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Blut Aus Nord: Odinist: The Destruction Of Reason By Illumination

Quo vadis Black Metal?!
Wertung: 6.5/10
Genre: Post Black Metal
Spielzeit: 36:52
Release: 22.10.2007
Label: Candlelight Records

Kaum hat man sich reingehört, ist die CD auch schon wieder vorbei und man fragt sich in einer Stimmung, die irgendwo zwischen Ver- und Bewunderung liegt, ob das Outro nicht vielleicht doch nur ein Interludium war. Klar, man will seine Hörer nicht überfordern, aber etwa 35 Minuten inklusive ein- und ausleitender Instrumentale sind dann doch nicht das Non-Plus-Ultra, gerade bei einem Album wie „Odinist“, wo dem aufgeschlossenen Musikliebhaber doch einiges an Konzentration abverlangt wird.

Seit der Gründung von den französischen Blut Aus Nord, welche auf das Jahr 1994 zurückgeht, haben die mittlerweile als Trio agierenden Jungs schon einiges auf die Beine gestellt. Um jegliche Konventionen scherte man sich nicht und veröffentlichte dann auch im Jahr 2006 über Candlelight Records ein eher unkonventionelles Werk für eine Black Metal-Horde. Die gesammelten, sehr industriellen Klanglandschaften, die viele Metaller eher an Krach erinnern, wurden unter dem Namen „MoRT“ veröffentlicht. Ebenjenes Label, das Experimente in Verbindung mit düsterer Musik nicht scheut, wie man auch an den letzten Outputs von Manes und Diablo Swing Orchestra sehen konnte, bringt nun auch den neuesten Streich der Mannen heraus.

Was hat man denn nun zu erwarten? Knarzigen Black Metal wie früher? Oder doch eher moderne Industrial/Noise-Klangcollagen? Ganz einfach: Beides zusammen! Blut Aus Nord bringen mit „Odinist: The Destruction Of Reason By Illumination“ eine ganz verzwickte Mischung Musik auf den Markt. Schleppender und absolut disharmonischer Black Metal in komplexen Songstrukturen mit viel Hintergrundatmosphäre. Genannt wird das Ganze dann Post Black Metal und trifft den Nagel eigentlich auf den Kopf, wenn man bedenkt was der Post Rock für die normale Rockmusik ist. Die kreative Labelbeschreibung kommt dem Sound auch recht nahe: Mayhem fickt Neurosis mit einem Godflesh-Joystick.

Los geht es mit einem nicht zu unterschätzenden, anderthalbminütigen Intro basierend auf sphärischen Klängen aus der Dose. Ohne große Überleitung geht es dann gleich richtig zur Sache. Auf langsamen Liedaufbau wird verzichtet und der herrlich abartige Gesang trifft sofort auf Riffs, welche wohl jedem Musiktheoretiker die Ohren bluten lassen würden. Im Hintergrund rumpelt ein Schlagzeug hinterher, das sich anhört, als ob es in einer Kirche aufgenommen wurde. Leider passt zu dieser Idee das untermalende Schienenkratzen, wie man es gerne einmal auf alten U-Bahnhöfen zu hören bekommt, so gar nicht. Ohne es zu bemerken, befinden wir uns auch schon im zweiten Song, der mangels echter Songstrukturen einfach an den vorhergehenden anschließt. Immer mal wieder tauchen allerdings doch so etwas wie eingängige Melodiebögen auf. Eigentlich paradox bei solch einem dunklen Gebräu aus Metal und noisy Ambient.

Inwiefern sich das Trio um das textliche Konzept gekümmert hat, ist mir leider unbekannt, da Candelight Records der Promo-Variante leider keine Texte beigelegt hat. Man kann nur vermuten, aber im Hinblick auf den Titel lässt sich eine recht interessante Auseinandersetzung mit dem nordischen Heidentum, angewendet auf tagesaktuelle, menschliche Abgründe schlussfolgern.

Fazit: Will heißen, was Blut Aus Nord präsentieren, ist eine homogene Masse an dunkelschwarzer Extremmusik inklusive Körperteile zerfetzender Gitarrensoli, Stahl durchschneidenden Disharmonien, Gräber öffnenden Gesängen und Antidepressiva unwirksam machender Hintergrundelektronik. Quo vadis Post Black Metal?!

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