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Brave Black Sea: Fragments

Urlaub für die Seele
Wertung: 8/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 37:52
Release: 04.04.2014
Label: V2 Benelux

Palm Springs, Kalifornien: Man stelle sich vor, wie der Sand zwischen den Zehen kitzelt, die Sonne auf das Gesicht strahlt und man an seinem eisgekühlten Getränk nippt. Hach, Urlaub. Urlaub vom hektischen Arbeitstag, von dem Verkehrschaos oder den alltäglichen Gedankenspinnereien, welche einen urplötzlich überkommen und uns wie eine Lawine begraben. Für alle potentiellen Burn-Out-Anwärter oder Menschen mit Fernweh-Syndrom - DAS ultimative Medikament (mit Suchtpotential!) original aus Palm Springs, Kalifornien wird am 04. April 2014 auf den Markt kommen, denn die Herren von Brave Black Sea gehen mit ihrem Album „Fragments“ an den Start und sind schon ganz wild darauf, dem kränklichen Hörer das Heilmittel unter die Nase (bzw. in die Ohren) zu reiben.

Zugegeben, es brauchte seine Zeit bis sich die Rezensentin dieser CD-Kritik von der Band heilen lassen wollte – dies lag jedoch nicht am hochkarätigen Line-Up, bestehend aus ehemaligen Queens Of The Stone Age-, Kyuss- und Slo Burn-Mitgliedern. Es lag auch nicht an dem cleanen und geometrischen CD-Artwork, welches perfekt zum Albumtitel passt und sich sicherlich schick in jede Stoner-Rock-CD-Sammlung ergänzen lässt.

Viel mehr war es der Opener „Running Away“, der es einen schwer machte, sich weiter mit dem Album zu beschäftigen. Bitte nicht falsch verstehen, Musik verbindet jeder Mensch mit Emotionen, welche mit komplexen oder weniger komplexen Gedanken und Erfahrungen gekoppelt sind. Das Gefühlsbarometer schlug bei dem ersten Song eben nicht in die Höhe und dies erschwerte einen angemessenen Einstieg in ein wirklich klasse Album.

Neuer Tag, neues Glück. Als ein Auto-Roadtrip durch die Wüstenlandschaft Deutschlands anstand, schnappte man sich also noch einmal das Album, um sich dem ultimativen Desert-Feeling hinzugeben und siehe da – der Wind wehte einem um die Nase und schon war es um einen geschehen. „Running Away“ erweist sich beim wiederholten Hören als gefährlicher Ohrwurm, den man schwer wieder los wird. Die super eingängige Melodie und der simple Text verleiten zum Mitsingen. Rein stimmlich erinnert Damon Garnison schwer an 90er-Grunge, musikalisch fehlt aber hier die schwermütige Ader. Der zweite Song „Abandon Ship“ ist sehr rockig und etwas monoton. Hier fällt einem sofort Nirvana bzw. Kurt Cobain ein, denn der Gesang könnte glatt von ihm stammen. Viel gefühlvoller geht es bei „Silence Is Golden“ zu, einem der Highlights des Debütalbums. Fast schon verzweifelt singt Damon dem Hörer traurig ins Ohr, wiederholt die Worte „So Bad“ so melancholisch ins Mikrofon, dass man in eine fast schon resignierende Stimmung versetzt wird. Ein passendes Gitarrensolo rundet den Song ab und macht ihn zu einer ganz besonderen Nummer.
Bevor man Gefahr läuft, in ein Loch voller trauriger Erinnerungen zu fallen, wird man von Brave Black Sea mit der darauffolgenden Nummer gerettet. „This Is This“ ist dreckig, wild und laut. Der Track verbreitet gute Laune und es überkommt einen die Lust, das Motorrad aus der Garage zu holen und ein paar Runden mit seinen Biker-Kumpels zu drehen (oder zumindest mit seinem Fahrrad die Straßen unsicher zu machen und einen Kaffee mit seinen Kommilitonen trinken zu gehen). Es wird geschrien und die Wut rausgelassen, "This Is This" ist definitiv ein cooler Live-Song zum ausrasten und den man besonders beim Refrain super abfeiern kann. Bisher hat die Band also ein ganz gutes Spektrum an Nummern decken können – typische schwere Gitarren, mal ein bisschen rockiger, mal ein bisschen ruhiger.

Das Beste haben sie sich jedoch für den Schluss aufbewahrt - „Fragments“ ist nicht nur der Titel des Albums und der mit Abstand längste Song der Scheibe, sondern auch der stärkste. Die schnellen Tracks passen zwar super zur Band, doch der Gesang von Herrn Garrisson kommt bei langsameren Nummern doch viel besser zur Geltung. Mehr Emotionen kann man nicht in einen Song packen. Der schwermütige Gesang im Intro wird von einer unaufdringlichen Gitarre begleitet - Kopfkino-Alarm. Wenn der Song dann in die Gänge kommt, zeigt sich die ganze Macht der Band: ein wunderschöner Song, den man sich unbedingt gönnen muss. Nach etwas mehr als 37 Minuten ist der spontane Wüsten-Roadtrip vorbei und man findet sich plötzlich wieder in der vollen S-Bahn in Richtung Arbeit wieder.

Alles in allem ist es ein gelungenes Debütalbum mit einigen Gänsehaut-Momenten. Laute und schwere Gitarren treffen auf einprägsame Melodien und hallen noch lange Zeit durch den Kopf, bis man sie gar nicht mehr rauskriegt und einfach wieder anhören muss - gerne mehr davon.

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