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Bunghole: Preparation For Damnation

Aus Stoner wird Neo-Thrash - und es funktioniert
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore, (Neo-)Thrash Metal
Spielzeit: 42:02
Release: 06.12.2021
Label: FTWCTP Records

Schick sieht sie aus, die Vinylversion von „Preparation For Damnation“, mit Brille für den richtigen „Durchblick“. Da öffnen wir doch mal Äuglein und Lauscher weit, auch wenn die Scheibe bereits Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde – herausgekrochen aus den Überresten der Stonercombo Slomind, halten sich Bunghole dann auch nicht mit vielen Begrüßungsfloskeln auf, sondern legen direkt mit einer Mischung aus Hardcore und (Neo-)Thrash los.

Herausgekommen sind zehn kräftig nach vorne preschende Tracks, auf denen die Düsseldorfer all ihren Frust und den Zorn herauszulassen scheinen, der sich möglicherweise in den letzten Jahren aufgestaut hatte und bei der Vorgängerband kein Ventil finden konnte. Und zornig scheint die Truppe zu sein: Vor allem Sänger Pat schreit sich die Lungenbläschen kaputt, dass man schon vom puren Zuhören heiser wird und gestaltet die ganze Sache für Thrash-Verhältnisse erstaunlich variabel. Findet man sich beim Opener und Titeltrack noch eher in klassischen Gefilden wieder, hinterlässt vor allem ein Übertrack wie „Braindead“ einen bleibenden Eindruck; wie eine Rudel Bluthunde jagt die Truppe dem Groove hinterher, Pat wechselt mit scheinbar schlafwandlerischer Sicherheit zwischen thrashigem Gekeife und Hardcoreshouts, während die Gitarre und das Schlagzeug sich einen hektischen Kampf im Hintergrund liefern. Vor allem beim Refrain dürften da weder Nacken- noch Beinmuskulatur viel Zeit zum Ausruhen finden.

Übrigens: Auch die erste Single „The Fire Is On“ wurde clever gewählt: Obwohl man hier doch von einem eher vorhersehbaren Neo-Thrash-Track sprechen kann, der mit Gitarren einsteigt, die man so oder ähnlich sicherlich schon öfter gehört hat, können vor allem die fiesen Vocals Punkte machen. Vom Groove brauchen wir hier gar nicht zu reden, den scheinen die Düsseldorfer ja quasi ab Werk installiert zu haben.

Auch mit Startschwierigkeiten wie im Old School Hardcore-lastigen „I Will Attack“ muss die Truppe sich eigentlich nicht herumärgern: Flott geht‘s dann auch direkt weiter, Pausen scheinen die Herrschaften nicht zu kennen, höchstens für den Groove wird die Bremse mal schüchtern angetippt. Wer hier nicht dem 2-Step huldigt, hat von Hardcore nichts verstanden.

Seine Wurzeln kann man nur schwer verleugnen: „Heavy Glowing Wire“ räumt mit einer ordentlichen Portion Stoner/Sludge die Tanzfläche auf und kann sich groovenderweise direkt auf die Liste der Anspieltipps katapultieren. Schön auch, wie die Truppe Tempowechsel einbaut, ohne sich in Gefrickel zu verlieren.

Schade, dass Corona einschlagen konnte bevor die Truppe auf ihre erste Tour gehen durfte – live dürften die tief groovenden, rotzig-aggressiven Stücke noch mal mehr Eindruck machen als auf Platte. Aber auch so sind Bunghole ein Garant zum Wachwerden: Vor allem Sänger Pat kann sich im Punkteschauer rekeln, aber auch die Instrumentalfraktion gibt sich keine Blöße. Wenn die Herrschaften mit so viel Begeisterung weitermachen, kann man sich schon auf die nächste Scheibe freuen.

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