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Bushfire: Heal Thy Self

Ein steiniger Wutbrocken
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Rock, Blues, Stoner, Southern Rock
Spielzeit: 50:34
Release: 06.12.2013
Label: Eigenproduktion

Wir erinnern uns: 2004 gegründet, haben die Darmstädter Bushfire es nach diversen Demos erst 2010 geschafft, ihr Debüt „Black Ash Sunday“ zu veröffentlichen. Wir drehen die Uhr kurz um drei Jahre nach vorne, da steht mit „Heal Thy Self“ schon das nächste Album ins Haus, ebenfalls wieder im DIY-Modus aufgenommen und veröffentlicht; ein Label braucht die Truppe nun wirklich nicht, um die teils trockene, teils psychotisch wirkende Mischung aus Stoner, Southern Rock, Blues und Heavy Rock unters musikdurstige Volk zu bringen. Kleine Wechsel im Line-Up – mit Nick Kurz, der den ausgestiegenen Thomas Glaser am Tieftöner ersetzt – fallen da nicht so sehr ins Gewicht, dafür fällt die Platte zumindest im ersten Durchlauf einen Tick wütender aus als noch das Debüt.

Hatte man auf „Black Ash Sunday“ noch ein paar Ausflipp-Momente vermisst, so wird man hier gleich im Opener „Failure“ vollends bedient: Nach kurzem Einstandgerumpel geht Sänger Bill auf den Hörer los wie ein tollwütiger Pitbull, verbeißt sich im Trommelfell und lässt erst mal nicht mehr los. Mit sehr geringen Verschnaufpausen brettert der Song durch die Lautsprecher, bevor „The Day Will Come“ wieder fast doomige Auswüchse annimmt; dabei agiert Brown deutlich mehr im Vordergrund als noch auf der letzten Scheibe, wo sowohl ruhigere als auch lautere Momente durchaus mal in den Hintergrund gemischt wurden.

Überhaupt scheint da jemand reichlich am Regler gedreht zu haben, denn die Produktion ist im Vergleich zum Vorgängeralbum durchweg satter, kraftvoller und drückt deutlich mehr Staub aus den Boxen. Musikalisch zeigen Bushfire einmal mehr wo der Hammer hängt, scheinen aber ungleich mehr Aggressionen parat zu haben und wagen häufiger den Tritt aufs Gaspedal. „Elephant“ ist dann ein wahrer Überraschungstrack mit einem erstaunlich melodischen, beinah melancholischen Intro, das nur durch seine Gitarre Gänsehaut fördert und dessen Übergang zum Zähne knirschenden Riffing schon allein mehrere Pluspunkte einfahren sollte.

Fast schon tanzbar dann das groovige „Tuff Luv“, bevor sich „Brother“ dann soundtechnisch wieder ein bisschen mehr am Vorgängeralbum zu orientieren scheint und sich eher in die bluesige Ecke einordnen lässt; es mag zwar den Anschein haben, als wären Bushfire wieder Richtung Bremspedal unterwegs, dafür bieten die leicht hallenden, verzerrten Vocals von Fronter Bill aber deutlich zu viel Zündstoff, zumal direkt das nachfolgende „Hungry“ wie eine Explosion über den Hörer kommt und nochmals reichlich Pluspunkte einfahren kann.

War „Black Ash Sunday“ schon eine wirklich gute Erstlingsplatte, so können Bushfire bei „Heal Thy Self“ noch mal ein paar Schippen nachlegen – besserer und dichterer Sound, ohne schwammig zu werden; extrovertiertere Vocals; eine ganze Handvoll an Gänsehautmomenten. Das alles katapultiert „Heal Thy Self“ sicherlich in die Liga der besten deutschen Stoner-/Southern-Rock-Scheiben und kratzt mit neun Punkten schon mal heimlich an der Poleposition.

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