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Blutengel: My Saviour

Nicht unbedingt kreativ überragende Nummer
Wertung: 7/10
Genre: Dark Pop
Spielzeit: 21:24
Release: 01.12.2006
Label: Out Of Line

Was wäre nur ein Jahr ohne die regelmäßige Produktionswut von Christian „Chris“ Pohl? Nachdem uns Chris mit seinen Mannen von Terminal Choice schon in diesem Sommer mit dem (Dank eines doch recht krass vollzogenen Stilwechsels) kontroversen Longplayer “New Born Enemies“ torpedierten, meldet sich Mastermind Pohl nun pünktlich zur Weihnachtszeit auch wieder mit seinem Dark-Pop Projekt Blutengel zurück. “My Saviour“ nennt sich hierbei der neuste Zögling des charismatischen Berliners, der nun ziemlich genau ein Jahr nach erscheinen der erfolgreichen “The Oxidising Angel“ - EP veröffentlicht wird.

Auch wenn sich nicht wenige Fans eher ein neues Fulltime-Album erhofften, kann die vorliegende Maxi-CD der vorfreudigen Stimmung keinen Abbruch tun. Zwar ist das neueste Werk (mal ganz neutral betrachtet) weder musikalisch noch inhaltlich ein „innovatives Ausnahmewerk“ geworden. Aber dennoch bietet es wirklich gute - und gewohnt routinierte - Hausmannskost des umtriebigen Musikers.  Zusätzlich zu dem in drei unterschiedlichen Versionen vorliegenden Titeltrack gesellen sich mit “In Winter“ und “Verdammnis“ ebenfalls zwei neue Songs auf dieser CD. Letztgenannter war hierbei ein großer Wunsch der treuen Anhängerschaft, die nach einer längeren Durststrecke endlich mal wieder einen BE - Song in deutscher Sprache hören wollten.

Im Gegensatz zum sehr flotten und Ohrwurm-lastigen “The Oxidising Angel“ wirken die elektronischen Klänge bei “My Saviour“ im ersten Moment eher etwas vertrackter und gedämpfter. Erinnerungen an die größtenteils recht verschachtelten Sounds des 2004er Albums “Demon Kiss“ werden hier also nicht unbegründet wach... Hat man sich aber ein wenig in das aktuelle Material reingehört, so vermag “My Saviour“ dennoch wirklich gut zu gefallen. Der Song bietet schöne Melodiebögen in einem recht eingängigen Rhythmustempo. Gesangliche Unterstützung findet Chris Pohl hierbei wie gewohnt von seinen Gesangspartnerinnen Ulrike Goldmann und Constance Rudert, wobei sich diese beiden hier allerdings komplett auf den recht knapp gehaltenen Hintergrundgesang beschränken müssen. Bezüglich der beiden Remixe von Cephalgy und Adam muss man allerdings vakante Unterschiede verzeichnen: Während der Cephalgy - Mix von “My Saviour“ leider nur mit seiner durchgehenden Ideen- und Belanglosigkeit glänzt, kann der recht druckvolle und temporeiche Adam - Remix hingegen auf ganzer Linie punkten. Hier ist es nämlich auf respektable Weise gelungen, dem aktuellen BE - Klanggut neue und zusätzlich wuchtige Facetten zu verleihen (ein entsprechender Einsatz in der hiesigen Club-Szene ist somit also schon so gut wie vorprogrammiert).

Kommen wir aber nun zu den beiden anderen, neuen Tracks der Single: Wie bereits angemerkt, ist “Verdammnis“ ein in heimischer Landessprache verfasster Song. Allerdings leider einer von jener Sorte, die sich von ihrer abgrundtief süßlichsten Seite zeigen müssen... Für meinen persönlichen Geschmack können hier weder die poppigen „Euro-Dance“ Klänge, noch die mittlerweile extrem überstrapazierte Thematik von der „Sehnsucht-nach-der-großen-aber-auf-alle-Zeiten-unerreichbaren-Liebe“ überzeugen. Hinzu kommt bei diesem Duett von Chris Pohl und Ulrike Goldmann leider die Tatsache, dass man sich ganz frech einiger Takte des kultigen “Angels of the Dark“ (ebenfalls vom Album “Demons Kiss“) bediente, um daraus einen „neuen Song zu basteln“ (zumindest kommt es mir hier nachweislich so vor)... Hingegen bietet “In Winter“ seinen Hörern einige freudige Überraschungen der positiven Art: Nicht nur dass hier erstmals mit klassischen Chören gearbeitet wird; es reihen sich zudem auch sanfte, barockeske Klänge in diese wirklich sehr atmosphärische Ballade mit ein... Allumfassend ein wirklich sehr einfühlsames und emotionales Stückchen Musik, wie man es sich so durchaus öfters mal aus der BE - Schmiede wünschen würde. Zudem ein ungemein passender Song für die aktuellen, kalten und frostigen Nächte dieser Jahreszeit, wenn sich so langsam wieder die Eissterne an den häuslichen Fensterscheiben abzeichnen und sanft beginnen um sich greifen...

Was bleibt also nun letztendlich noch zu sagen? “My Saviour“ ist insgesamt betrachtet eine wirklich gute, aber nicht unbedingt kreativ überragende Nummer der Berliner Dark Pop/Electro - Combo. “My Saviour“ ist ein versierter BE - Song, nach bekannten Band-Strickmuster: Nicht mehr, aber definitiv auch nicht weniger... Gespannt bin ich diesbezüglich aber, ob man sich für ein neues Album nun wieder mehr Mut zum musikalischen Experimentieren aneignen wird? Zumindest gibt schon mal “In Winter“ ein wirklich gutes und positives Zeichen in diese Richtung ab.

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