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Burden: The Fool

Solider Appetizer, wenn auch ohne große Überraschungen
Wertung: 5.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 15:05
Release: 30.11.2008
Label: Ván Records/Soulfood

Manchen Bands muss man einfach eine gewisse Ideologie zugute halten. Burden zum Beispiel stellen sich hartnäckig gegen Bands, die ihre Karriere damit vorantreiben, sich ihre Ideen und Songs bei ihren Kollegen zusammen zu klauen und damit die große Kohle zu scheffeln. Gleichzeitig werden diese Bands – nicht alle, aber doch einige – gehyped bis zum Umfallen, sowohl von der Presse als auch von den Fans. Von echter „handgemachter“ Musik kann man hier teilweise kaum noch sprechen; tatsächlich gibt es tausende Musiker, die kaum ihre Instrumente halten, geschweigedenn spielen können, und ihre musikalischen Ergüsse so lange bearbeiten, bis etwas halbwegs Hörbares herauskommt – und die meisten von ihnen haben auch noch Erfolg damit! Und wir stehen dann da, als die treue Metal-Fangemeinde, und bezahlen horrende Summen, um eine Band live zu sehen, bei der die Hälfte des Sounds aus der Dose kommt.

Dass bei Burden nichts geschönt ist, hört man beim ersten Durchlauf: roher, authentischer Rock'n'Roll, gepaart mit der kraftvollen Stimme des Kanadiers Thorsten und einer guten Portion Hard Rock – auch so darf Metal klingen, ganz ohne getriggertes Schlagzeug, verzerrte Vocals oder doppelt und dreifach übereinander gelegte Gitarrenspuren. Guitar Hero Saint D. und Drummer Dave riefen die Band einst ins Leben, rekrutierten Johnny Clash für den Bass und holten schließlich den kanadischen Sänger Thorsten mit ins Boot – fertig war die Gegenoffensive zu ProTools und Konsorten. Mitte 2010 soll das erste Full Length-Album in die Läden kommen, seit letztem Jahr gibt es zumindest das Drei-Track-Scheibchen „The Fool“ zum Reinhören.

„Bottled Betrayal“, der Opener, macht direkt klar, worum es hier geht: rockige Gitarren und ein Sänger, der ziemlich nach Hard Rock der alten Schule klingt, verhelfen zu einem authentischen Sound. Im Laufe des Stücks klingt Thorsten des Öfteren nach dem Gitarren-Gott und Sänger Zakk Wylde, dennoch – das gewisse Etwas kommt noch nicht so richtig durch.

Bei „Man Of No Account“ zeigt sich zumindest, dass hier mehr stimmliche Variabilität vorhanden ist, als zunächst angenommen – Thorsten kommt mehr aus sich heraus und der schleppende Song klingt nicht nur gesanglich, sondern auch vom Gitarrensound her schwer nach den Alice In Chains der Neunziger. Natürlich darf das obligatorische Gitarrensolo nicht fehlen, auch wenn Saint D. seine Sache sehr souverän durchzieht.

Schneller geht's bei „The Fool“ zur Sache, doch großartige Überraschungen erlebt der Hörer hier leider nicht mehr – Thorsten schöpft sein Stimmvolumen gänzlich aus und macht seine Sache ziemlich gut, die Saitenfraktion gibt wie schon vorher ihr Bestes und Schlagzeuger Dave drummt präzise wie ein Uhrwerk. Das instrumentale Zwischenstück baut ein wenig Spannung auf und jetzt weiß ich auch, woran der Gesang mich noch erinnert hat – an John Bush von Anthrax nämlich, wenn auch nur bei den aggressiveren Parts, die beim letzten Stück der CD doch reichlich vorhanden sind.

Abgesehen davon, dass drei Songs selbst für einen Vorgeschmack aufs kommende Album etwas mau sind, macht das Quartett seine Sache ganz gut. Der große Wurf ist sicherlich noch nicht dabei, eher wird solider, gitarrenlastiger Hard Rock geboten, dennoch darf und kann man gespannt sein aufs Album.

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