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Burden Of Life: In The Wake Of My Demise

Da hätte mehr drin sein können
Wertung: 5.5/10
Genre: Melodic Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 17:50
Release: 10.09.2010
Label: Eigenproduktion

Die Bayern Burden Of Life als Melodic Death Metal zu bezeichnen, fühlt sich irgendwie falsch an. Erst recht, wenn man sich die Einflüsse der Combo anschaut: Da stehen In Flames neben Klassikern wie Judas Priest und – Arch Enemy?! Ganz witzig, denn wäre deren Sängerin Angela Gossow ein Kerl, würde sie vermutlich ähnlich klingen wie BOL-Sänger Christian. Damit kommen wir auch wieder zur Genrebezeichung zurück – ein bisschen Thrash schwingt da nämlich durchaus mit bei den Regensburgern. Und wenn es nur an der Stimme liegt, denn völlig abgesehen von der bei bayerischen Sängern durchaus üblichen etwas heiseren Intonation klingt Christian zeitweise auch noch, als hätte er sich eine Mischung aus Scheuermilch und Chlor-Reiniger zu Gemüte geführt. Ob das eine gute Grundlage ist für eine Platte?

Dabei ist „In The Wake Of My Demise“ keineswegs der erste Output des Fünfers. Das selbstbetitelte Debüt kam bereits 2007 in die Regale und ein Jahr später folgte dann sogar schon „Ashes Of Existence“. Dabei klingt die neue EP, mit Verlaub, ein bisschen als hätten die Bayern nicht so besonders viel Übung im Studioalben einspielen. Zwar ist der Sound grandios, aber von den vier Songs bleibt auch nach mehreren Durchläufen kaum etwas hängen. Positiv fällt aber auf, dass Keyboarder Tobias sich nicht in den Vordergrund drängt, was ja bei Melodic-Death-Combos öfter mal zu befürchten ist. Auch die Gitarrenfraktion, zu der auch der Sänger gehört, macht ihre Sache wirklich gut – schon allein das Riffing beim Highlight „Behold A Burning Soul“ kann sich wirklich hören lassen. Und live zünden die Tracks bestimmt auch ordentlich – Headbanger-Potenzial ist reichlich vorhanden und für den einen oder anderen Mosh oder Circle Pit dürfte auch gesorgt sein. Nur – auf Platte verfällt man rasch in leichte Lethargie.

Das geht beim Opener „Your Ruin, My Relief“ los. Der Titel ist wenig charmant, dafür muss man bei der Intro-Gitarre gleich mal grinsen, denn hier grüßen mit winkendem Gitarrenhals die Achtziger Jahre. Okay, im Kontext dessen, dass der Sänger gerade mal 22 Lenze auf dem Buckel hat, kann man durchaus von einem beeindruckenden Organ sprechen, aber irgendwie zündet es nicht so richtig, obwohl sogar die Drums aus allen Rohren ballern. Viel helfen kann da nichtmal das eigentlich recht ambitionierte Gitarrensolo, das von einer In Flames-ähnlichen Gitarrenmelodie abgelöst wird. Na. Das geht doch besser?!

„Breathing The Soil“ fährt dann eher die klassische Schiene, aber der klare Gesang macht so ein bisschen den Eindruck, als hätte man in der Mottenkiste gewühlt. Auch sonst galoppiert der Track zwar ganz nett nach vorne, aber wer will schon einen „netten“ Song auf einer Metalplatte? „Behold A Burning Soul“ gibt dann endlich das Können der Jungs preis: Episch steigen die Herren ein, die Gitarre treibt einem wahre Tränen der Freude in die Augen (ja, das liest man bei der Verfasserin dieser Zeilen öfter, aber was will man bei so einem großartigen Riff denn sonst sagen?) und hier passt dann auch die Mischung aus Growls und heiserem Gesang wirklich gut zum Rest. Drummer Matthias verdrischt die Snare, als hätte sie seine Mutter beleidigt, und selbst das sehr ausufernde Gitarrensolo fügt sich brillant in den Song ein. So muss das klingen!

Nach so einem Hammertrack wirken die Keyboard-Einsprengsel beim abschließenden Titeltrack natürlich irgendwie, naja, sagen wir fehl am Platz. Rasant kommt er daher, und wer in dieser Geschwindigkeit versucht, die Haare zu schütteln, wird vermutlich abheben, aber immerhin scheinen die Jungs hier einigermaßen die Kurve gekriegt zu haben, denn auch der Gesang fügt sich hier wesentlich besser ein als noch bei den ersten beiden Tracks. Dennoch: An seinen Vorgängersong kommt „In The Wake Of My Demise“ nicht heran.

Fazit: Es fällt immer schwer, Bands, die sympathisch wirken und eigentlich auch gute Musik machen, einigermaßen schlecht zu bewerten. Wäre „Behold A Burning Soul“ der einzige Track gewesen, könnte man hier nur so mit der Höchstpunktzahl um sich werfen. Leider überzeugen die drei anderen Songs nur streckenweise beziehungsweise lassen das Gefühl aufkeimen, dass hier mehr drin gewesen wäre. Ein wirklich überragender Track auf einer 4-Track ist eben doch nur ein Viertel – daher schaffen es die Bayern gerade über die Fünf-Punkte-Marke.

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