Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Bullet: Storm Of Blades

Zurück in die Erfolgspur
Wertung: 8/10
Genre: Hard Rock/Heavy Metal
Spielzeit: 38:17
Release: 05.09.2014
Label: Nuclear Blast

Ein bisschen musste einem schon Angst und Bange um das schwedische Powerpaket Bullet werden, denn nicht nur bei einigen Shows zumindest hier im Ruhrgebiet konnte man den Eindruck gewinnen, dass andere Bands eines Tourpackages ihnen den Rang ablaufen würden. Dazu gehört dann auch, dass das letzte Album „Full Pull“ ganz sicher nicht der Überflieger war und so manche Idee als nicht hundert Prozent zündend am „nicht vollends ausgereift“-Kragen haftete. Sei es drum, nach dem Album ist vor dem Album (und fünf Euro dafür ins Redaktionsphrasenschwein; Anm. d. Red.), schließlich haben die Smålander in der Vergangenheit mehr als deutlich gezeigt, dass sie mit ordentlich Biss und nicht nur durch einen tiefen Einblick in die Hopfenindustrie die Fans für sich gewinnen können.

Da ist es also, das fünfte Studioalbum, wofür sie sich dann auch zwei Jahre Zeit gelassen haben, Zeit, die ohrenscheinlich auch dringend notwendig war um sich endlich wieder in eine Menge Down-Under-inspirierter Mucke zu versteigen, die einfach dieses packende Bullet-Moment aufweisen, dass ein Song mehr ist als nur ein gelungenes Riff, sondern dass alle in Gemeinsamkeit harmonierend etwas Besonderes kreieren. Und ja, genau diesen Schlüssel zum Erfolg halten die Schweden endlich wieder in den Händen, mag sein, dass Neuzugang Gitarrist Alexander Lyrbo den innerbandlichen Arschtritt, ob gewollt oder nicht, verpasst hat. Selbst die Unterbrechung der Aufnahmen, als man dann dieses Jahr noch mit Primal Fear durch die Clubs zog, haben dem guten Gesamteindruck keinen Schaden angerichtet – vielleicht ist ja so nach einiger Zeit aber auch der Blick von außen leichter gefallen, sodass man sich dann wieder auf die guten Seiten fokussieren konnte. Und zart keimt der Gedanke auf: Die Fünf besinnen sich auf ihre Wurzeln, riffen höllisch und Hell Hofer screamt mit dem belzebübischen Höllenfürst um die Seelenwette.

Bullet legen ein schön abwechslungsreiches Album vor, welches mit den Elementen des Metal und Hard Rock spielt. Ein erstes richtiges Highlight bildet dann auch schon früh „Tornado“, spielt natürlich mehr als vernehmlich mit einigen deutlichen AC/DC-Einflüssen und hat im Refrain einen Hitcharakter, den sie seit dem Song „Bite The Bullet“ so nicht mehr kredenzen konnten – ganz sicher ein tödlicher Fanfavorit für künftige Liveshows und schon jetzt im Vorfeld ein Klassiker. Das anschließende „Hawk Eyes“ rifft sich sehr schön mit einigen Priest-Fetzen direkt ins Hard-Rocker-Herz, besticht ebenfalls mit einem Killerrefrain, lässigen Soli und einem irgendwie schmissigen Gesamteindruck, ohne sich anzubiedern – hier kann sich übrigens auch ganz gut „This One’s For You“ anschließen, denn das Riff ist wohl den Inseljudassen gewidmet und atmet reichlich Birminghamodem.

Schon der Opener lässt mal locker wieder die Futterluke herunterklappen, legen Bullet doch schon früh mit dem Titeltrack „Storm Of Blades“ ein heavyhartes Brett vor, „Hammer Down“ drückt sich dagegen im teutonischen Accept-Lager herum. Natürlich lassen sich diverse Down-Under-Reminiszenzen immer wieder ausmachen, man höre z.B. das lässige „Crossfire“, man schielt aber auch gerne mit „Riding High" gen Screamer. Bullet sind zurück, haben die Kurve bekommen, ganz klar, das kreative Löchlein scheint zugeschaufelt. „Storm Of Blades“ lässt endlich wieder die Klingen kreuzen, Album Nummer fünf strotzt nur so vor trefflichen Schnittwunden, da fließt dann lieber wieder Herzblut statt harmloser oberflächlicher Ritzer.

comments powered by Disqus