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Bride: Skin for Skin

Abwechslungsreich, aber ohne Orientierung
Wertung: 6/10
Genre: Melodic Hard Rock, Metal
Spielzeit: 54:12
Release: 11.07.2008
Label: Retroactive Records

Die amerikanischen White-Metaller von Bride kann man schon als Gruppierung mit langer Vergangenheit ansehen, sind sie nun doch schon 25 Jahre lang im Geschäft. Mit „Skin For Skin“ kommt jetzt nach sieben-jähriger Pause ihr neuestes Studiowerk auf den Markt.

Stilistisch besteht die Musik aus Hard Rock, Heavy Metal mit etwas Hardcore und Thrash, jedoch mit gutem Gefühl für Balladen. Es bleibt dem Hörer selbst überlassen, ob er diesen Abwechslungsreichtum gut findet, oder ob es dann doch mehr an Orientierung mangelt, denn teilweise sind die Stilbrüche recht radikal.

Der Opener „The Calm“ ist schon gewöhnungsbedürftig, denn das Gitarren-Geschrammel, was aus den Boxen knallt, hört sich eher nach kaputtem Lautsprecher an, als nach Musik. Weiter geht’s mit dem Titeltrack „Skin For Skin“, welches sich durch thrashige Einflüsse auszeichnet, jedoch viel Groove hat. Ebenfalls in diese groovige Ecke schlagen „End Of Days“, „Inside Ourselves“ und „Breathless“. „Inside Ourselves" ist zudem streckenweise sehr basslastig und in schnellen Passagen abgehackt. „Breathless“ kommt da schon etwas harmonischer daher. Das Grundtempo ist ruhiger, der Gesang nicht mehr fast geschrien. Interessant ist die zum Ende hin einsetzende Akustikgitarre. Diese leitet dann über in das kurze instrumentale Stück „Prodigious Savant“.

Weiter geht’s in Richtung düsterer, doomiger Klänge. „Take The Medication“ beginnt schon mit einem geheimnisvollen Intro, auf welches ein stetiger Wechsel von harten und harmonischen Parts folgt. Die Vocals tönen dazu sehr rauh aus den Boxen. „Hard To Kick“ setzt vor allem auf Rhythmus, welche von den Drums getragen werden, dazu kommt immer kurzzeitig noch die Gitarre hinzu. Der Mittelteil ist zweigeteilt, zum einen instrumental, dann gefolgt von einem basslastigen Intermezzo.

Als nächstes geht es in die Kategorie Hard Rock, Metal. „Fuel And Fire“ kommt sehr flott einher, mit Shouts im Intro, treibenden Gitarren, schnellem Gesang und das alles teilweise noch leicht verzerrt. „Bang Goodbye“ schlägt in die gleiche Kerbe, endet nur mit raspelähnlichen Geräuschen. „Rise Above“ zeichnet sich vor allem durch abwechslungsreiche Vocals aus, die auch stückweise von Backingsvocals unterstützt werden. Mit „The Government“ ist zudem eine sozialkritische Nummer mit auf dem Album, wird musikalisch jedoch manchmal sehr leise und gedämpft eingespielt. „Super Ego Star“ ist dann ein typische Rock’n’Roll Nummer mit eingängiger Melodie und fröhlichem Klangbild.

Der Abschluss ist der Höhepunkt des Albums, die Ballade „Hang On“. Begleitet von Akustikgitarre und Klavier singt sich Dale Thompson sehr melodisch durch diesen Track, erneut unterstützt durch Backingvocals. Der Titel beginnt sehr ruhig und steigert sich im Laufe der Spielzeit etwas.

Fazit: „Skin For Skin“ ist ein Longplayer, der schwer einzuordnen ist. Dies hat leider auch zur Folge, dass es keinen erkennbaren roten Faden gibt, der durch das Album führt und es zusammenhält. Daher rührt vielleicht auch der Eindruck der Orientierungslosigkeit. Das Material enthält viel Power, aber es gibt keine Kontrolle, sodass sie nur ungreifbar im Raum steht, anstatt auf den Hörer überzuspringen. Das ist im Prinzip sehr schade, da die Produktion auf sehr hohem Niveau liegt. Am Sound ist nichts auszusetzen und an der Vielschichtigkeit des Albums auch nicht. Für stilmäßig sehr offene Menschen dürfte dies ein richtig gutes Werk sein, für andere liegt es dann doch nur im Durchschnitt.

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