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Breed Machine: Renaissance

Aggressiv und bar jedes Kompromisses - so muss das sein
Wertung: 9/10
Genre: Hardcore; Modern Metal
Spielzeit: 37:36
Release: 20.06.2008
Label: Revanche Music

Die Franzosen Breed Machine holen mit ihrem zweiten Album „Renaissance“ nach ihrer Debut-Full Length „Eveil Hardcore“ zu einem weiteren Schlag aus. Treu geblieben sind sie dabei ihrer Tradition, ihre Songs sowohl in englischer als auch in französischer Sprache vorzutragen. Doch was sie seit dem letztjährigen Release verändert haben, ist die Vehemenz, die von den Stücken ausgeht. Diese haben die vier Musiker nämlich schein- und fühlbar noch einige Tacken weiter angezogen.

Die modernen Riffs sind in ein Gesamtpaket geschnürt worden, das extrem hart und brutal rüber kommt. Was auf diesem Album größtenteils Mangelware ist, das sind melodische Harmonien. Das ist allerdings auch mitnichten das, was die Jungs mit ihrer Musik transportieren wollen, denn hier regiert das Songwriting, das dir knallhart ohne Rücksicht auf Verluste voll in Fresse haut und mit seiner schieren Aggressivität einen jeden, der mit der Musik in Berührung kommt, entweder zu wilden Bangorgien animiert oder einen wie ferngesteuert mitten hinein in den Moshpit lenkt.

Der Titeltrack „Renaissance“ gleich als erstes vorweg lässt dem Hörer die Sprache verschlagen ob dieser Wucht, mit der die Franzosen einen gelungenen Angriff auf die geneigten Trommelfell starten. Wahnsinn, welche Intensität von diesen Riffs von Ja, Deub´s Drumming, dem Bass von Kriss und Mike´s Vocals ausgeht, ach, was sag ich, diese ganze komplette Maschinerie namens Breed Machine da an Geschützen auffährt. Ich bin geplättet.

Flotter geht´s dann mit „V.S“ weiter, auch wenn es in der Strophe dann eher Richtung groovigen Hardcores geht. Diese Tempobreaks im Refrain sind göttlich. „Riviere Blanche“ geht zwar mit recht einfachem Drumming, dafür aber dennoch genau dorthin, wo es sich festsetzen soll: Im Schädel – genial, einfach nur genial. „Ma Haine“ verkörpert für mich die perfekte Intonierung der Vehemenz von Breed Machine – es presst dich entweder tiefer in deinen Sessel, wenn du dich nicht schnell in den Moshpit retten kannst oder nicht wie von Sinnen deinen Schädel kreisen lässt. Wahnsinn, diese Intensität. Im Refrain vernimmt man im Hintergrund so etwas wie Chorgesänge, aber nur ganz vage.

In die Richtung Thrash geht´s stellenweise in „Ma Prison“. Und auch ein irres Gitarrenspiel beweist hier Ja an seinen Saiten. Ein Sprachsample eröffnet das absolute Killerteil „Hypocrites“. Dieses ist allein schon durch sein Riffing eine Macht, eine Wand, ein absoluter Dampfhammer. Wahnsinnsteil, für das ich einen Antrag für einen Waffenschein stellen würde.

Doch wer gedacht hat, es gäbe auf dem Album auch nur einen winzigen Moment der Ruhe, der Reflexion, der hat sich aber mal ganz tief in ein Fingerchen geschnitten. Ganz der Gegenteil ist der Fall, denn auch in „Toujoures“ geht es massiv weiter. Bemerkenswert sind hier wieder die unterschiedlichen Vocals – von wütendem fast schon Sprechen bis zum Kreischen ist alles vertreten, was das Herz eines jeden Fans höher schlagen lässt.

Das stampfende „Douleur“ beherbergt crazy Töne unter dem harschen Drumming, sehr gut gemacht. Das Riffing zeigt, dass sich die Jungs richtig was dabei gedacht haben. Trotz all der Härte wurde hier sogar ein Part eingebaut, in dem geflüstert wird. Glaubt ihr nicht? Dann ab, CD kaufen und selbst überzeugen.

Eingangs „Juste Pour Toi“ darf dann erstmal der Bass vor sich hin brabbeln, bevor dann wieder die Hölle und für den Hardcorefan der siebte Himmel hereinbricht. Bei diesen Schreien tut mir zwar schon fast der Hals weh, aber ich denke, ich hab nur die ein oder andere Rachenentzündung zuviel gehabt. Wah, ist das brutal! Genauso brutal geht´s dann weiter mit „Un Destin Trace“, dessen Riffing wieder mal göttlich fett durch die Hörer des Kopfhörers kommt. Was müssen die Songs live erstmal knallen, denk ich mir. Wahnsinnsteil.

Ein letztes Mal auf dieser CD gibt es auffe Mütze in Form von „Quel Avenir?“, das hereingefaded über die Hörer hereinbricht und auch als teilweise Modern Thrash Metal-Stück eine gute Figur macht. Und weil es das letztes Mörderteil der Scheibe ist, wird es ganz langsam heraus gefaded und mit einer Kirchenglocke garniert – ein sehr gekonnter Ausklang des Albums. An den Reglern saß auch für dieses Werk wieder Laurent Nafissi, der auch schon für „Eveil Hardcore“ beste Arbeit verrichtet hat.

Fazit: Fett, hart, brutal, extrem vehement, aggressiv und bar jedes Kompromisses. Und gerade deshalb sind Breed Machine so brutal gut und sollten keinem mehr unbekannt sein, der an richtig in die Fresse tretendem Hardcore oder Modern Metal seine Freude hat. Genau diesen Weg sollten die Franzosen auch weiter verfolgen, denn dieses Album macht einfach jedem extrem viel Spaß. Absolut empfehlenswert.

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