Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Blutengel: Angel dust

Bis dato sicherlich das ruhigste, träumerischste und sinnlichste Album
Wertung: 9/10
Genre: Dark Pop
Spielzeit: 79:31
Release: 30.09.2002
Label: Out Of Line

Als gegen Ende des Jahres 2002 das offizielle dritte Blutengel Album mit dem Titel „Angel dust“ erschien, war zuerst vielerorts die Kritik groß und vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch die kritischen Stimmen nicht ganz unbegründet. So erwartete man doch insgesamt nach dem überragenden und relativ (elektronisch-) aggressiv ausgefallenen Vorgänger “Seelenschmerz“ (2001) doch mit “Angel dust“ dessen indirekte Fortsetzung. Wer letztendlich auch mit dieser Geisteshaltung und Erwartung an “Angel dust“ heranging, sollte allerdings schnell sein blaues Wunder erleben. Schon im Vorfeld (bevor das aktuelle Album überhaupt an den Start ging) hatten sich bei Blutengel intern viele Neuerungen und Veränderungen ergeben. So verließen die beiden bisher bekannten und ursprünglichen Blutengel Sängerinnen Gini und Kati jenes Projekt und wurden somit dann durch Constance Rudert und Eva Poelzing ersetzt. Das bot auf Grund der stimmlichen Unterschiede der Sängerinnen sogleich viel Spielraum für Neues und Mastermind Chris Pohl wusste dies auch umzusetzen, da er nahezu im gleiche Zeitraum auch sein eigenes, kleines Label aus der Traufe heben konnte: Fear-Section, in dessen eigenem Studio auch das aktuelle Blutengel Werk komplett produziert wurde.

Soviel also kurz zur Vorgeschichte des Albums. Nun aber zum Inhalt des dritten Outputs der Berliner Formation Blutengel: Wie schon zu Anfang erwähnt, erfüllt “Angel dust“ bei weitem nicht jene Ansprüche, die viele in es gesetzt hatten. Es sollte doch wieder so ein stampfender, knackiger und ungeschliffen-rauer EBM Hammer werden. Dass Chris Pohl immer zu an Weiterentwicklung und soundtechnischen Neuerungen interessiert ist, konnte man spätestens hier entdecken: Nicht umsonst stellt “Angel dust“ musikalisch das dar, was viele als die Begründung eines neuen Musik-Genres bezeichneten: Die Erfindung des Dark Pop. Nach wie vor blieb Blutengel weiterhin seinen Wurzeln des EBM treu, allerdings bei weiten nicht mehr aggressiv & rau, sondern viel ruhiger, melodiöser, geschliffener und reifer präsentierte sich “Angel dust“ seinen geneigten Hörern. Daher stellt sich auch die passende und gerechtfertigte Frage, was sich im Gesamtkontext gesehen wohl textlich nun am ehesten zu diesem neuen Sound passen würde? Richtig: Viel Herzleid, verlorene und verzweifelt gesuchte Liebe. Und als letztendliche Konsequenz die mystische und leidvolle Flucht von diesem Planeten als ein anderes (unsterbliches) Wesen, um für immer zusammen mit seinem geliebten Gegenstück die Zeiten gemeinsam durchleben und durchreisen zu können. Herzschmerz, Trauer und Leid, aber auch Hoffnungen, Träume und das Streben nach einem besseren Leben, ziehen sich als roten Faden durch das gesamte Album.

Sei dies nun angefangen beim sehr tragischen und nachdenklich wirkenden “Stranded“, über das recht harte und Bass-lastige “Iron heart“, um dann letztendlich beim deutsch gesungenen “Keine Ewigkeit“ einen vorläufigen und desillusionierten Höhepunkt zu finden... Sehr mystisch und Club-tauglich wird es mit einem der wohl schönsten und zeitlosesten Blutengel Klassiker aller Zeiten: “Vampire Romance Part I“. Jenes gesangliche Duett von Constance und Chris ist sowohl textlich als auch musikalisch mit das schönste und sinnlichste, was Blutengel je erschaffen haben. Hier finden sich klassische Vampirthemen ebenso wieder wie auch der dazugehörige Traum nach ewigem Leben. Fernab unserer sterblichen Welt, emporgestiegen in ein Königreich voller Leidenschaft, Lust und ewiger, vampiraler Liebe. Ein Glanzpunkt und Traum zugleich, dieser Song. Zum Thema Weltflucht und innerer Frieden lassen sich diesbezüglich auch noch die wundervollen und atmosphärischen Stücke “Wonderland“, “I will follow“ und das von Eva selbst geschriebene und gesungene “Angel of the night“ zuordnen. Knisternde und vampiral-schwarze Erotik wird uns ebenso bei den Tracks “Black wedding“ (geschrieben und gesungen von Constance) und dem noch leicht an alte Seelenkrank Zeiten erinnernden “Night of sin“ geboten. „Unterbrochen“ wird unsere Reise durch fremde und mystische Welten insgesamt drei mal durch die instrumentalen “Angel dust“-Themen, die sich letztendlich als eine Brücke entpuppen, um einem den Weg in die nächste (höhere) Ebene jener utopischen Welten aufzeigen.

Nicht ganz mithalten können lediglich die Stücke “Silent death“ (zu theatralisch und unbefriedigend gesungen) und “Vampire Romance Part II“ (entstand eigentlich schon vor Teil 1, passte im Gesamtkonzept aber besser als Teil 2. Textlich und musikalisch allerdings um einiges belangloser, als der grandiose erste Teil). Verzeihen kann man diese Aussetzer in Anbetracht der anderen hervorragenden und stilistisch perfekt umgesetzten Tracks auf diesem Album allerdings fast schon wieder blind.

Letztendlich sei abschließend auch noch das 32-seitige Booklet des Albums erwähnt, das neben allen Liedtexten auch noch wundervolle und thematisch passende Fotografien der Band bietet.

Fazit: “Angel dust“ ist bis dato sicherlich das ruhigste, träumerischste und sinnlichste Album von Blutengel geworden; etwas weniger zum Tanzen geeignet, aber dafür mehr zum Schmusen und zum sich in jene mystischen und fremden Welten Blutengels treiben zu lassen.

comments powered by Disqus

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann