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Bodyfarm: Malevolence

Old-School-Death muss nicht immer klingen wie ein Keller voller sterbender Katzen
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 41:46
Release: 01.06.2012
Label: Cyclone Empire

Bei Old-School-Death-Metal kann man als noch junge Band so ziemlich alles falsch machen: zu knarzig, zu modern, zu laut, zu leise, schlecht produziert oder einfach schlecht gemacht und dazu noch mit Trantüten an den Instrumenten bestückt; Möglichkeiten zu versagen gibt es da viele. Die holländischen Bodyfarm haben zum Glück soviel Grips, ihr Debütalbum nicht mit sumpfigem Kellersound zu verunstalten, sondern setzen gleich auf eine einigermaßen saubere Produktion. Und es gibt noch einen entscheidenden PR-Vorteil: Szenegrößen wie Hail Of Bullets loben die Herren über den grünen Klee. Kein Wunder also, dass sich mit Massacre-Sänger Kam Lee einer der Musiker der ersten Stunde auf „Malevolence“ verewigt hat – als Gastsänger auf dem finalen „Cryptic Realms“ nämlich, dazu aber später mehr.

„Malevolence“ markiert nach gut drei Jahren das Debütalbum, eine respektable Zeit, in der Bodyfarm ihren Sound scheinbar gut durchdacht und ausgearbeitet haben. Alle Instrumente sind am richtigen Platz, keine ultralangen Soli durchschneiden die Dynamik der Songs und Sänger und Gitarrist Thomas Wouters zeigt sich erstaunlich variabel, ohne von den Pfaden der alten Schule abzuweichen.

Nach einem kurzen instrumentalen Intro wird direkt mit „The Butcher“ losgelegt, Wouters kotzt sich direkt richtig schön aus und die Gitarren flirren schwindelerregend schnell durch die Lüfte. Im Verlauf nehmen Bodyfarm das Tempo ein wenig raus und schrauben den Groove hoch, was ihnen mindestens genauso gut steht wie die überschnellen Gitarren zu Beginn. Übrigens, wer sich bei dem Bandnamen fragt, was eine „Bodyfarm“ denn sein soll und zu faul ist, Google zu bemühen: Hier geht es nicht etwa um ein Feld, auf dem man Babies züchten kann (wäre für eine Death-Band aber auch nicht schlecht), sondern um ein Gelände, auf dem Verwesungsprozesse an der Luft beobachtet werden können. Delikat, möchte man meinen, und dann passen auch solche Songtitel wie „The Butcher“ wieder irgendwie ins Bild.

„Demons Of The Cross“ startet dann fast ein bisschen doomig mit langsamen Gitarrenriffs und unheilvollem Drumming, bevor Wouters mit einer äußerst dreckigen Lache einsetzt. Da möchte man fast an ganz alten Black Metal der Marke Mercyful Fate denken – nur mit besserer Stimme. Spätestens bei der Zeile „raping the women, molesting the kids“ passt dann auch die Thematik ins schwarzmetallische Gewerbe, aber musikalisch fabrizieren die Leichenfledderer hier immer noch Todesmetall par excellence.

Im Titeltrack verfallen die Jungs dann in kriegerische Stimmung, gibt es doch als Hintergrund zum Song Maschinengewehrgeratter auf die Ohren. Beim ersten Durchlauf mag man noch an ein sehr schnelles Schlagzeug denken, die Täuschung kann man aber schnell aufdecken. Das eingangs erwähnte finale „Cryptic Realms“ mit Massacre-Kam wird dann wie erwartet ein richtiger Old-School-Stampfer, der sich massiv durch die Gehörgänge schiebt. Kam Lees Stimme unterscheidet sich zwar nicht extrem von der Thomas Wouters, allerdings erkennt man den Unterschied natürlich insofern, als dass Lee nicht mehr zu den Jüngsten gehört. Dementsprechend kratzig klingen die Vocals, aber genau das ist es, was den Charme des Tracks ausmacht. Geniale Kollaboration, genialer Song und ein ansehnliches Finale!

Fazit: Bodyfarm sind nicht umsonst von den weitaus bekannteren Kollegen gelobt worden, soviel steht zumindest fest. Zwar ist es etwas hoch gepokert, sie als neue Hoffnung des Old-School-Death-Metal zu preisen, allerdings haben die Holländer ein spezielles Händchen für den richtigen Song, der im alten Gewand daherkommt, ohne verstaubt oder altbacken zu wirken. Eine schöne, fiese Platte also, die uns hier vorliegt, und die sicherlich noch öfter herausgekramt werden wird. 

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