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Brillig: Mirror On The Wall

Ein schwerfällig-tanzbares Werk mit Ohrwurmcharakter
Wertung: 7/10
Genre: Dark Wave Synthie Pop
Spielzeit: 44:11
Release: 25.05.2007
Label: Black Rain

„Na, nu? Steckt da jetzt auch wirklich die richtige CD im Player?“ ...doch nach einem anfänglich wirklich zweifelhaften Moment war ich mir nun ganz sicher, auch wirklich eine CD-Produktion aus dem Jahre 2007 zu rezensieren. Und nein, The Cure - Urgestein Robert Smith hat sich auch nicht versehentlich in die Gesangskabine der drei Australier von Brillig verirrt.

Meine anfängliche Skepsis rührte nicht von ungefähr und je weiter das Album “Mirror On The Wall“ fortschritt, umso weniger glaubte ich noch an den „großen Bruch“. Eigentlich ist es ja wirklich nur noch frech, in der heutigen Zeit ein Album auf den Markt zu werfen, welches durch pursten 80er Jahre Synthie-Pop besticht und zudem eine Mischung aus Gitarren Wave und Dark Pop präsentiert, die an Minimalismus nur schwer zu überbieten sein wird.

Ziemlich apathisch und nostalgisch schreitet des Trio um Matt Swayne, Elizabeth Reid und Denni Meredith auf “Mirror On The Wall“ zur Tat. Ungemein behäbig, aber dennoch zugleich mit einer bizarren Leichtigkeit ausgestattet, vollführen Brillig auf ihrem Silberling eine gut 45-minütige Zeitreise durch die Musikkultur der 80er und 90er Jahre. Ihre Inspirationsquellen sind hierbei große Künstlernamen wie The Cure, David Bowie, Suede und Placebo.

Überraschungen gibt es auf “Mirror On The Wall“ kaum zu vermelden. Okay, der Song “In The Air Tonight“ ist eine Coverversion und stammt im Original von niemand Geringerem als dem großen Gefühlsmusiker Phil Collins. Und ja, Phil Collins und Synthesizer-Minimalismus: So etwas passt definitiv nicht zusammen! Wenigstens hier hätte man sich zu Recht ein paar druckvollere Akzente gewünscht. Aber so bleibt dieser Versuch einer Coverversion leider missglückt und sticht von daher auch eher negativ aus der Masse der 12 Tracks umfassenden Playlist heraus.

Doch muss ansonsten dem Album ein nicht geringer Unterhaltungswert zugesprochen werden. Hat man sich erst mal an die hypnotischen (und mitunter manchmal fast schon „steril“ wirkenden) Klänge auf “Mirror On The Wall“ gewöhnt, stellt sich recht schnell ein gewisser „Suchtfaktor“ beim Hören ein. Einerseits würde ich Brillig gewiss als lupenreine „Retro-Band“ bezeichnen, doch ist die Darbietung schon wieder so harmonisch-modern, dass mir eine Klassifizierung so gesehen gar nicht möglich ist.

Irgendwie haben es Brillig geschafft, eine Tür in die Vergangenheit zu öffnen, ohne sich dabei selbst lächerlich zu machen. Sie kokettieren fleißig mit waviger Melancholie und Zerstreuung, halten sich zugleich aber dennoch den rettenden Spalt in die aktuelle Gegenwart offen. Vorsichtig eingesponnene Folkelemente wie bei “The Plagiarist“ bilden eine winzige Ausnahme im ansonsten so durchkalkulierten Brillig - Universum.

Fazit: “Mirror On The Wall“ ist kurz gesagt als ein schwerfällig-tanzbares Werk mit Ohrwurmcharakter zu bezeichnen. Sehr nostalgisch und pur gehalten, ganz ohne jeglichen Schnickschnack und ganz ohne „bahnbrechende Experimente“.

Aber ist es nicht gerade das? Wann gab es das letzte Mal schon ein solches Werk, welches so unscheinbar und sanft über einen „hereinbrach“? Wann gab es das letzte Mal ein Klangwerk in diesem Sektor, das zwar old-school - aber nicht altbacken wirkte?

Also von daher kann man den jungen Australiern wirklich nur ehrliche Hochachtung aussprechen... Sicherlich ist “Mirror On The Wall“ kein Album „für die breite Masse“. Aber muss es dies denn auch? Denn seinen erlauchten Hörerkreis wird es so oder so finden - da bin ich mir ganz sicher!

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