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Buckcherry: All Night Long

Todd und Co. lassen alles beim Alten
Wertung: 7.5/10
Genre: Hardrock
Spielzeit: 42:39
Release: 30.07.2010
Label: Eleven Seven Music/EMI

Buckcherry sind zurück. Nach der mehr oder weniger sinnvollen Wiederveröffentlichung von „15“ und „Black Butterfly“ und einem Livealbum legen die Hardrocker um Frontmann Josh Todd nun mit „All Night Long“ ihre dritte Platte seit der Reunion im Jahre 2005 nach. Und erwartungsgemäß bleiben Überraschungen weitgehend aus.

Schließlich war schon auf „Black Butterfly“ allenfalls in der fetteren Produktion ein Unterschied zu „15“ festzustellen; ansonsten verließen sich Buckcherry ganz auf ihre Stärken. Wo die liegen, weiß die Band auch 2010 noch ganz gut, weshalb „All Night Long“ sich nicht mit Experimenten aufhält, sondern munter Bewährtes weiterführt. Launiger, rotziger Hardrock, Josh Todds Vokalgeschnodder, Partyattitüde und dazu passende Texte zwischen Schlüpfrigkeit und Banalität sind erneut die Mittel der Wahl – zumindest auf den ersten Blick.

Songtitel wie „All Night Long“ und „It's A Party“ lassen jedenfalls wenig Interpretationsspielraum. Musikalisch klingt das Ganze auch – natürlich – absolut nach Buckcherry; also in etwa wie AC/DC vs. Aerosmith plus Josh Todd. Der Opener lässt zwar ein wenig zu wünschen übrig, klingt selbst für Hardrock-Verhältnisse ziemlich vorhersehbar und irgendwie nach Selbstplagiat; bei „It's A Party“ ist man dann aber in Stimmung und erfreut sich am hemmungslosen „We Will Rock You“-Zitat und entfesselten Leadgitarren.

Umso erstaunlicher, dass die Stimmung mit „These Things“ gleich wieder ein bisschen gedrückt wird. Als hypermelodische Rockballade kratzt der Song, ähnlich wie später „Bliss“, schon arg an den Grenzen zum Rockerkitsch. „Oh My Lord“ ist als Loblied auf das schönere Geschlecht zwar auch nicht weniger Klischee, knallt dafür aber wenigstens ordentlich. Quasi das neue „Crazy Bitch“ - diesmal allerdings mit jugendfreier Wortwahl.

„Recovery“ steckt den Rest der Platte dann in Sachen Energie locker in die Tasche. So rasant und ungestüm waren selbst Buckcherry bisher selten unterwegs. Steht ihnen aber ausgezeichnet und sticht aus dem ansonsten stets in ähnlichem Tempo und Gestus agierenden Material wohltuend hervor.

Apropos hervorstechen: Mit „Our World“ hat sich doch tatsächlich so etwas wie Gesellschaftskritik aufs Album geschlichen. Der „Wir haben nur die eine Erde!“-Appell ist zwar inzwischen reichlich abgedroschen; angesichts mehrerer Tausend Liter Öl, die täglich den Golf von Mexiko vergiften, aber absolut nicht fehl am Platz. Tatsächlich hat sich die Band entsprechend zur BP-Katastrophe geäußert und den Song schon vor Albumrelease als Download veröffentlicht, um Aufmerksamkeit für den Umweltschutz zu mobilisieren. Sicherlich löblich; zu den Albumhighlights zählt „Our World“ deshalb aber trotzdem nicht. Immerhin bleibt der Refrain im Ohr – ein Effekt, der zu nicht geringen Anteilen mit Kitschigkeit finanziert wird. Aber alles hat eben seinen Preis.

Fazit: Wo Buckcherry draufsteht, ist einfach Buckcherry drin. Die Kalifornier stagnieren mit ihrem Partyrock auf gewohntem Level und man möchte ihnen dafür nicht einmal böse sein. „All Night Long“ ist jedenfalls erneut eine ordentliche Scheibe geworden, die vielleicht nicht an das Hitpotential von „15“ heranreicht, aber trotzdem kurzweilige Unterhaltung liefert. Mehr war eigentlich auch nicht zu erwarten – und umso schwerer fällt es zu sagen, ob man sich fürs nächste Album einen erneuten Aufguss oder eine Rundumerneuerung wünschen soll.

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