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Bury Tomorrow: Portraits

Eines der besten Metalcore-Alben der letzten Jahre
Wertung: 9.5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 44:08
Release: 12.10.2009
Label: Artery Recordings

Bands, die mit ihren allerersten Alben einen bleibenden Eindruck hinterlassen, gibt es leider immer seltener. Lasche Produktionen, übermotivierte Musiker, die nichts auf die Reihe bekommen oder schlicht und ergreifend eine schlechte Stilmischung vermiesen dem gespannten Hörer immer öfter die Stimmung.

Nicht so bei den Briten Bury Tomorrow. Deren Debüt-Album „Portraits“ schlägt nicht nur beim ersten Hören ein wie eine Bombe, dieser Eindruck bleibt auch nach dem zehnten, fünfzigsten und hundertsten Durchlauf noch bestehen, verfestigt sich sogar noch, weil man all die kleinen Feinheiten bemerkt, die einem vorher nicht aufgefallen sind. Begeisterte Fans sprechen für sich und inzwischen sind die Fünf gern gesehene Gäste auf Touren mit blessthefall oder Alesana. Nicht ein Aussetzer findet sich auf der Langrille, dabei spielen die Briten einfach „nur“ Metalcore – größtenteils ohne Schnörkel, aber mit viel Herz, was man ihnen auch live anmerkt. Nicht zuletzt durch die Kombination von Dannis überaus kraftvollen Growls, den genialen Riffs des Leadgitarristen Mehdi und der klaren Stimme des zweiten Gitarristen Jason klingt die Platte überdurchschnittlich gut – mit Dannis Bruder Davyd am Bass und Drummer Adam haben Bury Tomorrow zwei ebenso talentierte wie lustige Musiker an Board – so kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Als Opener kann man „Confessions“ schon gar nicht bezeichnen, Abrissbirne träfe es vermutlich eher – wie aus einem so kleinen Kerl wie Danni solche Töne herauskommen können, ist mir schleierhaft, aber es klingt absolut genial, dazu das wummernde Riffing; perfekter kann ein Einstieg kaum klingen. Als dann auch noch der klar gesungene Refrain überzeugen kann, bin ich mir sicher: Besser kann es kaum werden.

Wen es jetzt schon nicht mehr auf dem Stuhl halten kann, den wird „Evolution Of Self“ mit dem Gang Shouts-Intro ebenso begeistern, wie das vielerorts bei Liveshows ersehnte und bekreischte „You & I“ – Jason gibt den Anheizer, bevor Danni in den Breakdown hechtet und losbrüllt. Wie ein Tornado steigert sich das Stück mit schnellen Riffs, bevor der Refrain den Hörer erlöst, die Beine lockert und zum Mitsingen einlädt. Brutal, was die Jungs da mit ihren Fans veranstalten – ein derart intelligentes Songwriting ist mir schon ewig nicht mehr untergekommen.

Bizarr an der Sache ist ja, dass man das Zusammenspiel von Growls und klarem Gesang schon hunderttausendmal gehört hat – bei Bury Tomorrow klingt es jedoch frisch, neu und irgendwie roh, so als hätten sie gerade das musikalische Rad erfunden. „Factory Of Embers“ beispielsweise ist eigentlich wirklich typisch – kräftig wird hier gebrüllt, die Gitarren steigern sich im Refrain zu einer Hintergrundmelodie, ansonsten wird auf die Instrumente eingeprügelt, dass es eine wahre Freude ist, nur kurz wird klarer Gesang eingestreut. Trotzdem hat das Stück eine unsagbare Kraft, erst recht, wenn man die Jungs mal live gesehen hat.

Unbestreibare Highlights der zweiten Album-Hälfte sind das grandiose „Anything With Teeth“ mit seinem „Blood on the walls“-Refrain, der live wie auch auf Platte die Hölle entfacht und eine treibende Dynamik aufweist, bei der Danni wohl die beste Sangesleistung der ganzen CD erreicht, und „These Woods Aren’t Safe For Us“, das für Bury Tomorrow-Verhältniss durchaus langsam anläuft und mit Gänsehaut-verursachendem klarem Gesang versehen ist. Ein absolut grandioses Stück, in dem Jason ausnahmsweise etwas mehr zum Zuge kommt als der Brüllwürfel am Mikro.

Fazit: Bury Tomorrow haben mit ihrem Album 2009 schon alles plattgemacht und auch fast ein Jahr nach dem Release hat sich die Platte noch nicht eine Sekunde als langweilig entpuppt. „Portraits“ ist für mich eines der stärksten Metalcore-Alben der letzten fünf Jahre, aus dem einfachen Grund, weil es nach unzähligen Durchgängen seine Kraft und unbändige Energie noch immer nicht verloren hat.

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