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Brutus: Nest

Spannungsgeladenes Album, welches kaum Wünsche offen lässt
Wertung: 8/10
Genre: Post-Rock
Spielzeit: 42:17
Release: 29.03.2019
Label: Hassle

Manchmal legen Bands der Neuhörerschaft tatsächlich ein paar kleine Stolpersteine in den Weg, so auch die belgischen Brutus, die sich mit ihrem Bandnamen vielleicht nicht den größten Gefallen getan haben. So darf man gleich voranstellen, dass es sich hier weder um norwegische Blues Rocker noch um niederländische Death Metaller handelt. Mittlerweile haben die Post-Rocker von Brutus_BEL ihre Gefolgschaft zwar so weit ausgebaut, dass Verwechslungen eher den anderen Bands zugutekommen sollten, trotzdem darf auch bei der Namensgebung vielleicht ein Hauch mehr Kreativität an den Tag gelegt werden. Dass sie genau diese besitzen, bewies das Trio bereits mit ihrem Debüt „Burst“, welches vor zwei Jahren erschien. Nun steht mit „Nest“ der Nachfolger bereit, der mit seinen beiden vorherigen Auskopplungen die Erwartungen schon recht hoch ansiedelt.

Schon der Opener „Fire“ zeigt sich der hohen Messlatte bestens gewachsen, schieben die Belgier doch gleich zu Beginn eine ziemlich flotte Nummer herüber, welche ständig zwischen kurzen, knackigen Attacken und sphärischen Klängen umher hüpft.  Einzig die Tatsache, dass dies bei einem Großteil der Titel ebenso gesetzt wird, lässt kleinere Abzüge in der B-Note zu. Davon aber mal abgesehen, überzeugen Brutus auf voller Länge; schon mit „Cemetry“ hält das Trio wieder ein großartiges Stück bereit, welches mit voller Wucht die Ohren flattern lässt. Fuzzige Gitarren und eine unglaubliche Dynamik sind die Basis, das Sahnehäubchen bildet allerdings die eindrucksvolle Stimme von Sängerin Stefanie. Hier agiert sie noch mit einer gewissen Rotzigkeit und schreit sich durch den kompletten Titel, dies allerdings ohne jemals die Kontrolle über den Gesang zu verlieren. Noch eindrucksvoller zementiert sie ihre Vocalleistung allerdings bei „Techno“, wo sie nicht nur sehr stark an die verstorbene Dolores O’Riordan von The Cranberris erinnert, sondern dem Titel gleich noch einen sphärischen Charakter verleiht. Ganz nebenbei drischt die Dame übrigens auch noch ein ganz vernünftiges Schlagzeug, welches zwar bei einigen Titeln etwas monoton gegen die Saitenfraktion kämpft, sich dann allerdings wieder ausladend präsentieren kann.

Mit „War“ schaffen Brutus ein weiteres Überraschungsmoment. Der fast schon hingehauchte und doch kraftvolle Titel, der mit seinem anfänglichen Minimalismus fasziniert, kontert die Ruhe geschickt mit einem urplötzlichen Metal-Einschlag aus, was in puncto Dynamik kaum noch zu überbieten ist. Auch mit dem abschließenden „Sugar Dragon“ kann das Trio nochmals ordentlich Punkte abstauben. Schwere und eindringliche Energie trifft auf Zerbrechlichkeit, vereinzelt umherschwirrende Töne schwellen zu einem kompletten Klang-Inferno an und bescheren damit einen markanten Schlusspunkt.

Zu erwähnen sei noch das sphärische „Space“, welches seinem Namen alle Ehre macht und ohne jegliche Ausbrüche vor sich hin treibt, letztendlich aber noch nicht komplett ausgreift wirkt. Ähnlich ergeht es mit „Blind“, was irgendwie nicht so wirklich zünden will. Insofern haben die Belgier für ihr nächstes Album noch ein klein wenig Luft, selbst wenn es sich bei „Nest“ um ein ausgesprochen gelungenes Scheibchen handelt.

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