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Boomhauer: River Run Deep

Skuril aber mit fettem Grinsen
Wertung: 5.5/10
Genre: Crossover Country Metal
Spielzeit: 42:55
Release: 04.01.2008
Label: TUG Records

What The F*cking Hell is this? Ein finnisches Trio, welches eine recht seltsame Mischung aus Country, Punk, Dirty Rock und was weiß ich noch alles kreiert. 17 Songs mit gerade mal knapp 43 Minuten Spielzeit. Keine Ahnung, ob das Ernst gemeint ist oder mehr den Funcharakter heraus streichen soll.

Los geht`s mit „Elephant Stomp“, welcher mit viel Ass Kick Flair durch die Lautsprecher getreten wird. Der verzerrte Gesang ist nun gar nicht mein Fall, aber irgendwie ist es schon imposant, wie die Band hier rotzfrech daherrockt. Aber kaum begonnen, kommt auch schon der zweite Song, welcher deutlich abfällt. Zwar mit den gleichen Attributen ausgestattet, aber mit noch mehr Verzerrung ausgestattet, wird es schon für meinen Geschmack ein wenig zu Old School Punk lastig. Trotzdem gelungene Partymucke, wenn man seine Einrichtung zerstört wissen will.

„The Navigator“ ist dann auch einer der vier Songs, der länger als drei Minuten dauert. Eine wahre Marathonleistung für die Band. Der Song geht trotzdem nicht in meinen Kopf rein, auch wenn mal der Verzerrungsgrad runtergeschraubt wird. „Spin A Web“ gefällt dagegen schon deutlich mehr. Da groovt es so richtig los und man ist gewillt, wie ein Besessener auf einem Bein mit der Luftgitarre durch den Raum zu hüpfen. Keine Frage, hoch technisch anspruchsvolle Musik ist das nicht, aber das wollen die Finnen auch nicht.

Nach ein paar schaurigen Tönen wird dann die Countrymusik für Boomhauer entdeckt: „Long Long Way“. Yeeeha, also bei Anthrax würde man bei solch einem Song wahrscheinlich ausflippen und Party machen ohne Ende, aber da hier zumindest mir nicht klar ist, ob das ernst gemeint ist, bleibt ein mulmiges Bauchgefühl. Eigentlich richtig grausig, aber mit billigem Fusel und ein paar Partyanimals am Tisch knallt der Song ziemlich gut.

„Choo Choo Pendolino“ geht da etwas relaxter vor. Ein irgendwie leicht verträumt dahin gesungener Song, der nur von der akustischen Gitarre begleitet wird. Das stampfende Drumkit war hier leider effektiv überflüssig. Mit „Two Strings“ geht es dann plugged weiter. Die Verzerrungen füllen den Sound künstlich auf, aber irgendwie ist es dann doch etwas zu flach geraten, was die drei hier als Song anbieten. „Crow Fly Down“ geht dann mit einer gehörigen Prise good old Woodstock Rock zu Gange. Der Blues ist praktisch greifbar. Nett und irgendwie lustig, schön groovend.

„River Run Deep“ beginnt recht locker flockig lustig. Der Gesang unterstreicht dies auch sehr deutlich. Der Eindruck wird dann aber mit dem grottigen „Daddy Bear“ schnell wieder zerstört. Das ändert sich danach mit „Horse Pressure“, welches mit einem ordentlichen Riff daherkommt eigentlich auch nicht wirklich, auch wenn es doch um einiges erträglicher ist.

„Hard Luck Day“ wäre eigentlich auch ein sehr guter Abschlusssong gewesen, zu ausgepowert und melancholisch kommt er daher. Ja, der Song hat was. Saku Krappala, der neben seinen Stimmbändern auch die Klampfe bedient, wirkt hier wie Bauer Franz, der nach drei Wochen zum ersten mal wieder den Schweinestall ausgemistet hat und nun völlig groggy ist und dessen Muskeln schmerzen.

„Somewhere Somehow“ ist ein kurzes, recht zahmes dahintänzelndes Etwas. Auf jeden Fall ein klarer Kontrast zu „Lonely Rider“, welcher recht normal daherrockt und auch auf größere Verzerrerattacken verzichtet. Zu wenig für einen ganzen Song, aber dennoch nicht unangenehm. „Do Snake Eat Bird“ legt da schon mehr Briketts nach. Mikko Lappalainen malträtiert sein Schlagzeug und alles wird gut.

„Ways To Feel Better“ ist dann wieder ein recht melancholisches Schaffenswerk der Band, Marko Hangisto`s Bass ist dabei, ohne besondere Akzente zu setzen, Saku`s Gitarre heimst die Aufmerksamkeit ein neben seinem Gesang, der den Song dominiert.

Den Abschluss bildet dann der längste Song des Albums: „Stranger On A Train“. Mit seinen für die Band fast unglaublichen vier Minuten Spielzeit grenzt er sich schon recht stark ab. Der Anfang ist recht psychedelisch geraten, vermittelt aber irgendwie einen sehr schrägen Countryeindruck. Jau, keine Ahnung was die drei in ihrer Heimat an Gewächsen anbauen, probieren würde ich davon nichts wollen, zu groß scheint mir die Gefahr davon auszugehen, dass sich mein Bewusstsein negativ verändert.

Fazit: Ich denke mal, die Band hat den Bauern Rock oder auch Bauern Metal erfunden. Sehr skurril und eigentlich permanent mit einem dicken Schmunzeln garniert. Nee, richtig ernst nehmen kann ich das nicht. Irgendwie hört sich das immer so an, als ob man aus einer einzigen Idee direkt einen Song gemacht hat. Wo andere Bands 5-8 Ideen in einem unterbringen oder Progbands über 30 solcher integrieren, hauen Boomhauer einfach zu jeder noch so kleinen Eingebung einen ganzen Song raus. Daher wohl auch die recht kurzen Spielzeiten.

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