Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Borknagar: Universal

...klangen schon mal besser - VIEL besser
Wertung: 6/10
Genre: Progressive Black Metal
Spielzeit: 46:45
Release: 02.03.2010
Label: Indierecordings

Borknagar haben sich während ihrer 15-jährigen Bandgeschichte mit ihrem progressiven Black Metal durchaus einen Namen gemacht und sich dabei einen sehr individuellen Sound angeeignet, der unverkennbar ist. Eigener Sound soll aber nicht heißen, dass sie mit ihrer Musik stehengeblieben sind.

Ihr bekanntestes Album „Empiricism“ legte eine ziemlich raue Black-Metal-Gangart ein und wurde dafür sogar zurecht für zwei Awards nominiert. Ihr bis jetzt letztes Album „Origin“ aus dem Jahre 2006 (Best-Of-Album ausgeschlossen) ist hingegen ein rein akustisches Werk und besteht ausschließlich aus ruhigen Balladen.

Dementsprechend gespannt war man darauf, welche Richtung das neueste Album „Universal“ einschlägt.

Jetzt steht fest: „Universal“ bedient sich wieder aus der Black-Metal-Kiste und kombiniert dies nach tradierter Borknagar-Art mit reichlich Progressive-Anteilen. Auffällig ist jedoch, dass die Band noch nicht ganz von ihrem gelungenen „Ausreißer-Projekt“, dem Album „Origin“, weggekommen ist. Dies äußert sich in den häufig langsamen und leider bei „Universal“ energielosen Liedern, die sich dadurch in sehr grenzwertige Langatmigkeit ausdehnen.

Die Band kommt während des gesamten Albums nie wirklich zum Punkt bzw. holt gar nicht erst richtig aus. Selbst die Songs, die mehr den Black Metal betonen wie beispielsweise „Havoc“ oder „AbrasionTide“ reißen nicht wirklich mit und plätschern beim Hören eher so dahin.

Das mag zum einen schon mal daran liegen, dass sich die Lieder in sich oft wiederholen. Die durchschnittliche Songlänge von sechs Minuten, was für Progressive ja eher noch zu den kurzen Liedern gezählt werden muss, wird diesem Album schnell zum Verhängnis. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich der ungewohnte Mangel an Abwechslungsreichtum auch in den Textpassagen niederschlägt. Anstatt reizvoll kryptischer Anspielungen auf Mythen oder Ähnlichem, dem sich die Band bisher bedient hat, hört man besonders von Sänger Vintersorg, der für den cleanen Leadgesang verantwortlich ist, sich wiederholende Phrasen, die leider auch noch meist emotionslos bis unmotiviert gesungen werden. Besonders „Reason“ ist ein Beispiel dafür wie blockierend der Gesang wirken kann.

Die Kombination aus ruhigem Gitarrenspiel gefolgt von schneller Double-Bass, welche mit rauen Gesangseinlagen untermalt werden, scheint erst sehr vielversprechend „borknagar“ zu klingen. Das Keyboard bietet einen passenden Hintergrund, vor welchem Drummer David Kinkade mit abwechslungsreichem und beeindruckendem Spiel überzeugt. Die cleanen Parts jedoch klingen so quäkend und monoton, dass aus der Freude eine eher leidige Sache wird.

Den absoluten Oberhammer leisten sich Borknagar jedoch mit „Fleshflower“. Dieses absolut unpassende Lied ist für mich so unbegreiflich, dass beim ersten Hören ein fassungsloses Anstarren des CD-Players unvermeidlich war.

Die anfangs interessante Klaviereinleitung wird sehr bald abgelöst von einer sich wiederholenden, schrecklich poppigen Passage, die nicht nur aus der Kategorie „Metal“ herausfällt, sondern auch so gar nicht dem sonst so durchdachten Borknagar-Stil gerecht wird. Zudem ist sie so oberflächlich performt, dass es in den Ohren wehtut. Abgelöst wird dies später nur von einer fast genauso eigenartigen shantyhaften Passage, die wenigstens nur irrtümlich verirrt wirkt anstatt absolut unpassend. Erstaunlich, dass dieses Lied vom Hören her das langatmigste von allen zu sein scheint, wo es jedoch bei näherer Betrachtung mit seinen dreieinhalb Minuten doch in Wirklichkeit das kürzeste ist und auch rein formal schon einen Ausreißer darstellt. Man muss sich wirklich fragen, wer oder was Borknagar gezwungen hat diesen Song aufzunehmen!

Dieser grobe Schnitzer und oben genannte Patzer, die im Vergleich wie Bagatellen wirken, ziehen das ansonsten doch relativ gelungene Album sehr runter und so wird das trotz Lieder wie „Worldwide“ und „Abrasion Tide“ wohl dieses Mal nichts mit einem neuen Durchschlag à la „Empiricism“.

comments powered by Disqus

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend