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Cabin Boy Jumped Ship: The Heartless

Die Vocals retten so einiges, aber längst nicht alles
Wertung: 5/10
Genre: Metalcore, Trancecore
Spielzeit: 50:27
Release: 26.07.2019
Label: Bleeding Nose Records

Wenn eine Band nach ihrer Gründung schlappe sechs Jahre benötigt, um ein Debütalbum auszutüfteln, kann man schon mal was Spezielles erwarten. Bei den Briten von Cabin Boy Jumped Ship generiert nicht nur der Name Aufmerksamkeit, sondern auch die selbstgewählte Genrebezeichnung „Electronicore“ verheißt nicht unbedingt nur Gutes, kommen dem geneigten Hörer doch recht schnell Keyboardgeschwurbel und Autotune-Gefiepe in den Sinn.

Und tatsächlich, beides ist auf „The Heartless“ reichlich vorhanden, neben bratenden Gitarren, teils eher halbgaren Raps und dem üblichen Core-Wechsel aus Shouting und Clean Vocals. Obwohl, hier muss man schon mal schlichtend eingreifen: Sowohl die Screams als auch große Teile des Klargesangs können ordentlich punkten, wenn, ja wenn dieses Electro-Gebumse im Hintergrund sich nicht wie ein roter Faden über die ganze Platte ziehen würde und, seien wir ehrlich, dem Hörer zum Teil doch gehörig die Stimmung verhageln würde. So fällt es auch insgesamt eher schwer, komplette Songs als Anspieltipps anzuführen; stellenweise wirklich stark, kann die Truppe aus Leicestershire doch immer nur für kurze Zeit wirklich überzeugen.

„Save Our Souls“ ist so ein Song, bei dem die Truppe, unterstützt von The Unguideds Richard Sjunnesson, eine richtig starken Klargesangspart hinlegt, der sogar Gänsehaut produzieren kann und im Kontrast zu einem ziemlich deftigen Breakdown-Gewitter zu Beginn des Songs steht. Der Track kann vermutlich in erster Linie deswegen überzeugen, weil hier deutlich weniger mit Keyboards und Samples gearbeitet wird als beim Rest der Scheibe. Deutlich – ja, man kann es ruhig sagen: asozial geht es dann beim recht brachialen „ Rip“ zu, aber mit einem Feature des Attila-Fronters Fronz war das auch nicht anders zu erwarten, ist der Mann doch für ausfällige bis degenerierte Aktionen und Aussagen mittlerweile durchaus bekannter als für seine Musik.

Das schmalzige „Fly Away“ hätten die Herrschaften sich dann genauso sparen können wie die unsäglichen Samples und das furchtbare Gehopse im folgenden „Hold My Hand“ - einen Gefallen getan haben sich CBJS mit diesen beiden Songs sicherlich nicht. Und dabei zeigen die Jungs ja im Opener „The Innocent“ doch durchaus mit Durchhaltevermögen, wie es trotz Samples gut klingen kann; gerade die Shouts und unheimlich fiesen Screams können da wieder so einiges gut machen – überhaupt retten die Vocals „The Heartless“ über so manche Länge.

Stücke wie „The Flood“ haben zwar die typischen Trance-/Metalcore-Passagen wie den klar gesungenen Refrain, der Song groovt aber in den Strophen und vor allem in den Bridge-Parts überraschend heftig, auch wenn zwischendurch beim leicht verzerrtem Gesang wieder das Augenrollen beim Hörer beginnt.

So zieht es sich wie Kaugummi durch die knapp 50 Minuten Laufzeit: Richtig gute, heftige Vocals und kurze Groovepassagen werden abgelöst von belanglosem Keyboard-Geplänkel und leider nicht zum Vorteil verzerrten Klargesängen, inklusive der obligatorischen Kitschballade „Fly Away“, die so wirklich nicht auf „The Heartless“ hätte erscheinen müssen. Schade, aber dieses Debütalbum wird zumindest bei mir keinen Ehrenplatz im Regal erhalten und muss auch von Metalcore-Fans nicht unbedingt ausgecheckt werden.

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