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But We Try It: A Twisted Sanctuary

Etwas gewöhnungsbedürftige Ansätze, dafür ordentlich Schmackes
Wertung: 8/10
Genre: Deathcore, Metalcore, Thrashcore
Spielzeit: 46:28
Release: 18.10.2013
Label: Eigenproduktion

Manche Bands haben einfach ein Händchen für den Griff ins Klo: Das neue But We Try It-Album war schon so gut wie fertig und der Titel „A Twisted Sanctuary“ bereits in trockenen Tüchern, da stellt das Label das geschäftliche Treiben ein und die Herren stehen mit der Scheibe auf der Straße. So kommt das zweite Full-Length-Scheibchen der Wuppertaler nun eben im Do It Yourself-Verfahren heraus – wie in den guten alten Zeiten.

Die Vorgängerscheibe „Dead Lights“ schlug zu ihrer Zeit bei der Schreiberin dieser Zeilen überraschend heftig ein, dementsprechend groß sind die Erwartungen an die neue Scheibe. Auf den ersten Blick hat sich nur das Line-up geringfügig verändert: Mit dem neuen Drummer haben sich die Jungs um Sänger Jörn einen zweiten Tim ins Boot geholt, ansonsten bleibt bei dem Quintett aber alles beim Alten.

Nach dem ersten Durchhören kann die neue Scheibe mit weniger Ohrwürmern aufwarten als der Vorgänger, bei dem zum Beispiel der Titeltrack sowie „The Gift And The Curse“ lange in Player und Hirn hängen bleiben konnten. Der gemeine Hörer sollte sich diesmal also mehr Zeit nehmen, um die Scheibe in Ruhe auseinanderzuklabustern – schon beim dritten oder vierten Durchgang horcht man dann auf: ein rasantes Gitarrensolo hier, ein paar brutal kraftvolle Screams dort – „A Twisted Sanctuary“ hat also doch genug zu bieten!

Ein Paradebeispiel für den ergreifenden Sound der Jungs wäre hier „Promises“, das recht unaufdringlich mit Klaviersounds und Electrosamples beginnt, die sich dann im Mainriff wiederfinden. Ganz großartige Gitarren legen den Grundstock für ein tolles Lied, das stellvertretend für den bandtypischen Sound stehen kann.

Etwas verwirrend wirken die Keyboardsamples dann bei „Pretender To Your Throne“, das mit recht klassischen Metalgitarren daherkommt, ansonsten aber ein bisschen symphonisch-skandinavisch den Refrain beschließt. Gewöhnungsbedürftig ist das allemal – da weiß die generelle Brachialität doch besser zu gefallen.

Richtig schön knallt dann auch „The Remedy“ durch die Boxen, wobei die Strophen auch hier wesentlich mehr überzeugen können als der Refrain – Sänger Jörn holt hier noch mal alles aus sich und seinen Lungen heraus, kreischt und keift sich die Seele aus dem Leib und brüllt dann doch etwas gruselig „I am the remedy!“ durch die Membranen – herrlich!

Flott geht die wilde Fahrt mit „Detachement“ weiter, bei dem kleine Tempowechsel die Dynamik oben halten und der Mann am Mikro sich wieder bis zur Besinnungslosigkeit verausgabt. Was aber immer wieder ein wenig bizarr aus der Ecke schießt, sind die Symphonic-Metal-Einschübe via Keyboard und Flirrgitarren, die nicht so recht ins Gesamtbild passen wollen. Andererseits muss man es der Truppe anrechnen, dass hier die Abwechslung nicht verloren geht und man sich im ewig gleichen Knüppelbrei zu verlieren droht.

Der Titel- und finale Track brezelt dann zum Glück nochmal sehr stattlich, wobei auch hier wieder auf einen „skandinavisch“ anmutenden Refrain gesetzt wird – diesmal aber weniger im Kitschbombast-Stil, sondern eher Richtung Soilwork tendierend; viel besser, gar keine Frage. Da hat sich am Ende also noch ein Anspieltipp versteckt.

Fazit: Schwierig ist die Bewertung insofern ein bisschen, da ich immer das fulminante „The Gift And The Curse“ vom letzten Album im Kopf habe. Daran sollte man sich aber nicht festbeißen – „A Twisted Sanctuary“ ist ein sehr gutes, frisches und brutales Album geworden, das nicht stupide drauflos brettert, sondern bei dem die Musiker sich sichtlich Mühe gegeben haben, den Spannungsbogen oben zu halten.

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