse erdrückend wie in "Gulf Of Texaco", mal melodisch und beinahe schon zärtlich wie im Titel "Outside Abilene", dessen zweite Hälfte aus einem mit stetig heranwachsenden Hintergrundgeräuschen unterlegten, hörspielähnlichen Sprechteil besteht. Etwas gewöhnungsbedürftig: die immer mal wieder vorkommenden 180°-Wendungen innerhalb der Songs, die diesen von jetzt auf gleich ein völlig neues Gesicht geben. So stört beispielsweise ein kurzes Bass-Zwischenspiel die Geschlossenheit von "Welcome To Dickson" – völlig unvermittelt und zunächst leicht fehl am Platz erscheinend.

Führt man sich aber vor Augen, dass Cable von herkömmlichen Songstrukturen eh nicht allzu viel halten, sondern die Parts ihrer Kompositionen eher dem textlichen Verlauf zu folgen scheinen, so kann man diese Unstimmigkeiten auch als ungewohntes, kompositorisches Detail verstehen. In diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben ist der Track "Palm Sunday", der geschickt zwischen Shouting und punkigem Gesang wechselt und instrumental ständig zwischen Riffing und Schrammeln pendelt. Der Effekt dieser der Atmosphäre sehr dienlichen Form des Songwritings ist die Tatsache, dass jedes Riff und jede Wendung ihren Platz haben; aufgesetzt, überflüssig oder langwierig wirken die Songs nie.

Fazit: Das Konzept eines brutalen Roadmovies in akustischer Form geht mit "The Failed Convict" sehr gut auf. Druckvoll, groovig und ungeheuer atmosphärisch erzählen Cable ihre Geschichte, deren textlicher Bestandteil zum Verständnis der Musik unerlässlich ist und daher im Booklet sinnvollerweise abgedruckt ist – Mitlesen dringend empfohlen. Für Sludge-Liebhaber, Konzeptalben-Fans und solche, die es werden wollen, ist "The Failed Convict" eine definitiv lohnenswerte Anschaffung.

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