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Brilliant Coldness: Poisoned Reality

Sumpfmetal
Wertung: 4/10
Genre: Old School Death Metal
Spielzeit: 54:57
Release: 27.10.2009
Label: Apollon Records

Das Album „Poisoned Reality“ der Ukrainer Brilliant Coldness ist bereits im Jahr 2006 über Eternity Records erschienen und nun dank des niederländischen Labels Apollon Records auch hierzulande erhältlich. Da stellt sich nur noch die Frage, ob die CD denn überhaupt Abnehmer findet; der Bekanntheitsgrad der Band dürfte aufgrund der Herkunft nicht gerade vielversprechend hoch sein.

Allerdings gibt es immer noch die Möglichkeit, neue Fans hinzuzugewinnen - was sich jedoch als ein problematisches Unterfangen herausstellen könnte: Musikalisch bewegt sich das Quartett in den Sümpfen des Death Metals – denn ganz genau so klingt die Musik folglich auch: Sumpfig. Matschig. Unschön. Um einen etwas modrigen Eindruck sowie einen fahlen Beigeschmack kommt man kaum umhin. Besonders das Schlagzeug klingt gerade aufgrund der unprofessionellen Produktion so „matschig“, denn die vor sich hin wabernde Bassdrum verhallt irgendwo im Hintergrund, während sich nerviges Schilf, welches hier die Riffs symbolisiert, in großen Mengen in den Vordergrund drängt. Wie komme ich aber nun dazu Gitarrenriffs mit Schilfrohr, einem Süßgras, zu vergleichen?

Ganz einfach: Schilfrohr ist nicht besonders schön – so wie die Riffs. Oftmals klingen diese nämlich nichtssagend und werden nur oberflächlich wahrgenommen. Aspekt Nummer Zwei: Schilfrohr sieht in der Regel immer sehr ähnlich aus. So auch die Riffs, die sich sowohl im Song-Aufbau als auch im Detail nur gering unterscheiden. Weiterhin verdrängt Schilf unter günstigen Umständen andere Wildkräuter und Gräser, so wie eben die uns bereits bekannten Riffs - deren „günstiger Umstand“ hier die raue, sehr gitarrenbetonte Produktion ist - welche die Vocals und das Schlagzeug abdrängen. Im Übrigen bleibt die Keimfähigkeit bei Schilfrohr in der Regel ein bis vier Jahre erhalten – vier Jahre alt ist auch das Album. Also ist es doch quasi schon über dem Mindesthaltbarkeitsdatum, die Riffs hatten vier Jahre Zeit zu zünden, zu „keimen“, doch nach einiger Recherche wird deutlich, dass dies innerhalb der letzten vier Jahre in der Ukraine nur spärlich geschah.

Jedoch soll nicht verschwiegen werden, dass Schilf auch blühen kann, was sich bei einigen wenigen Arten als recht ansehnlich herausstellt – einige vertrackte Gitarrensoli bescheinigen der Band nämlich ein gewisses, nicht zu leugnendes Talent, dass zwar nicht in einer formvollendeten Blüte resultiert, aber immerhin einige mäßig schöne Blüten zum Vorschein bringt. Um wieder auf – oder in? – den Sumpf zurückzukommen: Dort leben bekanntermaßen Kröten und anderes Getier. Und ganz genauso klingen die Vocals, wie eine große Kröte mit einem fetten Brummer im Hals, der leider auf halbem Weg quer stecken geblieben ist. Doch nicht alles an der CD ist ernüchternd - ein äußerst seltenes, sehr beeindruckendes Gimmick ist auf der Rückseite der CD zu finden – der äußere Rand der CD, welcher trotz der langen Laufzeit des Albums scheinbar nicht zur Speicherung der Musik nötig war, weist ringsum edle Gravuren mit dem Bandnamen auf. Ein äußerst schicker Bonus, der viel hermacht und den man nur sehr selten vorfindet.

Lobenswert ist die Mühe der Musiker, mit Gitarrensoli und verhältnismäßig weit im Vordergrund stehenden Basspassagen etwas Auflockerung in den so tristen Sound zu bringen, allerdings gelingt dies über weite Strecken nur mäßig, daher ist dieses Album nur etwas für wahrhaft eingefleischte Fans dieser Musik, die eine Leidenschaft für etwas konfusen Old School-Death Metal haben.

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