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Burden Of Grief: Unchained

Eine sehr druckvolle Scheibe
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 47:33
Release: 18.07.2014
Label: Massacre Records

20 lange Jahre haben Burden Of Grief mittlerweile auf dem Buckel, erst 2011 nahm die Schreiberin dieser Zeilen sie erstmals beim Building A Force-Festival wahr, wo sie die Turnhalle zum Beben brachten und vollends überzeugen konnten – die Kollegin bewertete das 2007er Scheibchen „Death End Road“ gar mit neun Punkten, schon der Nachfolger „Follow The Flames“ bekam dann gerade mal sechs Zähler zugeteilt. Zu zäh präsentierten sich die Kassler augenscheinlich, vielleicht hat es deshalb ganze vier Jahre gebraucht, bis ein neues Album sich ankündigte. „Unchained“ steht jetzt seit Mitte Juli in den Regalen und widmet sich wieder der recht druckvollen Mischung aus Melodic Death und Thrash Metal, die auch vor schwedischen Einflüssen nicht Halt macht.

Bei der Produktion hatte wieder Mastermind Dan Swanö seine begnadeten Fingerchen im Spiel und man muss sagen, mittlerweile kann man richtig hören, wo der Mann mitgearbeitet hat. Der Schwede schafft einen wiedererkennbaren Sound, wie es nur einer Handvoll Produzenten gelingt – gut für Burden Of Grief, dass sich hier eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt hat. Regulär sind auf „Unchained“ neun Songs vertreten, uns liegt allerdings die zwei Bonus Tracks enthaltende Limited Digipack Version vor – mit „Neon Knights“ hat es hier ein Black Sabbath-Cover aus der Dio-Zeit der Band auf die Scheibe geschafft, das mir schon von Vornerein besser gefällt, weil ich mit der Stimme des kleinen Mannes (RIP) nicht viel anfangen kann (ja, Frevel, wer wirft den ersten Stein?). Der zweite Bonus Track im Bunde ist das knackige „Another Way To Die“, das mit leicht verzerrten, aber richtig geilen Vocals aufwarten kann und gerade im Refrain schön dynamisch zum Headbangen einlädt.

Überhaupt hat sich Sänger Mike Huhmann seit dem Liveauftritt 2011 sehr gut gemacht, legt noch mehr Dampf in die Vocals und schafft es dabei trotzdem, dass man einen Großteil der Texte versteht – eine wünschenswerte, aber nicht selbstverständliche Entwicklung. Gerade bei Songs wie „The Final Chapter“ wird man richtiggehend mitgerissen, vom düster-schleppenden Intro über den sogar ein bisschen Viking-mäßigen Rhythmus bis hin zum Refrain passt hier einfach alles – super Song, der auch live sicherlich genial knallt.

Ähnlich verhält es sich glücklicherweise mit dem Titeltrack, schließlich ist dieser – falls vorhanden – ja immer auch ein Aushängeschild für das komplette Album. Die Band feuert aus allen Rohren, Drummer Sebastian holt das letzte aus seinen Fellen heraus, agiert immer auf den Punkt und bildet so das Grundgerüst für die flirrenden Twin-Spielereien der Gitarrenfraktion. Als wäre das nicht geil genug, springt Mike nach jedem Refrain nach vorne wie ein tollwütiger Pitbull – sehr geil!

Songs wie „Fearless Heart“ oder auch „Sounds Of Desparation“ flirren so ein bisschen am Hörer vorbei, technisch gut gemacht ist die Platte aber auch in ihrer Gesamtheit. Ein bisschen krachiger hätten manche Tracks noch ausfallen können, wenn man sich zum Beispiel druckvolle Stücke wie „Black Evolution 666“ anhört, fragt man sich, warum die Herren das Niveau nicht auf der kompletten Spielzeit gehalten haben. Nichtsdestoweniger liegt mit „Unchained“ ein sehr knackiges Album vor, das auch auf weite Strecken hin Spaß macht – acht Punkte sind hier auf jeden Fall drin.

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