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Breed Machine: 3

Hier werden auch mal Experimente gewagt
Wertung: 7.5/10
Genre: Hardcore, Thrash Metal
Spielzeit: 46:18
Release: 01.03.2011
Label: Label44

Es gibt Länder, da weiß man im voraus in etwa, wie sich die dortige Metalszene anhört – je nach Genre natürlich. Italien und Spanien schafft es zum Beispiel immer wieder, dem ohnehin schon romantischen Power Metal-Genre noch mehr Kitsch zu verleihen, während französische Metalbands für gewöhnlich sehr experimentierfreudig daherkommen. Breed Machine sind eine Band, die diese Vermutung einmal mehr bestätigen – das südfranzösische Quartett mischt auf ihrem dritten Langspieler, schlicht „3“ betitelt, Hardcore und Thrash Metal-Anleihen zu einem brachialen Gebräu, das durch die französischen Texte nicht unbedingt unkomplizierter wird.

Mit „Eveil Hardcore“ und „Renaissance“ haben sich die Herren schon 2006 und 2008 einen beachtlichen Namen in ihrer Heimat machen können, in Deutschland dürften die Vier aber noch relativ unbekannt sein, was es natürlich mit der neuen Scheibe zu ändern gilt. Zu allererst seien die Sprachnazis unter uns gewarnt: Wer ausschließlich an deutsche oder englische Texte gewöhnt ist, sollte sich vielleicht nicht unbedingt an die Platte heranwagen, denn im Gegensatz zu vielen anderen Hardcore-Sängern, bei denen man rein gar nichts versteht, schafft Breed Machinist Mike es, zumindest seine Gesangssprache erkennen zu lassen. Wer also der französischen Sprache abgeneigt ist, findet hier vielleicht den einen oder anderen Minuspunkt.

Falls man aber kein engstirniger Korinthenkacker ist, kann man an „3“ durchaus seine Freude haben – neben dem sonstigen Geballer zeigen die beiden mysteriös betitelten Instrumentals „0 802 11“ und „210 80 3“, was Gitarrist Ja an den Saiten so draufhat, während Songs wie „Condamnée“ beweisen, dass Breed Machine dem traditionellen Hardcore keineswegs abgeneigt und außerdem in der Lage sind, Old School-Geballer mit modernen Melodien zu verbinden, ohne gleich in die Metalcore-Schublade gesteckt werden zu müssen. Mike schwankt dabei zwischen fiesen Schreien und tieferem Gebell, was nicht nur dynamischer rüberkommt als eine Dreiviertelstunde lang in derselben Tonlage zu keifen, sondern außerdem einmal mehr zeigt, dass auch Hardcore-Gesang durchaus abwechslungsreich sein kann.

Auch zu „Coeur Meurtri“ dürften sich Headbanger und Mosher weltweit ein Bein ausreißen, überzeugt der Track doch durch geilen Rhythmus, bei dem vor allem Drummer Deub endlich mal in den Vordergrund rückt. Was der Mann zusammen mit seinem Kollegen an der Gitarre abzieht, ist so geil, dass man sich die Band am liebsten direkt live anschauen würde. „Les Pleins Pouvoirs“ gestaltet sich etwas exotischer: Eine etwas orientalisch angehauchte gezupfte Gitarre leitet den Track ein, bevor der Rest der Band einsteigt und Mike mit einer Mischung aus Hardcore-Geschrei und Grindcore-Grunzern durch die Wand bricht.

Dass die Franzosen auch gegen Ende der Platte noch für Überraschungen gut sind, beweist „Echec Et Mat“, das mit unheilvollen Pianoklängen eingeleitet wird, die so oder ähnlich sogar aus dem Depressive Black Metal stammen könnten. Umso effektvoller ist dann natürlich das aggressive Organ des Sängers, auch wenn der Track von der Dynamik her an neuere A Day To Remember-Songs wie beispielsweise „You Be Tails, I’ll Be Sonic“ erinnert und so nur noch herzlich wenig mit der sonstigen Hardcore/Thrash-Kante der Band zu tun hat.

Fazit: Breed Machine sind auf dem besten Weg, ihre Fühler auch in entferntere Breitengrade auszustrecken. Sicherlich bedarf der Sound der Jungs noch ein wenig Feintuning, aber die kleinen Experimente, die auf „3“ gewagt werden, zeigen schon auf, dass das Quartett sich nicht so schnell in eine bestimmte Schublade stecken lassen will.

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