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Brocken Moon: Das Märchen vom Schnee

Über zwanzig Minuten derselbe Akkord...
Wertung: 3/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 50:15
Release: 02.05.2008
Label: Northern Silence Productions

Nachdem Brocken Moon seit 1999 in schöner Regelmäßigkeit etliche Demos veröffentlichten, brachten sie 2005 ihr erstes Album „Mondfinsternis“ auf dem Label Christhunt heraus; dennoch betont Northern Silence, dass die Band keinerlei politische Bezüge oder Kontakt zur NSBM-Szene habe. Nun, der Titel „Das Märchen Vom Schnee“ klingt denn auch nicht unbedingt verdächtig… Dennoch ist es natürlich wichtig, so etwas klarzustellen, damit gar nicht erst irgendwelche Beschuldigungen aufkommen. Traurig genug allerdings, dass solcher Dreck wie NSBM existiert, der viele Black-Metal-Bands zwingt, gebetsmühlenartig ständig Erklärungen abgeben zu müssen - auf der anderen Seite sollte man sich als Band allerdings wohl auch besser informieren, was das für ein Label ist, bei dem man unterschreibt, um eben nicht in Teufels Küche zu geraten...

Doch zur Musik vorliegender CD: Ich nehme mal an, es handelt sich um ein Konzeptalbum, da hier ja von einem Märchen die Rede ist und die sechs Stücke außerdem als "Part I" - "...VI" bezeichnet wurden. Am Text lässt sich das schwerlich festmachen, da der Gesang nicht sonderlich verständlich ist, doch dazu später.

Jedenfalls beginnt die Scheibe ganz gut, das Drumming kann sich hören lassen; unnötiges Keyboardgewaber gibt es nicht, die Synthesizer sind effektiv eingesetzt und verleihen dem Ganzen viel Atmosphäre. Die Produktion kann man zwar nicht unbedingt als druckvoll bezeichnen, sondern eher als gehobenes Proberaum-Niveau, aber da hat man erstens schon viel Schlimmeres gehört und zweitens finde ich den Sound eigentlich sogar recht passend zur Stimmung der CD. Das erste Stück gefällt mir auch ganz klar am besten, auch das zweite, eingeleitet von sanften Naturgeräuschen, ist ganz nett.

Leider können sich diese guten Ansätze nicht über das gesamte Album halten: Während man sich auf die beiden ersten Parts noch einlassen kann, fängt das Ganze ab Teil 3 eher an zu nerven, weil aufgrund des Mangels an klar erkennbarem, abwechslungsreichem Riffing erstens auf Dauer zu monoton (trotz eingestreuter Akustikteile ist das musikalisch limitierte Können nicht zu überhören) und zweitens (und vor allem das) einem der Gesang unglaublich auf die Ketten geht – so ging’s mir jedenfalls. Minutenlang jault sich der Mann mit dem Pseudonym Grim einen ab, sodass es klingt, als ob ein Wolf den Mond anheult. Das war wohl auch die Absicht, aber mal ganz ehrlich: Da hätte man auch gleich einen echten Wolf nehmen können, selbst der hätte wohl weniger genervt…

Das „Beste“ kommt aber zum Schluss: Über 20 (!) Minuten durchgängig derselbe Akkord auf der Gitarre, nicht ein Wechsel, lediglich hin und wieder untermalt von einigen Keyboardsounds. Ich habe weiß Gott wirklich nichts dagegen, durch eine Art hypnotische Wiederholung ein und desselben Akkords oder Riffs Atmosphäre zu erzeugen, so was kann durchaus wirkungsvoll sein, aber man kann’s auch übertreiben. Letztendlich fragt man sich bei diesem Stück dann nur noch, wie lange der Typ seine Gitarre denn noch mit diesem einen Akkord strapazieren will und kann nur noch gähnen vor Langeweile.

Fazit: Zwei Stücke mit guten Ansätzen und atmosphärischen Momenten reichen nun wirklich nicht für eine gute Bewertung aus. Brocken Moon sind sicherlich besser als viele dieser unglaublich überflüssigen Ein-Mann-Projekte, die die Black-Metal-Szene derzeit verseuchen, aber allein schon durch den unerträglichen Jaulgesang (und auch der Krächzgesang ist nicht gerade herausragend, weil zu wenig druckvoll und textlich wie erwähnt vollkommen unverständlich) und den künstlich in die Länge gezogenen, sterbenslangweiligen letzten Song können hier nicht mehr als drei Punkte drin sein.

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