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Blutgericht: Krieg der Künste

Spannende Mischung aus Metalcore und NDH
Wertung: 8/10
Genre: Metalcore, Neue Deutsche Härte
Spielzeit: 43:16
Release: 17.03.2017
Label: Eigenproduktion

Lang ist’s her, dass Blutgericht der Schreiberin dieser Zeilen das letzte Mal begegnet ist: 2011 nämlich spielten die Mannheimer auf dem Phoenix Festival in den heiligen Heidelberger Hallen, damals vor recht übersichtlichem Publikum mit suboptimalem Sound. Insgesamt ist die Band in mittelprächtiger Erinnerung geblieben, umso interessierter ist man da irgendwie am neuen Release „Krieg der Künste“, das am 17. März erscheint.

Der erste optische Eindruck ist schon mal der Hammer: Hier haben Blutgericht definitiv schon jetzt eins der besten Artworks des Jahres abgeliefert, wahnsinnig farbenfroh und beklemmend zugleich – egal wie die Wertung ausfällt, ein Extrapünktchen haben sich die Herrschaften schon mal verdient. Auch soundtechnisch kann man nicht meckern, sämtliche Songs sind kristallklar und knackig produziert und abgemischt, der Gesang dröhnt heavy aus den Boxen, die oftmals melodischen Gitarren klingen richtig schön saftig. Auch hier vorab: Daumen hoch!

Wirklich spannend ist aber naturgemäß, was Blutgericht musikalisch zu bieten haben: Da hat sich stilistisch grob die letzten Jahre gar nicht so viel geändert, die Mannheimer haben sich weiterhin einer Mischung aus Metalcore und Neuer Deutscher Härte verschrieben, die schnell Gefahr läuft, stumpf zu werden, aber zum Glück auf „Krieg der Künste“ auf weite Strecken mit einer Leichtigkeit dargebracht wird, die man gar nicht vermutet hätte. Sänger Konrad hat gerade beim Klargesang einen derart resignierten Tonfall drauf, dass man richtiggehend spürt, wie dem Hörer die Lebensenergie ausgesaugt wird – nur um dann bei den Schrei-Parts wieder wachgerüttelt zu werden. Gerade Tracks wie der vertrackte Titelsong erinnern dann stark an die Kollegen Die Vorboten, die sich zwar intellektueller geben, aber stilistisch zumindest hier vergleichbar sind. Besonderes Augen- bzw. Ohrenmerk verdient hier aber der Gitarrenpart gegen Ende – gerade im Kontrast mit dem Artwork ein absoluter Knaller.

Dabei punkten Blutgericht schon beim Opener „5 vor 12“, der überraschend heavy daherkommt, im Refrain eine apokalyptische Stimmung verbreitet und – Gott sei Dank – textlich keinerlei Fremdschämpotential beinhaltet; ein Fakt, der bei deutschen Texten durchaus mal hervorgehoben werden muss, Plattitüden gibt es in dem Bereich ja mehr als genug.

Im Mittel hängt die Platte dann ein bisschen durch, Songs wie „Vernarbter Grund“ gehen durchaus als solide über die Ziellinie, es fehlen aber die Begeisterungsstürme, die beispielsweise das finale „Nächtelang“ dann wieder generieren kann; auch hier holen die Gitarren nochmal richtig Punkte, klingen schön schwermütig und entwickeln am Ende zu zweit und mit Unterstützung der restlichen Instrumentalfraktion nochmal ordentlich Power.

Insgesamt bin ich positiv überrascht, wie sehr sich Blutgericht in den letzten Jahren gemacht haben. In „Krieg der Künste“ steckt hörbar jede Menge Arbeit, musikalisch kann man eigentlich nur auf hohem Niveau meckern; nicht alle Songs zünden so wahnsinnig gut wie die genannten Anspieltipps, trotzdem sollte für alle Genre-Fans „Krieg der Künste“ eine Kaufempfehlung sein, die man gut und gerne längere Zeit in der Heimanlage rotieren lassen kann.

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