Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Byfrost: Of Death

Leider immer noch sehr wenig eigenständig
Wertung: 6/10
Genre: Black Metal, Heavy Metal
Spielzeit: 37:34
Release: 24.06.2011
Label: AFM Records

Selbst wenn man nicht wüsste, dass Byfrost auf den Spuren von Immortal wandeln und dass sie genau wie Abbath und Co. Black- und Heavy-Metal-Elemente vermischen, könnte es passieren, dass man, sobald die ersten Noten des Openers „May The Dead Rise“ erklingen, kurz erschrocken zusammenzuckt; Mann, geht es hier von der ersten Sekunde zur Sache! Es wird gleich kräftig drauflos geknüppelt, der Zuhörer soll offenkundig sofort zum Headbangen animiert werden.

„Of Death“ ist die zweite Platte des norwegischen Trios nach dem im letzten Jahr auf die Menschheit losgelassenen Debüt „Black Earth“ und wenn man ganz ehrlich ist, hat sich seitdem nicht allzu viel verändert: Die Mucke ist immer noch weit davon entfernt, originell und eigenständig zu sein und es zeigt sich weiterhin deutlich, dass die Band noch weit mehr mit den Unsterblichen zu tun hat als die Tatsache, dass sie ebenfalls aus Bergen stammen und die gleiche Art der Besetzung aufweisen. Allein die Stimme von Frontmann HeavyHarms lässt immer wieder an Abbaths heiseres Gekrächze denken und auch der Gitarrensound macht klar, wer die größten Vorbilder von Byfrost sind. Die Songs allerdings sind nach wie vor zumeist deutlich kürzer als es bei den „Sons Of Northern Darkness“ häufig der Fall ist, wodurch ihnen nicht die typisch erhabene Immortal-Epik anhaftet; dafür sind sie eher mit einer gewissen Portion Rotz gewürzt und primitiver gehalten, was sich anhand von Stücken wie dem Titelsong, dem stumpf und kompromisslos herausgeknallten „Full Force Rage“ oder dem stampfenden „Shadow Of Fear“ herauskristallisiert.

Immerhin muss man der Band zugute halten, dass sie trotz allem wenigstens bemüht scheint, sich etwas mehr von den übergroßen Vorbildern zu emanzipieren. Die Truppe klingt nicht mehr ganz so offensichtlich nach Immortal; noch rotziger, roher, ja, geradezu punkiger als auf dem Erstling holzt man sich durch die Botanik, wobei man am Ende mit den Sechsminütern „Sorgh“ und „All Gods Are Gone“ dann doch noch zwei Kontrastnummern auf der Pfanne hat. Ersteres ist eher eine Art Zwischenstück, bestehend aus wenigen, durchgezogenen Gitarrenakkorden, die von Keyboards und hypnotischen Sprech-, sowie chorartigen Stimmen untermalt sind – das Ganze soll wohl atmosphärisch wirken, funktioniert allerdings nur bedingt und fällt eher in die Kategorie „belanglos“. Letzteres ist dann wiederum sehr deutlich an den Pandas orientiert, mit langsamem Endpart nach anfänglicher Raserei und nettem Gitarren-Harmony-Teil gegen Ende.

Auch wenn hier eine Formation agiert, die spielen kann, auch wenn der Sound wirklich amtlich drückt und auch wenn durchaus Parts existieren, die überzeugen können – das ist insgesamt noch immer zu wenig: Die meisten Riffs sind zu rumpelig und zu einfallslos und nutzen sich wie schon bei der ersten Platte zu schnell ab; es bleibt recht wenig dauerhaft hängen, sieht man mal von beispielsweise „Eye For An Eye“ oder „Buried Alive“ ab. Über die mangelnde Eigenständigkeit könnte man bei hundertprozentig stimmigem Songwriting ja noch hinwegsehen, aber leider ist das eben nicht der Fall.

comments powered by Disqus