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Breather: The Blue EP

Ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber noch zu glatt
Wertung: 7/10
Genre: Emo, Post-Hardcore
Spielzeit: 23:11
Release: 18.10.2019
Label: Through Love Records

Breather mögen zwar eine bislang reichlich unbekannte Band sein, haben mit Drummer Casey McHale aber zumindest einen alten Hasen mit an Bord, der bereits bei The Amity Affliction und Funeral For A Friend zugange war. Beide Bands kann man jetzt nicht unbedingt im melodischen Post-Hardcore seiner aktuellen Truppe heraushören, dafür wird man bei Songs wie „Diamond Bones“ direkt in die Mitt-2000er katapultiert, zu Bands wie Saosin oder The Used.

Die Genremarken sind also schon mal abgesteckt, mit „The Blue EP“ haben die Briten bereits im Oktober ihre Debüt-EP auf die stets begierige Fangemeinde losgelassen. Und trotz gerade mal sechs Songs haben Breather sich nicht lumpen lassen: Der Titeltrack fungiert hier als Opener und kommt mit recht entspanntem Klargesang daher, Drums und Gitarren drängen allerdings schon deutlich nach vorne und entladen sich in einem astreinen Emo-Refrain, von dem man sich vielleicht noch etwas mehr Kantigkeit gewünscht hätte.

Einen absolut starken Track haben Breather dann mit „Your Body Separates“ auf der Tracklist versteckt; auch hier macht Sänger Sam Irvine, dem man zu keiner Zeit auf der EP zu viel Pathos vorwerfen kann, eine ausgesprochen gute Figur, schwingt sich von einer gewollt monoton-hoffnungslos gehaltenen Strophe in einen wunderbaren, druckvollen Refrain, den man schon nach zwei Durchläufen zumindest teilweise mitsingen kann und der trotzdem ordentlich Gänsehaut fabriziert – auch hier schaffen Breather es problemlos, Emotionen ohne Kitsch zu transportieren; eine Fähigkeit, die gerade in Genres mit Emo-Anleihen nicht selbstverständlich ist.

In „Cut The Rope“ werden Breather dann gar noch etwas mutiger, vor allem Sam schwingt sich zu ungeahnten Höhen auf; radiotauglich wäre der Song durchaus auch, aber auch hier machen die Briten einen sehr soliden Job ohne unnötig auf die Tränendrüse zu drücken.

So ziemlich jeder, der sich vor einigen Jahren mit der Emo-/ Post-Hardcore-Bewegung auseinander gesetzt hat, dürfte beim Anhören der EP in Erinnerungen schwelgen. Breather liefern sechs wirklich gute Songs ab, denen es noch so ein bisschen an Ecken und Kanten fehlt. Einen ersten Einblick in die das wirkliche Potential des Quartetts bieten dann Songs wie „Your Body Separates“ oder „Cut The Rope“, wobei auch das finale „Golden Soul“ durchaus das Potential zu einem Ohrwurm hat. Man darf noch gespannt sein, was von den Briten als nächstes auf Platte gebannt wird; das nötige technische und musikalische Können haben die vier Herrschaften allemal.

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