Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Bon Jovi: Live At Madison Square Garden

Und genau darum zählen sie zu den größten Rockbands des Planeten
Wertung: 9/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 219:00
Release: 20.11.2009
Label: Universal

Muss man Bon Jovi bisher vorwerfen, mit nicht wirklich rundum gelungenen Live-Veröffentlichungen bei den Fans ihre Aufwartung gemacht zu haben, so sollte sich dies mit dieser Blu-ray ändern. Denn wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass „The Crush Tour“ und auch „Live From London“ nicht gerade Highlights waren. Vielleicht wird das ja im Blu-ray-Zeitalter anders. Der Blick auf die Amaray verrät, dass es echte 1080/50p Bilder geben soll, was naturgemäß die Erwartungen an die Bildschärfe stark nach oben treibt.

Was etwas stutzig macht, ist die Tatsache, dass im Menü als erstes die Dokumentation steht und erst dann das Konzert. Nicht gerade üblich, fast so, als ob das Konzert die zweite Geige spielt. Nicht mit mir, denke ich und wähle natürlich das Konzert als erstes. Los geht`s mit „Lost Highway“ und „Born To Be My Baby“. Bon Jovi sind nicht mehr die Jüngsten, der Bewegungsdrang ist deutlich reduziert. Dafür gibt es eine moderne Bühne mit sich bewegenden Leinwänden, die viergeteilt, oder auch einmal zusammen gefügt zum extra breiten Effektbildschirm mutieren. Das sieht wirklich stark aus. Dafür gibt es in der meist recht hellen Arena nur wenig typische Lightshow. Was normalerweise stören würde, wirkt hier aber einfach nur passend. Die Band zockt absolut routiniert ihr Material und bringt das Publikum zum Tanzen und Schwitzen.

Die Songauswahl (siehe unten) überzeugt und lässt nur wenig Wünsche offen. Mit knackig scharfen Bildern fiebert man mit, wenngleich ich mit dem Sound nicht ganz zufrieden bin. Zwar schafft man es, mit dem 5.1 HD Master-Material den Zuschauer irgendwo mitten in der Halle zu platzieren, aber durch den gnadenlos ehrlichen Sound verwischt die Klarheit der Töne etwas, da der von Konzerten bekannte Nachhalleffekt durch die hinteren Lautsprecher erzeugt wird. Dafür ist man aber mitten in der Menge und die Musik kommt nur von vorne. Trotzdem oder gerade deshalb gefällt mir hier ausnahmsweise mal der Stereosound besser, da er klarer und irgendwie auch druckvoller rüberkommt.

Man merkt, wie eingespielt die Band ist, aber auch, dass es teilweise etwas an Frische fehlt. Wirkliche Spielfreude kann ich nicht ausmachen, aber das erklärt sich später in der Dokumentary von selbst. Jon singt schon lange nicht mehr mit der ungezügelten Leichtigkeit, die er noch vor 15 Jahren hatte. Das merkt man immer wieder, auch wenn er sicherlich Höhepunkte wie bei „Hallelujah“ hat, auch wenn ich die deutlich tränenreicheren Coverversionen anderer Künstler bevorzuge. Hier spüre ich nicht so viel Gefühl, aber als bisher wohl seltene Version einer Rockband gefällt das ungemein.

Jon, der früher beim Monsters of Rock noch die Lichttraversen hochgeklettert ist und sozusagen über der Bühne weiter gesungen hat, bewegt sich leider recht wenig. Schön aber, dass er einen Ausflug zum Publikum wagt und dort kräftig abklatscht, im Schlepptau immer einen Kameramann und eine Horde Security, die den Meister vor dem friedlichen Publikum beschützen könnte, wenn es nicht friedlich wäre. Wie gelungen die Kameraführung ist, kann man auch daran erkennen, dass, als er auf einer Absperrung balanciert, er von einem Securitymann gestützt wird, dies aber offensichtlich nicht zu sehen sein soll. Darum wird eifrig die Position bei den Kameraschwenks gewechselt, sobald man dies zu deutlich erkennen könnte. Früher wäre das ohne gegangen. Egal, das tut der Performance sicher keinen Abbruch.

Ein wahres Fest für Bon Jovi-Fans. Sehr toll und emotional wirkt dann auch die Ansprache an das Publikum, als er erzählt, dass die Band hier vor 25 Jahren im Vorprogramm von ZZ Top aufgetreten ist, dass er hier verhaftet wurde, als er „Bootleg“-Poster von Bands verkauft hat, um sich eine Eintrittskarte leisten zu können. Leider versuchte er das bei einem Polizisten, der ihm dann eine Eintrittskarte für den Polizeiwagen gab. Hinzuzufügen ist auch, dass es sich hier nicht um ein Konzert handelt, sehr geschickt verpackt könnte man das nämlich meinen. Aber die Band spielte am 14. und 15. Juli 2008 im Madison Square Garden und trug exakt die gleiche Kleidung. Nur die Setlist war unterschiedlich, wobei diese hier auf der Blu-ray auch noch einmal verändert wurde. Wie geschickt das die Produzenten verschleiert haben, ist schon fast unglaublich. Man merkt es so fast gar nicht.

Schade eigentlich nur, dass „Bad Medicine“ nur als Tonaufnahme beim Abspann zu hören und eben nicht zu sehen ist. Außerdem unbegreiflich, dass „You Give Love A Bad Name", „Runaway" und „Bed Of Roses" nur als Bonus beigepackt wurde, das hätte man besser integrieren sollen in das so “nur” 125 Minuten lange Konzert.

Als nächstes hab ich mir die drei kleinen Dokumentations-Filmchen angeschaut und hatte einen recht egomanen Eindruck von Herrn Jon Bon Jovi.

Das wird dann aber wieder gerade gerückt mit der langen Dokumentation, die irgendwie auf Grund ihrer Machart auch nicht zu unrecht auf Platz eins der Menüleiste steht. Ich habe selten eine derart interessante Doku gesehen. Die Band wirkt ehrlich und erklärt genauestens die Strukturen von Bon Jovi und welche Klippen sie schon umschiffen mussten. Die Chefrolle wird erklärt und macht auch einen Sinn. Es wird über Psychiater, das Beinahe-Ende der Band, Alkoholismus und weitere Tragödien gesprochen. Mit Untertiteln ausgestattet, sollte das auch für jeden nicht englischsprachigen Fan ein Genuss sein. Selten habe ich einer so langen „Documentary“ so intensiv zugeschaut wie hier, zumal auch recht geschickt immer wieder mal Livemusik gezeigt wird, die das Ganze lockerer erscheinen lässt.

Fazit: Auch wenn die Band hier sicherlich nicht eines beziehungsweise zwei ihrer besten Konzerte gespielt hat, ist die Blu-ray mit ihrem knackig scharfen Bild und dem guten Ton ein absoluter Pflichtkauf. Eine nicht für das Publikum hinter der Bühne geeignete Bühne beziehungsweise Bühnenshow stört den Betrachter weniger als das Publikum, das teilweise deutlich reduzierter feiert als die frontseitige Fangemeinde. Die Dokumentation ist dann das krönende Sahnehäubchen. Da kann es nur fette neun von zehn Punkten geben.

Bildformat: 1080/50p

16:9

Tonformat:

DTS-HD Master Audio (48khz/24bit)

Dolby Digital 2.0 Stereo

Region: 0 (Worldwide)

FSK: 0

comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging