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Burial Hordes: Devotion To Unholy Creed

Nicht perfekt, etwas altbacken, aber authentisch
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 36:31
Release: 22.05.2009
Label: Pulverised Records / Soulfood

Als Haupteinflüsse nennt dieses griechische Quartett Venom, Bathory und Possessed, was durchaus nachvollziehbar ist, wenn man sich Songs wie den treibenden Opener „Praise The Bloodcode Of Hatred“ oder „Abysmal Goatfeast“ anhört. Besonders vom Gesamtsound her wird man jedoch immer wieder an die alten Helden aus den Achtzigern erinnert.

Andererseits schimmern hin und wieder auch Motörhead-Einflüsse durch, wie anhand der groovigen ersten Hälfte des Titelsongs oder streckenweise bei „Infernal Necromancers“ deutlich wird, doch auch in schwarzmetallenen Regionen fühlt sich die Band durchaus wohl: Blastbeats tauchen immer wieder auf und man ist sehr bemüht, eine okkulte Atmosphäre aufzubauen, indem man an zwei Stellen kurze hörspielartige Sequenzen eingebaut hat. So ist am Ende des Titelsongs eine stöhnende Frau (soll vielleicht so eine Art Opferritual darstellen) und am Ende von „Gods Cutthroat“ ritueller, Mönchs-ähnlicher Gesang zu hören, was einem gerade bei letzterem allerdings ziemlich schnell auf die Nüsse geht.

Zweifelsohne jedoch ist die Band bemüht, viele verschiedene Einflüsse unter einen Hut zu bekommen, was ihr im Prinzip auch ganz gut gelingt. Es wird durchaus Wert auf Tempowechsel gelegt, wenngleich man bemüht ist, den Energielevel möglichst hoch zu halten und sich dementsprechend meist mit hoher Geschwindigkeit durch die Tracks holzt. Der Sound ist roh und dreckig, was die einen zu Freudensprüngen anregen wird, da man beinahe glauben könnte, man hätte es mit einer Band zu tun, die den glorreichen Achtzigern entsprungen ist und nicht einer, die erst ihr zweites Album herausgebracht hat; anderen klingt die Produktion möglicherweise etwas zu altbacken und zu dünn. Zu letzterer Gruppe muss ich mich auch eher zählen, aber Burial Hordes besitzen definitiv Authentizität und einen gewissen Charme.

Das songschreiberische Niveau ist okay, der Opener beispielsweise ist ein gut strukturiertes, dynamisches Stück mit einigen Tempowechseln, der Titelsong bietet ein eingängiges Main-Riff, „Gods Cutthroat“ wandelt sich vom Midtempo-Stampfer in eine Black Metal-Raserei und wieder zurück, „Splendid Destruction“ enthält ein paar wunderbar fies dissonante Akkorde, die beinahe ein wenig an Satyricon erinnern und beim finalen „Stench Of Immortal Doom“ sind in der Mitte passend zum Titel sogar einige Doom-Elemente auszumachen.

Abstriche müssen sicherlich beim Gesang gemacht werden, der zwar hasserfüllt und angepisst klingt, aber ein bisschen differenzierter, akzentuierter und vor allem deutlicher im Vordergrund herüberkommen dürfte. Dass sich der Frontmann Cthonos nennt, dürfte übrigens nicht von ungefähr kommen, denn die Parallelen zu Venoms Cronos sind unüberhörbar.

Ansonsten aber eine ordentliche Angelegenheit, natürlich weit entfernt von Perfektion, aber das wollen die Griechen ja auch gar nicht vermitteln. Das Rad erfinden sie nicht neu, warten jedoch mit einem abwechslungsreichen, guten Album auf, das jeder Underground-Freund anchecken sollte, der keinen Bock auf Hochglanzproduktionen hat, bei denen penibel darauf geachtet wird, dass alles sauber klingt und keine Spielfehler zu hören sind.

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