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Breed: Another War

Gute Thrash/Hardcore-Platte, die in der zweiten Hälfte kompositorisch ein paar Schwächen aufweist
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal/Hardcore
Spielzeit: 44:37
Release: 19.11.2010
Label: FaceFront/Indie Distribution

Na, wenn das keine harten Jungs sind! Breed aus Norwegen sind laut Info „hard working men“, die schon mal tausend Kilometer für einen Gig fahren, bei dem sie nur zwanzig Minuten zocken dürfen und es hinnehmen, als Bezahlung statt Kohle Bier und Eintopf zu erhalten. Im ersten Moment mag eine solche Beschreibung ziemlich pseudo-Ghetto-mäßig, in ähnlicher Art schon hundertmal gehört und dadurch möglicherweise gar affektiert wirken, doch so „Testosteron-haltig“ die Mucke auch angekündigt wird – das nötige Augenzwinkern fehlt dabei nicht, wie man zugeben muss, da es weiterhin heißt, der Vierer habe alles ganz wie die legendären Spinal Tap gemacht – ohne Ausnahmen, ohne Kompromisse.

Durch einen solch humorigen Zusatz wirkt die Combo dann auch authentisch und sympathisch statt großkotzig und affektiert. Außerdem: Hört man sich die auf „Another War“ – dem zweiten Album der Band nach dem 2007 erschienenen, selbstbetitelten Debüt – enthaltene Musik an, so kann man sich zumindest gut vorstellen, dass Breed tatsächlich bereit wären, auf dem Boden ranziger Backstageräume zu pennen, ihr Honrar lieber in Form von Gerstensaft kassieren und Odysseen unternehmen, nur um live präsent zu sein.  

Der Opener „Bloodstone“ (nein, hier handelt es sich nicht um ein Judas Priest-Cover) fängt dabei mit sanften Akustikklängen an, die von einer Geige (!) begleitet werden, sodass man sich als Hörer zunächst etwas verwirrt am Kopf kratzt. Nach vierzig Sekunden aber setzen dann kraftvolle Gitarren und wuchtige Drums ein und man befindet sich augenblicklich in einer Mélange aus modernem Thrash Metal mit ein paar leichten Hardcore-Anleihen. Der Midtempo-Song groovt Pantera-artig wie Sau und hat einen Chorus, der gleich gut reinläuft und bei dem sich Frontmann Maurice Adams die Stimmbänder blutig kreischt – allerbestes Futter für die Headbanger-Fraktion, ein Auftakt nach Maß. Im Übrigen wirkt das Intro des Stückes keineswegs so deplatziert, wie sich das in der Beschreibung vielleicht anhören mag, sondern bildet im Gegenteil einen gut eingesetzten Kontrast zu der Bier- und Schweiß-getränkten Groove-Walze, die dann folgt.

Die zweite Nummer, „Hellride“, schlägt in eine ähnlich groovige Kerbe, beinhaltet allerdings noch ein paar mehr Breaks und Uptempo-Passagen; sogar ein paar Blastbeats gibt es hier zu hören. Maurice erinnert in diesem Song noch etwas mehr als bei „Bloodstone“ an Phil Anselmo, versucht dabei, ähnlich vielseitig wie der frühere Pantera-Shouter zu klingen, was ihm auch erstaunlich gut gelingt. Obwohl sein Organ insgesamt recht Hardcore-lastig anmutet, gefällt er zumindest mir persönlich besser als die meisten Sänger dieses Genres, da ich ansonsten nicht der größten Fan dieser Art des Gesangs bin.

Allerdings ist die Band insgesamt durchaus um Abwechslung bemüht; es wird nicht nur drauflos geprügelt, sondern hier und da ist auch mal die ein oder andere Melodie auszumachen. Den Anfang markiert „I Am Not Lost“, das nach den ersten drei recht heftigen Granaten mit einem ziemlich melodischen Refrain, sowie einer ruhigen Akustiksequenz aufwartet – wirklich gut gemacht, wie hier Melodik und Aggressivität unter einen Hut gebracht wurden. Und bei dem mit sechs Minuten längsten Track „The Tide“ handelt es sich gar um eine Ballade, allerdings eine vollkommen unkitschige, allein schon wegen des Gesangs von Maurice, der trotz klarer Vokaleinsätze immer noch dem Stil angemessen sehr rau klingt, und weil die Gitarren weiterhin schön tief und mit Schmackes daherkommen. – Ja, bei dieser Abwechslung nimmt man es den vier Norwegern auf jeden Fall ab, dass sie der Musikpolizei unbeeindruckt den Mittelfinger entgegen strecken.

Weshalb dann aber nur sieben Punkte, bei all diesen lobenden Worten, werden sich manche Leser jetzt nicht zu Unrecht fragen. Nun, das Problem ist, dass die Scheibe in der zweiten Hälfte kompositorisch leider nicht mehr das Niveau wie zu Beginn halten kann. Während das flotte „Equilibrium“ dank der tollen Gitarrensoli noch als gutklassig durchgeht, genau wie der schön räudig-primitive Titelsong, ist der Refrain beim roh heruntergeknüppelten „Prisoner Of The Carnage“ doch sehr einfallslos ausgefallen, wirkt „Inhale Your Life“ ein wenig konfus und das finale „End In Slaughter“ etwas Standard-mäßig. Außerdem brüllt Adams fast nur noch, während seine Stimme in der ersten Hälfte vielseitiger herüberkam. Dennoch ist „Another War“ zweifelsohne eine gutklassige Platte geworden, die mit ordentlich drückender Produktion und handwerklich absolut überzeugender Leistung punkten kann.

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