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Bushfire: When Darkness Comes

Die bisher abwechslungsreichste Platte der Truppe
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Rock, Blues, Stoner, Southern Rock
Spielzeit: 46:08
Release: 27.10.2018
Label: Eigenproduktion

Viel besser kann es ja beinah nicht werden: Nachdem die Darmstädter Bushfire mit ihrem zweiten Album „Heal Thy Self“ neun Punkte aus dem Ärmel schütteln konnten, muss nun natürlich der Vollständigkeit halber noch das aktuelle, letzten Herbst erschienene „When Darkness Comes“ beleuchtet werden. Wieder wurde der Bass ausgetauscht, diesmal tummelt sich ein Herr namens Vincenzo Russo am Tieftöner, außerdem sitzt mit Sascha Holz auch ein Neuer an den Fellen. Dem Sound dürfte es sicherlich keinerlei Einschränkungen bringen, das letzte Album ist immerhin erst vier Jahre her. Zwar genug Zeit, um sich prinzipiell neu zu erfinden, aber das wäre sicher nicht Bushfires Stil, die doch ziemlich gut fahren mit ihrer düster-staubigen Mischung aus Stoner, Heavy und Southern Rock.

Wirkliche Überraschungen erwartet man nun nicht gerade bei dem Fünfer, das ist aber auch gar nicht nötig, schließlich machen die Herren ihr Ding, und das noch dazu verdammt gut. Der Titeltrack und gleichzeitige Opener hat schon mehr Feuer im Refrain als manche Bands auf einem ganzen Album, und Bill Browns teils nervtötend indifferent klingender Klargesang trägt nur noch mehr dazu bei, dass man von der Musik mitgerissen wird. Umso schöner dann auch die ersten Ausraster seitens des Fronters, die man sich noch auf der ersten Scheibe sehnlichst herbei gewünscht hatte. Hier schwelgt man schon zu Beginn richtiggehend in Aggressionen, ohne stumpf drauflos zu prügeln.

Ein richtig rasanter Rock‘n‘Roller steht dann mit „Die Trying“ auf der Speisekarte, recht ungewohnt für Bushfire-Verhältnisse, aber deswegen keineswegs schlechter zu bewerten, im Gegenteil: Ein bisschen mehr Tempo steht der Band eigentlich ganz gut. Einen todsicheren Platz auf dem Anspieltipptreppchen kann sich dann das schon live beeindruckende „Zombi“ sichern, bei dessen Gitarrenriff sicherlich kein Bein stillstehen kann. Browns manisch-rauer Gesang komplettiert das Bild praktisch perfekt, wer sich endgültig in Gänsehaut packen will, sollte sich noch das zugehörige animierte Video auf YouTube zu Gemüte führen.

Mit seinen martialischen Drums ist „Another Man Down“ dann schon beinah eine vertonte Kriegserklärung, langsam wird der Platz auf der Liste der herausragenden Songs etwas eng, könnte man doch fast jeden Song auf „When Darkness Comes“ als Anspieltipp markieren. Erst gegen Ende der Platte gibt es mit „Fallen From Grace“ einen winzigen Absacker unter den Durchschnitt, was aber auch sicherlich reine Geschmackssache sein dürfte. Nicht jeder steht eben auf minutenlange Gitarrenorgien.

Damit reiht sich das dritte Album der Darmstädter quasi nahtlos an seinen Vorgänger an, präsentiert sich mit vollem Sound und technisch einwandfrei agierenden Musikern, ganz zu schweigen von einem Sänger, der über all dem thront wie ein Mahnmal. Wer auch nur annähernd etwas mit Stoner Rock anfangen kann, der sollte – ach was, der darf Bushfire nicht ungehört an sich vorbeiziehen lassen.

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