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Blutengel: Child of Glass

Ein wirklich gutes und düster-atmosphärisches EBM Album
Wertung: 8/10
Genre: EBM
Spielzeit: 74:9
Release: 22.02.1999
Label: Out Of Line

Nachdem das EBM & SM Projekt Seelenkrank im Jahre 1997 nach dem letzten Album “Engelsschrei“ aus vertraglichen Gründen „ad acta“ gelegt werden musste, hob Chris Pohl im Jahre 1998 direkt das „Nachfolgeprojekt“ Blutengel aus der Traufe, welches fort an nun auch thematisch andere Wege gehen und bestreiten sollte, die da bevorzugt wären: Vampirismus, Blut und ewiges Leben gepaart mit sämtlichen Facetten der Lust und (vor allem) des Leidens. Musikalisch behielt Chris Pohl seine bisher schon aus Seelenkrank bekannten Dark Elektro und EBM Strukturen (inkl. extrem verzehrter Gesangsstimme) bei, verfeinerte sie aber dennoch merklich durch viele, kleine und feine Nuancen, wie z.B. dass sich neben der bisher bekannten Sängerin Nina (hier zu hören auf den Stücken “Desire“ & “Suicide“), nun noch eine zweite weibliche Stimme gesellte, nämlich die von Kati (welche sogleich auch ihr gesangliches Debüt in dem hier vertretenden Club Hit “Weg zu mir“ gab). Somit stand also nichts mehr im Wege und man konnte völlig frei und unbeirrt im Jahre 1999 das erste offizielle Blutengel Album “Child of glass“ vorlegen, das heute noch nachweislich bereits den Grundstein zur späteren Erfolgsgeschichte der Band sein sollte...

Das Spektrum von “Child of glass“ schöpft anfangs verständlicherweise aus jenen vollen Trögen, die da hießen: Pathos, Theatralik und Klischees. So geht es z.B. um tiefe, verletzte Gefühle und menschliche Enttäuschungen (im elektronisch kalten und treibenden “Goddess of lies“) und bittere Lebenskrisen, die für den Besungenen (Betroffenen) keinen anderen Ausweg mehr zulassen, als sich letztendlich selbst unter qualvollsten Schmerzen und Tränen aus dieser unmenschlichen Welt zu entlassen und zu hoffen, wenigsten so (im Tode) seinen ewigen Frieden finden zu können (gemeint ist “Leave the world“, welcher äußerst gefühlvoll und nihilistisch zugleich daherkommt und immer wieder auf´s neue zu Tränen der Rührung führt).

Eine kritische, direkte und harsche Auseinandersetzung mit dem Thema „Gott und Religion“, gibt es in dem Track “No god“, welcher musikalisch nicht nur sehr gehaltvoll und wütend wirkt, sondern uns auch noch extrem hervorragende und passende Sprach-Samples aus dem Horror-Kultfilm “God´s Army“ (u.a. mit Christopher Walken) bietet. Aber dass Chris Pohl schon immer ein großer Fan und Kenner von Horrorfilmen war (und demzufolge auch passender Sprach-Samples), beweist er erfolgreich in den Stücken “Warriors of destiny“ und “The beauty of suffering“. Nicht nur, dass in beiden Liedern Original-Zitate aus dem Film “Hellraiser IV – Bloodline“ zu finden, so gehen sie auch eigenständig musikalisch und textlich ihre jeweiligen (Horror-)Wege: So fallen jene “Warriors of destiny“ wie Vampire über unsere Welt und Zivilisation herein, um uns nicht nur zu einem ihrer zu machen, sondern um uns letztendlich auch von unserer Welt (wie wir sie kennen) zu entfernen. Hin zu einer neuen und viel freieren Welt, ohne Schmerz, Lied und Pein.

Das völlige Gegenteil dazu erleben wir im absoluten Kult-Knüller des Albums mit dem Titel “The beauty of suffering“: Liebe, Schmerz, Passion, Leidenschaft und unendliche dunkel-erotische Fantasien, hüllen uns in ihren magischen und anziehenden Bann, aus welchem es keinerlei Entrinnen und Flucht gibt, sobald man einmal hinab in die unendlichen Tiefen jener Katakomben und Gewölbe gestiegen ist. “The beatuy of suffering“ ist für Blutengel das, was einst der “Meister der verbotenen Träume“ für Seelenkrank war: Ein Meisterwerk der schwarz-erotischen Elektrokunst, eingehüllt in einen Mantel voller sinnlicher und visuell hypnotisierender Tragweitem, welchem man sich wohl nach dem ersten Hören nie wieder richtig entziehen kann. Ein wahres Meisterwerk, das sowohl Freunde der erotischen Extravaganz, als auch Vampirliebhaber fesseln und in Atem halten wird!

Als deutlich weniger gelungen, muss man allerdings die Stücke “Das Blut der Ewigkeit“ und “Du tanzt“ bezeichnen: Erst genannter ist im Grunde (mehr oder weniger) ein Instrumentalstück, das nicht nur ziemlich belanglos daherkommt, sondern auch noch Soundtechnisch ziemlich billig und unausgewogen wirkt. In “Du tanzt“ geht es thematisch darum, dass man heimlich als Außenstehender die extrem einsam wirkenden Frauen auf der Tanzfläche beobachtet und sich fragt, wie es ihnen nun wirklich seelisch aussehen mag (also unter jener gekünstelten Fassade aus Schminke und Accessoires) ? Nun, sicherlich eine nicht ganz uninteressante, subtile Beobachtungs- und Voyeurthematik, aber eben leider nur ziemlich ausreichend umgesetzt, mit seinem recht dünnen und zu transparentartigen Techno-Sound.

Fazit: Somit bleibt bis auf ganz wenige Ausnahmen ein wirklich gutes und düster-atmosphärisches EBM Album übrig, welches Blutengel nicht umsonst schlagartig in der Szene bekannt machte und ihr zugleich „frisches (Pathos-lastiges) Leben“ einhauchen konnte...

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