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Bury Tomorrow: The Union Of Crowns

Eine Wahnsinnsscheibe!
Wertung: 9.5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 54:43
Release: 13.07.2012
Label: Nuclear Blast

Wir schreiben das Jahr 2010. Es ist der 17. Januar und es ist schweinekalt. Man befindet sich im winzigen Stuttgarter UNIversum, um blessthefall live zu sehen. Doch mehr noch als die Headliner vermag eine der beiden Vorbands zu überzeugen, nämlich die Briten Bury Tomorrow, die nicht nur mit geilen Songs, sondern auch mit sympathischem Auftreten noch eine Weile im Gedächtnis bleiben. Man schaut sich die Jungs noch ein zweites Mal live an, kauft sich das Debütalbum „Portraits“, feiert wochen-, ach was, monatelang zu genialen Stücken wie „Her Bones In The Sand“ oder „You & I“ ab und dann verläuft sich die Band irgendwie in den Weiten des CD-Players.

Zeitsprung zum heutigen Tag. Schon seit Wochen geistern die Songs „Lionheart“ und „Royal Blood“ im Internet herum, man ist gespannt wie ein Flitzebogen und endlich liegt die neue Bury-Tomorrow-Scheibe „The Union Of Crowns“ auf dem Tisch. Sabber. Obwohl, bei der Recherche macht sich direkt die erste Skepsis breit: Seit April sind die UK-Coreler bei Nuclear Blast, das, so viele gute Bands es auch beheimaten mag, doch des Öfteren schon eigentlich harte Bands mit plötzlich polierten und überproduzierten Platten herausbrachte.

Die beiden Brüder Danni (Screams) und Davyd Winter-Bates (Bass) sowie die Kollegen Mehdi Vismara (Gitarre), Adam Jackson (Drums) und Jason Cameron (Gitarre und Clean Vocals) haben sich von Anfang an dem recht klassischen Metalcore verschrieben, allerdings haben sie da nicht nur mit Danni einen versierten Screamer, sondern mit Jason auch noch einen wahnsinnig begabten Sänger auf der Habenseite stehen – völlig abgesehen natürlich vom Rest der Band, der ebenfalls auf hohem Niveau agiert. So findet sich beim ersten Durchlauf der neuen Scheibe nicht ein einziger Durchhänger – im Gegenteil scheinen Bury Tomorrow noch stärker und wütender zu sein als bei ihrem Debüt.

Schon der Opener „Redeemer“ überrascht damit, dass man das Gefühl hat, es hätte sich tatsächlich in den drei Jahren seit dem Erstlingsrelease nichts, aber auch gar nichts verändert. Bei „The Maiden“ fühlt man sich spätestens an die Konzerte erinnert, wo Danni auch schon mal brüllend in die Menge gehechtet ist. Die melodiösen Gitarrenparts bieten zu dem Wahnsinnsgebrüll des Fronters einen wunderbar schwebenden Kontrapunkt.

Die beiden bereits veröffentlichten Songs „Lionheart“ und „Royal Blood“ sind dann recht typische Bury-Tomorrow-Tracks, wobei letzteres für Bandverhältnisse fast schon ein bisschen zu hart ausfällt, aber gerade wegen der unbändigen Wut, durchbrochen vom klaren Gesang, setzt sich der Song schnell in Kopf und Herz fest. Es mag kitschig klingen, aber hört man sich die Stücke der Band an, muss man immer ein bisschen wehmütig schmunzeln, was vor allem an Jasons Stimme liegen dürfte.

„Knight Life“ passt dann ins selbe Muster, ohne allzu gleichförmig zu klingen. Bury Tomorrow schaffen den Spagat zwischen Selbst-Imitation und Wiedererkennungswert und klingen dabei auch noch, als würden sie solche Stücke einfach aus dem Ärmel schütteln. Vor allem der Refrain wird hier zum absoluten Ohrwurm und nach zwei- oder dreimaligem Hören kann man zumindest die paar Zeilen fast fehlerfrei mitsingen. Da kommen auch die charakteristischen Springpassagen in den Strophen wieder sehr gut raus, zu denen Sänger Danni live immer einen Marathon läuft – zwar meist auf der Stelle, aber nichtsdestoweniger verprasst der Kleine wahrscheinlich zigtausend Kalorien bei einem einzigen Konzert.

„Kingdom“ passt dann gar nicht so sehr in das Metalcore-Schema, sondern beinhaltet recht klassische Gitarrenriffs und auch die Growls geraten ein bisschen in die Old-School-Schiene, was dem Song aber richtig gut steht. Man könnte gar an Death-Metal-Recken wie Devildriver denken, zumindest was die Dynamik angeht, denn stimmlich sind Danni und Dez Fafara doch ein paar Tonlagen voneinander entfernt.

Mit „Vacant Throne“ gehen BT nochmals ein kleines Experiment ein, indem sie den Song richtig schleppend beginnen und darauf ein kreischendes Gitarrenriff folgen lassen, das sich wunderbar mit den Screams des Fronter verträgt. Plötzlich ist man am Ende der Scheibe angekommen und weiß eigentlich gar nicht so recht, wo oben und unten ist. „The Union Of Crowns“ ist so sehr Bury Tomorrow, dass man sich nur wundern kann und vermeidet gleichzeitig das bloße Abkupfern bei vergangenen Taten. Stattdessen ist das Album die logische und ein gutes Stück druckvollere und aggressivere Weiterentwicklung des „Portraits“-Debüts – Wahnsinn, wo die Jungs ihre Energie hernehmen. Einen minimalen Punkteabzug gibt es für die Winzigkeit an fehlenden Experimenten, die man sich noch im Sound der Truppe wünschen könnte – ansonsten dürften sich Fans der Band vor Freude ins Knie beißen.

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