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Blutvial: I Speak Of The Devil

Denn wer vom Teufel spricht...
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 51:40
Release: 15.07.2009
Label: Spikefarm Records

Ich sollte vielleicht ein Special schreiben über Black Metal-Bands, die allein schon aufgrund ihrer untypischen Herkunft für Verwirrung auf der einen und sogleich Begeisterung auf der anderen Seite sorgen. Waren die italienischen Vertreter dieser Sparte noch Malfeitor, so widmen wir uns jetzt den Briten Blutvial, dem nächsten Beispiel beispiellos klirrender Klänge, die ganz und gar mitnichten aus skandinavischen Breitengraden stammen. 

Zwar haben die beiden Masterminds Aort (Gitarre, Bass, Drums) und Ewchymlaen (Vocals, Gitarre) unüberhörbar im Ideenreichtum von Szenegrößen wie Mayhem, Dark Funeral und auch den großartigen Darkthrone geraubschatzt, doch gehen die Jungs auch weiter und präsentieren neben kreischend-trvem Black Metal gar sludge-doomige Klänge auf ihrem Full Length-Debut. Dabei huldigen sie ohne viel Melodien-Geplänkel, dafür mit umso mehr sägend-kaltem Riffing dem Black Metal der frühen Neunziger. 

Mit einem hasserfüllten Schrei samt kratzig-kaltem Geriffe starten wir in “Full Moon Possession” – welchem Black Metal-Fan wird da nicht warm ums Herz? Die wütende Raserei nimmt während „Seethe My Darkness” weiter Fahrt auf. Neu in diesem Song sind die Vocals im weiteren Verlauf, die dort nämlich clean schreiende Ausmaße annehmen. 

Wie der Teufel im Galopp streift den Hörer danach „Raging Winds“, denn dieses Stück ist blackmetallische Raserei pur. Was hier allerdings so allmählich auf die Nerven zu gehen beginnt, das sind die Vocals. Diese nämlich variieren keinen Deut weg von den ausgetretenen Pfaden, klingen so zu jeder Zeit gleich und wirken daher leicht ermüdend auf den Hörer. 

Das doomig-sludgige „1584“ stellt zunächst zwar eine überraschende Abwechslung dar, kippt aber auf seiner Spielzeit von über zehn Minuten schnell in die Kategorie „leicht nervig“, zumal auch hier das kreischend ausgelegte Screaming keinerlei Variation zulässt. 

Ziemlich wütend und fast schon ein wenig chaotisch trümmert dem Hörer dann auch schon „Serpent Procreation“ um die Ohrmuscheln. Vom Rhythmus her gar treibend ist das Stück „Our Hallowed Bones“ geraten, wobei hier wunderbar eine unheilige Atmosphäre herauf beschworen wird. 

Im letzten Stück “Hiraeth”, das locker als das Epos der Scheibe durchgeht, wurde auf die instrumentale Untermalung mehr als in den restlichen Stücken Wert gelegt. So zeigt sich das Teil voll von nordisch-kalter Schönheit, bei der man an eine Vollmondnacht im Winter denkt. Brrr, ich hol mir jetzt erstmal was zum Überziehen. Die Instrumentierung zieht hier die gesamte Stimmungslage in eine leicht depressive Lage, sehr gut gemacht. Definitiv das beste Stück des Albums.

Für meinen persönlichen Hausgebrauch zwar schon etwas zu kratzig ausgefallen, dürfte die Produktion allerdings jedem, der auf klirrend-frostig-kalte und leicht dreckige Sounds steht, Freudentränen ins Gesicht steigen lassen. 

Fazit: Wer auf puren Black Metal steht, der wie in den frühen Neunzigern noch nicht synthie-verseucht und ohne viel Schnickschnack durch die Membranen fegt, der liegt bei Blutvial goldrichtig. 

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