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Blutnebel: Niedergang

Solider deutscher Black Metal
Wertung: 7,5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 48:13
Release: 28.10.2013
Label: Eigenproduktion

Aus Glauchau stammt das Quintett Blutnebel, das nun mit „Niedergang“ das zweite Album auf den Markt bringt. Produziert und aufgenommen wurde der Silberling in Eigenregie. Geboten bekommt man eine gute Dreiviertelstunde grimmigen, hässlichen und teils auch depressiven Black Metal der besseren und durchdachteren Art. Blutnebel unternehmen nicht den Versuch, noch böser oder noch unmenschlicher zu sein als die anderen, sondern konzentrieren sich auf das, was guten Black Metal ausmacht, nämlich die Atmosphäre und das richtige Gleichgewicht zwischen Raserei und tiefer Trauer und Verzweiflung. Die Band ist dabei weit entfernt von jeglicher Neuschöpfung. Ganz gezielt werden die tausendfach gebrauchten Stilmittel und Schemata wieder zum Einsatz gebracht und konsequent wird nicht experimentiert. Man bleibt auf der Fahrbahn, schaut weder rechts noch links und fährt ziemlich gut damit.

Es macht auch Sinn, nicht das Rad neu erfinden zu wollen, denn die Stücke funktionieren. Blutnebel arbeiten mit einem geschickt räudig ausgeführten Sound, der zwar wild und ungezügelt klingt, aber trotzdem eine gewisse Transparenz durchscheinen lässt und sogar den Bass sauber rüberbringt.

Die Songs reichen von meist Midtempo-orientierten Stampfern wie „Rabenbanner“ oder „Wolfshäute“ bis hin zu rasend wilden Elementen wie sie am Anfang von „Geboren im Feuer“ zu finden sind. Die High-Speed-Momente sind insgesamt aber deutlich spärlicher gesät als die stampfend-krachenden. Eine Erfrischung stellt „Zeitenwende“ dar: Die Nummer kommt mit einem langen Akustikgitarrenintro daher, bevor die Stromgitarre und das Schlagzeug sehr technisch das Konzept übernehmen und den Track düster vor sich hertreiben. Schon mit „Nebelwald“, dem folgenden Stück, nehmen Blutnebel ihr Konzept wieder auf und manifestieren sich wieder im oberen Midtempo-Bereich.

Wer die große Neuerung oder ein fantastisches, noch nie dagewesenes Klangerlebnis sucht, der ist bei Blutnebel völlig falsch. Die Band bietet bodenständigen Black Metal, der griffig, stimmig und ausgereift daherkommt, ohne seine Wurzeln zu verleugnen oder irgendetwas Außergewöhnliches bezwecken zu wollen. Die Songs sind allesamt eingängig und mit „Verdammnis“ bietet die Truppe dann sogar noch einen richtig schnellen und furiosen Schredder-Titel, der das Werk abrundet.

Fans von kernigem Black Metal sind hier genau richtig. Kein Schnickschnack, kein aufpolierter Pomp und vor allem keine Synthies verderben hier den Spaß am rohen und kantigen Musikerlebnis. Wie gesagt: einen Innovationspreis werden Blutnebel für „Niedergang“ nicht erhalten, aber die Herzen eingefleischter Black Metal Fans sind ihnen sicher.

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