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Bury Tomorrow: Earthbound

Kompositorisch auf einem neuen Level
Wertung: 9,5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 36:37
Release: 29.01.2016
Label: Nuclear Blast Records

Mit „Runes“ haben Bury Tomorrow nur zwei Jahre zuvor ihr absolutes Meisterwerk abgeliefert. Das The-Pit.de Fazit dazu lautete wie folgt: „Man hätte es nach zwei wirklich sehr guten Platten nicht für möglich gehalten, hatte schon befürchtet, die Band hätte sich komplett verheizt, aber Bury Tomorrow haben mit 'Runes' das absolute Bandalbum geschaffen. Und sollte die nächste Platte noch geiler werden, muss eben ein neues Punktesystem erfunden werden.“

Bei solch überschwänglichem Lob stellt sich natürlich die Frage, können die Briten dem noch einmal einen draufsetzen? Die Antwort lautet: ja – und zwar problemlos. Dabei wäre es falsch, das britische Quintett auf seiner neuen Platte als wesentlich stärker einzustufen als auf den vorherigen. Dafür sind Vorläufer der Marke „Runes“ einfach zu stark. Bury Tomorrow sind aber deutlich in ihrem Songwriting gereift und liefern mit „Earthbound“ ein vielfältiges und doch in sich geschlossenes Album ab, das verschiedenste musikalische Einflüsse gekonnt miteinander verschmelzen lässt, ohne jemals gezwungen konstruiert zu klingen.

Eines der zahllosen Beispiele dafür ist der Song „Cemetery“. Nach einem brutalen, ziemlich Death-Metal-lastigen Einstieg, schrauben die Briten auf diesem Track mittels Tempo- und Dynamikwechseln konstant die Intensität hoch und runter und haben vom melodisch-atmosphärischen Mitsingrefrain bis zum harten, instinktiv zum Aufspringen animierenden Breakdown alles im petto.

„Cemetery“, wenn auch eines der absoluten Highlights, ist aber bei weitem nicht der einzige Song, bei dem die Metaller ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Generell finden sich auf „Earthbound“ viele Variationen, die von melodisch-epischen Momenten über vergleichsweise sanfte Instrumentalpassagen bis hin zu den bereits angedeuteten Hardcore- oder Death-Metal-Einflüssen reichen. Dabei hat das Quintett nicht mal ansatzweise Probleme, diese verschiedenen Klangelemente gekonnt in den Gesamtsound zu integrieren, so dass alle der zehn Songs, der oftmals konträren Einflüsse zum Trotz, als runde Kompositionen auch gut für sich alleine stehen können.

In diesem Kontext macht dann auch Fronter Daniels Ankündigung, auf dem Album seien zehn Singles Sinn. Mit Songs wie „301“, dem Titeltrack, „Memories“ dem Albumopener „The Eternal“ oder eben „Cemetery“ im Hinterkopf muss man dem nämlich absolut zustimmen. „Earthbound“ wirkt zwar als Ganzes besonders gut, das starke und abwechslungsreiche Songwriting resultiert allerdings in Songs, die gleichermaßen für sich alleine stehen können und einen auch ohne den größeren Zusammenhang vom Hocker hauen.

Insgesamt gibt es für „Earthbound“ eine gute 9,5. Zum einen, weil bei manchen Songs, „Restless & Cold“ beispielsweise, die melodischen Refrains nicht immer perfekt zünden wollen, zum anderen aber auch einfach, um das Sprengen der traditionellen Punkteskala zu vermeiden und dem Quintett dieses Mal wenigstens ein bisschen Raum für die Verbesserungen zu lassen, mit denen sie allem Anschein nach bei jedem neuen Album um die Ecke kommen. Dem einzigen kleinen Kritikpunkt zum Trotz, steht am Ende für die neue Bury Tomorrow Scheibe eine ganz klare Kaufempfehlung – die Briten sind eine der Bands, die eigentlich zu gut sind, um von Genreliebhabern oder -sympathisanten übersehen zu werden, und die Selbstverständlichkeit mit das Quintett verschiedene Einflüsse zu stimmigen Songs verbindet, macht „Earthbound“ zu einem der frühen Highlights des neuen Jahres.

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