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Bodyfarm: The Coming Scourge

Krachersongs!
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 38:39
Release: 20.09.2013
Label: Cyclone Empire

Wenn Bands oder deren Labels im Vorfeld ankündigen, um wieviel reifer und erwachsener das kommende Album klingen wird, kann man sich schon mal im Voraus in den Kopf schießen, da das nämlich im Normalfall zwei Dinge bedeuten kann: Entweder ist die betreffende Band schnarchnasig ohne Ende geworden oder es wird derartig merkwürdig experimentiert, dass nachher niemand mehr weiß, was eigentlich Sache ist.

Gottlob gibt es doch noch Ausnahmen in dieser schnöden Welt! Die Niederländer von Bodyfarm, schon vor Release ihres Debütalbums „Malevolence“ vor gerade mal einem Jahr von Szenekollegen über den grünen Klee gelobt, kommen mit ihrem Zweitling „The Coming Scourge“ tatsächlich reifer und aufgeräumter, aber auf vielfältige Art und Weise auch heftiger und vor allem überzeugender ums Eck.

Damals wurde die Truppe schon von den Kollegen von Hail Of Bullets gefeiert, mittlerweile haben Bodyfarm sogar HOB-Gitarrero Stephan Gebédi für einen Gastauftritt verpflichten können. Selbiger tobt sich dann auch direkt in „Der Landkreuzer“ derartig flirrend und überschwänglich aus, dass man richtiggehend hören kann, wie dem Mann der Spaß aus den Fingerspitzen flitzt. Auch die Performance der restlichen Band lässt wie schon auf „Malevolence“ eigentlich nichts zu wünschen übrig – man könnte sogar anmerken, dass auf der Zweitscheibe noch eine Spur mehr Arschtritt durch die Boxen kommt und vor allem Sänger Thomas Wouters gibt sich das volle Brett, indem er zwar recht klassisch loskeift, aber seine Stimme trotzdem erstaunlich variabel einzusetzen weiß.

Dass die Herren auch mal etwas gemächlicher zu Werke gehen können, beweisen sie bei „The Siege Of The Mind“, das mit schleppendem Rhythmus und unheilvoll dröhnend daherkommt und eine wunderbar dichte und düstere Atmosphäre mit sich bringt, aber im Verlauf auch noch mal gut an Tempo zulegt und vor allem ein astreines Drumming zeigt.

Wo Bodyfarm sich letztes Mal an Massacres „Cryptic Realms“ gütlich taten, steht dieses Mal „Enter The Eternal Fire“ von Bathory auf dem Programm – mit Kirchengeläut und deftigen Gitarren eine etwas ungewöhnliche Mischung, aber ganz im Sinne der alten Recken eingeprügelt.

Eine wirkliche Überraschung ist aber der Titeltrack, der mit rasant dahingerotzten Gitarren loslegt und bei dem sich Once Begotten-Sänger Dirk Willems austoben durfte, was letztlich zu einem der besten Tracks der Scheibe geführt hat – nicht zuletzt wegen des großartigen Übergangs von hektisch-schnellem Gekreisch zu nicht weniger bedrohlich anmutendem härterem Gesang, der mit einer eingängigen Gitarre unterlegt wurde. Ein ganz großartiger Song, der auch bei fast fünf Minuten Spielzeit keine Sekunde Langeweile aufkommen lässt.

„The Well Of Decay“ führt die Liste der Anspieltipps dann mit seinem schwarzmetallisch anmutenden Gitarren und Blastbeats weiter, die Leadgitarre ermuntert ohne großes Tamtam dauerhaft zum Kopfnicken und die Tempowechsel sind zwar nicht unbedingt komplex, stehen aber genau an den richtigen Stellen und bremsen den Track so nicht ab. Abgesehen davon macht Thomas auch an der Gitarre eine verdammt gute Figur und beglückt mit einem Solo.

So wie die Prognosen bisher standen, war man ja noch ein wenig vorsichtig mit einem Urteil – beim Hören von „The Coming Scourge“ kann man den Jungs aber guten Gewissens einen erhobenen Daumen geben; in diesem Fall reicht es sogar zu acht derselben.

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