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Burial Vault: Incendium

Eine morbide Schönheit
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal / Melodic Death Metal
Spielzeit: 55:05
Release: 24.05.2013
Label: Apostasy Records

Sie holen zum zweiten Schlag aus. Burial Vault, die Death Metaller aus dem Norden Deutschlands, stellen nur ein Jahr nach dem Debütalbum das neue Werk vor: „Incendium“ heißt das Teil und darauf befinden sich dreizehn Songs mit einer Gesamtspielzeit von gut 55 Minuten.

Die Eckdaten sehen also schon mal nicht schlecht aus, und wenn der Silberling erst mal vom Player verschluckt wurde, dann gibt es auch gehörig eins auf die Ohren. Als erstes muss dem geneigten Hörer der glasklare, aber trotzdem voluminöse Sound auffallen. Die Scheibe klingt ein wenig wie „Blacken The Angel“ von Agathodaimon, nur viel sauberer. Nichts übersteuert, alle Instrumente sind deutlich hörbar (auch die Bassgitarre) und der Gesang liegt in der richtigen Lautstärke auf den Tonspuren. Das ist alles insofern sehr wichtig, weil Burial Vault eher technische Musik mit vielen Variationen und großen Arrangements machen und somit ein adäquater Sound unbedingt notwendig ist. Wenn man auf den Namen des Mannes hinter dem Pult guckt, dann wird auch schnell klar, dass der starke Klang kein Glücksgriff ist, sondern die Arbeit eines Profis. Jörg Uken hat im Soundlodge Studio für die Produktion Hand angelegt. Bekannt könnte der Tonmann dem ein oder anderen durch seine Arbeiten mit God Dethroned, Sinister oder auch Dew-Scented sein.

Die Musik auf „Incendium“ ist sehr vielschichtig, die Spannweite reicht von schleppenden, bleiernen Momenten bis hin zu furios rasenden Stücken – Blastbeats und wildes Geschrei inbegriffen. Ein Paradebeispiel für so ein High-Speed-Geknüppele mit vielen Tempowechseln ist der Titel „Fatal Accident“. Zu Beginn geht es Vollgas voran und nach einigen Takten verfällt man in einen Midtempo-Trott, der nochmals gedrosselt wird und schnurstracks in die nächste Prügelattacke führt. Diese währt aber ebenfalls nicht lange und der Song wird bis zu einem reinen Akustikpart auf der Gitarre voll ausgebremst. So geht das in unregelmäßigen Abständen weiter.

Das krasse Gegenteil ist das Stück „Struggling Doubt“, welches nur aus einem Sprechgesang und akustischen Gitarren besteht. Später, bei „Awareness“, scheint sogar noch ein wenig Wintersun durch, zumindest am Anfang und in der Songstruktur.

Ein paar Worte seien noch zu Sänger Raimund Ennenga gesagt: Der Mann am Mikro erweist sich nämlich als sehr vielschichtig. Neben keifendem Schreigesang scheinen ihm auch tiefe Growls keinerlei Anstrengung abzuverlangen und auch die gesprochenen und geflüsterten Momente kommen überzeugend genug für eine Gänsehaut rüber.

„Incendium“ ist weit von Easy Listening entfernt. Als Hörer muss man sich schon die Mühe machen und sich mit den Liedern (und auch den Texten) auseinandersetzen. Nur wer die Platte öfter aufmerksam hört, wird all die kleinen Raffinessen und Spielereien erkennen können.

Warum also bekommt die Platte keine Top-Wertung obwohl sie im Text so gelobt wird? Ganz einfach: Die gleichwertige Konkurrenz ist unglaublich hoch. Dort draußen gibt es wirklich viele Bands in diesem Genre, die eben auch so viel Talent zeigen und genauso eifrig sind wie Burial Vault. Das wertet die Musik keinerlei ab, aber dieser Umstand relativiert das Ergebnis.

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