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Bury The Archive: A Knife In The Back Never Felt So Good

Makellos und fesselnd
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 31:15
Release: 01.05.2010
Label: Eigenproduktion

Manchmal wünscht man sich angesichts der zahlreichen unglaublich talentierten Underground-Bands sein eigenes Label zu haben. Eine der Bands, die es auf jeden Fall verdient hätte, ihre EP über ein Label zu veröffentlichen, heißt Bury The Archive und stammt aus England. Diese Formation hat den Metalcore zwar nicht neu erfunden, vereint aber die besten Elemente in einem einzigartigen Sound, der die Band unverwechselbar macht.

Die Fünf aus Bristol offenbaren mit den sieben Songs ihrer Debüt-EP „A Knife In The Back Never Felt So Good“ ein enormes technisches Können, das jedoch nicht zu sehr in vertrackte Passagen ausartet, sondern immer auf ein energetisches Gesamtbild fokussiert bleibt. Neben harten Doublebass-Attacken und brutalen Moshparts bieten die Songs aber auch einzigartige Hooklines, die nicht mit schmalzig-kitschigen Pop-Melodien daherkommen, aber dennoch ohne das geringste Problem beim Hörer hängen bleiben. Mit einer gesunden Mischung aus Melodie und Energie überzeugen sowohl die geschrienen Vocals, die etwas an Narziss erinnern, als auch die gesungenen Parts, bei denen der Frontmann hörbar alles gibt, was er hat und dabei auch noch die Töne perfekt zu treffen weiß.

Der Opener und Titeltrack beginnt mit einem eingespielten Zitat, gefühlvollen Streichern und Piano-Klängen, die von einem groovenden Basslauf und natürlich dem Schlagzeug begleitet werden, bevor, von zarten Gitarrenklängen untermalt, der klare Gesang einsetzt, der den Song auf eine neue Ebene geleitet: Das Tempo nimmt an Fahrt auf, die Gitarristen trauen sich den Verzerrer anzuschalten und schon ist die vielversprechende Einleitung vorbei, da bereits die treibenden Riffs des Tracks „New Ground“ aus den Boxen schallen und sowohl sture Metalcore-Anhänger als auch Fans von Modern Metal- und Melodic Death Metal-Kapellen gemeinsam in den Moshpit jagen werden. Nach einer kurzen Erholpause prescht man mit einer faszinierenden Hookline im Gepäck nochmals strammer voran und garniert den energetischen Sound mit einer herrlichen Melodie. Ähnlich verhält es sich mit dem sich immer weiter und weiter aufbauenden Track „My Favourite Judas“, der nicht nur durch feine Gitarren-Spielereien überzeugt, sondern auch gesangstechnisch abermals eine Meisterleistung darstellt, die nicht unerwähnt bleiben darf, bis die regelrecht dramaturgisch aufgebaute Spannung in derben Riffs ihren Höhepunkt findet.

Bei dem Song „Gone Forever“ hat man sich trotz der eigenen hervorragenden Qualitäten noch Aaron Beider von Evita als Unterstützung an Bord geholt, der als Zugabe zu den melodischen, aber immer harten Riffs seinen Teil am Mikrophon beisteuert. Spätestens bei den markerschütternden Breakdowns und den geschrienen Parts des herrlichen Songs „Promises“ merkt man, dass die Band nun einen Gang zugelegt hat; so beweisen sie nun, dass sie auch durch ein abwechslungsreiches Songwriting überzeugen können, sodass man unter anderem bei dem Song „Not Just A Phase“ ganz ohne klaren Gesang auskommt und trotzdem den Hörer in seinen Bann zieht. Zuletzt vereint die Band bei „Why We Fight“ nochmal alle ihre Stärken, die aggressiven aber stimmungsvollen Riffs mit einer starken Hookline, und bildet so den gelungenen Abschluss einer atemberaubenden Debüt-EP.

Wenn die Engländer auch bei der WM derart talentierte Männer hervorzaubern, müssen selbst wir uns noch ganz schön warm anziehen. Jeder, der auch nur entfernt Metalcore oder verwandte Genres mag, muss hier reinhören, an dieser Musik werden die Liebhaber aggressiver Parts ebenso Gefallen finden wie diejenigen, die sich gerne von kraftvollen Hooklines mitreißen lassen.

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