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B.O.L.D.: Brothers Of Living Dead

Zu trockene erste Standortbestimmung
Wertung: 6/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 21:50
Release: 10.03.2015
Label: Eigenregie

Zu hoch will das Quartett, das übrigens mitten aus dem Pott kommt, seine Ambitionen gar nicht stecken. Ein erstes tonales Lebenszeichen, mehr nicht, einfach mal die eigenen Ideen umsetzen, einfach mal machen und nicht nur quatschen. So sympathisch die Idee auch ist, so sehr wünscht man sich, dass die schon in anderen Bands erfahrenen Mucker bei B.O.L.D. einfach ein bisschen mehr in Songwriting und Produktion gesteckt hätten, denn immer wieder blitzt der gute Ansatz auf und man merkt auch, wohin die Reisen der Brüder der Untoten gehen sollen, aber den richtigen Punch können sie auf der vorliegenden EP noch nicht auspacken. Dazu kommt auch noch, dass die Produktion ein wenig trocken und drucklos geraten ist, man muss schon den Regler an der heimischen Anlage etwas deutlicher aufdrehen. Das Artwork dagegen in der Digipack-Variante macht dagegen optisch einen tollen Eindruck, schade nur, dass keine Texte beiliegen – ein Detail, welches wohl schlichtweg immer wieder unterschätzt wird.

Ungewöhnlich, aber hier auch gut, ist, dass sich die beiden Gitarristen Schabbo und George beim Gesang ablösen, dazu zwei sehr unterschiedliche Stimmen haben und so daher auch schon ein wenig Abwechslung in ihren Hard Rock integrieren. Negativ fällt dagegen immer wieder das deutlich zu einfache Drumming durch Klaus auf, der zwar einen soliden Teppich hinlegt, mehr dann aber auch nicht. Dadurch geht dem Titeltrack „B.O.L.D.“ dann einfach zu viel verloren, nachdem der gelungene Start und vor allem der gezielte Basspart Geschmack auf mehr gemacht hat und auch der Refrain schön griffig zum Mitsingen einlädt. Im Gegensatz dazu hauen das Midtempo-Standardriffing  in Kombination mit den Drums aber eben leider keinen vom Hocker.

Auch „White Lady“ gehört zu den stampfenden Hard-Rock-Songs, hier mit einer Prise aus Down Under gewürzt, doch leider fehlen auch hier wie bei den anderen Nummern die Überraschungsmomente, einfach der letzte Tritt in die Hard-Rock-Eier – das wissen die Herren aber selbst nur zu gut, gehen sie ihr Erstrelease doch selbst kritisch an und wissen genau, wo die Stellschrauben sind. In „Kriegsschlag“ starten sie auch den Versuch, ein wenig mehr Geschwindigkeit hinzulegen, das Drumming aber haut da erneut nicht vom Hocker und kommt über ein paar Standardbeats nicht hinaus - wenn sie während des Gitarrensolo noch mehr Alarm machen und nicht anschließend den gerade aufgebauten Schwung wieder herausnehmen würden, dann wäre „Kriegsschlag“ titelgerecht mehr als nur auf der „passabel“-Ebene. Positiv erwähnen wollen wir aber insgesamt Bassist Roland, der sicherlich die eine oder andere Budgie-Platte zuhause stehen hat, erinnert sein Stil doch immer wieder an die walisischen Hard Rocker.

B.O.L.D. stehen sich selbst ein wenig auf den Füßen – oder trauen sich nicht so recht. Egal, „Brothers Of Living Dead“ ist eine erste nette Standortbestimmung, sicherlich noch nicht das Gelbe vom Ei, mit dem Titeltrack „B.O.L.D.“ sowie „White Lady“ haben sie dennoch schon mal zwei vielversprechende Nummern im Gepäck, die zumindest andeuten, in welche Richtung das Ganze gehen könnte. Daran werden sie sicherlich auch beim nächsten Mal arbeiten. Bis dahin kann man ja für kleines Geld die in Eigenregie veröffentlichte EP auf Herz und Nieren testen.

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